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So ist es in Deutschland um die Pflege bestellt

15.05.2019 - 3,41 Millionen Menschen galten Ende 2017 als „pflegebedürftig“, erklärte das Statistische Bundesamt unter destatis.de in einer Pressemitteilung. Spannend sind nicht nur die absoluten Zahlen, sondern vor allem auch die Entwicklungen, die zeigen: Nur zwei Jahre vorher (Ende 2015) lag diese Zahl noch bei 2,86 Millionen Menschen, was einen Anstieg von 19 Prozent binnen zwei Jahren bedeutet. Zurückzuführen ist dieser Anstieg einerseits auf den demografischen Wandel und die immer größere Anzahl an älteren Menschen einerseits sowie auf die Umstellung der Pflegeeinstufung, die Anfang Januar 2017 in Kraft trat und seitdem deutlich mehr Menschen als „pflegebedürftig“ eingestuft werden.

  • Von vielen älteren Menschen wird der Wunsch geäußert, bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden bleiben zu dürfen. Doch passt das in die hektische Realität, in der Medienberichten zufolge Zeit für...

    Von vielen älteren Menschen wird der Wunsch geäußert, bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden bleiben zu dürfen. Doch passt das in die hektische Realität, in der Medienberichten zufolge Zeit für nichts und niemanden bleibt? Offensichtlich schon, denn die meisten Pflegebedürftigen werden ambulant betreut. © https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de / sabinevanerp (CC0 Public Domain)

Exkurs: Den demografischen Wandel unterstreichen diese Zahlen: 81 Prozent der Pflegebedürftigen waren Ende 2017 65 Jahre oder älter. Ein Drittel war mindestens 85 Jahre alt, wenn nicht gar älter. Die Pflegequote hängt diesen Zahlen zufolge unmittelbar mit dem Alter zusammen. Während nur sechs Prozent der 70- bis 74-Jährigen pflegebedürftig sind, waren es von den über 90-Jährigen 71 Prozent.

Die meisten Pflegebedürftigen bleiben zuhause wohnen

Der Großteil der Pflegebedürftigen (76 Prozent) wurden Ende Dezember zuhause versorgt. Über 50 Prozent aller Pflegebedürftigen wurden zuhause von Angehörigen um- und versorgt. Die Menschen, die sich hinter der Zahlendifferenz verbergen, wurden mit Unterstützung oder vollständig durch Pflegedienste umsorgt. Nach diesen gefragten Fachkräften fahndeten die Betroffenen oder deren Angehörige entweder vor Ort oder im Internet. Pflegevermittlungsdienste, spezialisiert auf die häusliche 24h Pflege, wie beispielsweise unter 24hpflege.online erfreuten sich großer Beliebtheit, denn Personal zu finden, ohne lange Zeit auf der Warteliste zu stehen, ist (begründet durch den hohen Bedarf) alles andere als einfach. Anders als bei ambulanten Pflegediensten, werden bei der häuslichen 24 Stunden Pflege überwiegend osteuropäische Pflegekräfte und Haushaltshilfen eingesetzt, in der Regel aus Polen, Rumänien, Ungarn und der Slowakei.

Die Zahl jener, die zuhause von einem Pflegedienst umsorgt werden, deckt sich nahezu mit der Zahl jener, die in einem Pflegeheim untergebracht sind. Häufig ist das die notwendige Konsequenz daraus, dass Angehörige rar oder uninteressiert sind oder räumlich zu weit entfernt wohnen, um eine Pflege zuhause zu organisieren und zu übernehmen.

Gewandelt hat sich nicht nur die Zahl jener, die zur Gruppe der Pflegebedürftigen gehören, sondern zeigt ein Blick auf die Zahlen aus dem Jahr 2003 auch ganz klar, welche Prioritäten die Pflegebedürftigen setzen, was sie sich wünschen, was sie fordern und was das für den Markt an Pflegekräften bedeutet:

- Die Anzahl jener, die im Heim versorgt werden, ist um 31 Prozent gestiegen – im Zeitraum zwischen 2003 und 2017.

- Die Anzahl jener, die durch ambulante Pflegedienste versorgt werden, ist im selben Zeitraum um 84 Prozent gestiegen.

So zeigt sich deutlich, dass nicht nur der Wunsch im Raum steht, möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu dürfen, sondern dass dieser Wunsch auch umgesetzt wird.

So sieht die Situation in der ambulanten und 24 Stunden Pflege aus

Das Bild der ambulanten Pflegedienste sieht so aus: Der Großteil (66 Prozent) befindet sich in privater Trägerschaft, gemeinnützige Träger betreiben 33 Prozent der ambulanten Pflegedienste. Nur ein Prozent liegt in der Hand öffentlicher Träger. Die meisten Pflegedienste bieten ein allumfassendes Angebot in puncto Alten- und Krankenpflege an. Das Pflegepersonal in den Pflegediensten war vornehmlich weiblich (86 Prozent), zwischen 30 und 49 Jahre alt (45 Prozent) und arbeitete in Teilzeit (69 Prozent).

69 Prozent jener, die in der ambulanten Pflege tätig waren, hatten in der körperbezogenen Pflege ihren Arbeitsschwerpunkt. 13 Prozent kümmerten sich um die Haushaltsführung. Die meisten Pflegenden haben einen Berufsabschluss in der Kranken- und Gesundheitspflege oder in der Altenpflege. Das Angebot, das die Pflegedienste offerieren, reicht von der temporären, stundenweisen Unterstützung bis hin zu einer 24 Stunden Pflege, die allerdings häufig missverstanden wird. Bei einer 24-Stunden-Pflege ist es nicht so, dass die Pflegekraft 24 Stunden am Tag den Pflegenden umsorgt. Vielmehr ist eine Bereitschaftsleistung der Grund dafür, dass die 24-Stunden-Pflege diesen Namen trägt. Eine solche 24 Stunden Betreuung wird in der Regel nicht von den hiesigen ambulanten Pflegediensten übernommen, vielmehr hat sich hier der Einsatz von osteuropäischen Pflegekräften etabliert, die über die bereits erwähnten Pflegevermittlungsdienste mit der häuslichen Pflege beauftragt werden können.

So sieht die Situation in der stationären Pflege aus

14500 Pflegeheime waren Ende 2017 zugelassen. 53 Prozent der Heime unterstanden gemeinnützigen Trägern, 43 Prozent unterstanden privaten Trägern und nur 5 Prozent unterstanden öffentlichen Trägern. 18 Prozent der Einrichtungen unterhielten neben einer vollstationären Pflegeinrichtung auch eine betreute Wohneinrichtung oder ein Altenheim.  Das Angebot vieler stationärer Einrichtungen umfasste sowohl die vollstationäre Dauerpflege als auch die Kurzzeitpflege und Sonderformen wie die Tages- oder Nachtpflege.

Die flexiblen Pflegemodelle kommen dabei vor allem jenen entgegen, die zwar die meiste Zeit des Jahres im Privaten ihre Angehörigen pflegen, das aber nicht an 365 Tage im Jahr leisten können oder gar wollen. Dann helfen Kurzzeitpflegeplätze dabei, den pflegenden Privatpersonen eine Auszeit zu verschaffen. Darüber hinaus dient die Kurzzeitpflege häufig als Warteschleife, um die Zeit zwischen einem Krankenhausaufenthalt und einem vollstationären Pflegeheimaufenthalt zu überbrücken. Denkbar ist auch, dass nach einem Krankenhausaufenthalt eine betreute Wohneinrichtung dem pflegebedürftigen Menschen in ausreichendem Maße entgegenkommt.

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