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Vorsicht vor falschen Urteilen: Wie unseriöse Vergleichsportale Kunden in die Irre führen

26.07.2019 - Vergleichs- und Testseiten gibt es in unglaublicher Vielzahl. Von Praxis-Bewertungsportalen, die uns Ärzte empfehlen bis hin zu Smartphone-Tests und Reiseportalen: überall wird verglichen. Wir Patienten, Kunden und Konsumenten erhoffen uns dadurch, die besten Anbieter und Dienstleister herauszufinden.

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Hochschul-Rankings empfehlen Elite-Unis. Flugpreise der Airlines lassen sich auf verschiedenen Portalen vergleichen. Jedoch sollte man sich nicht blindlings auf die Beurteilung irgendeiner Testseite verlassen.

Empfehlungen als Geschäft

Es gibt unter den Vergleichsportalen und Produkttests schwarze Schafe, die am Gewinn der empfohlenen Anbieter Anteil haben und nicht im Interesse der Nutzer arbeiten.

Unabhängige und bekannte Instanzen wie “Stiftung-Warentest” hingegen orientieren sich an den Bedürfnissen der Verbraucher. Wir sollten uns über die Kriterien, auf denen die Beurteilungen beruhen, schon etwas genauer informieren. Es gibt also durchaus gute und nützliche Vergleichsportale, auf die wir uns verlassen können. Die Weiße Liste etwa stellt uns Ärzte und Praxen vor.
Vergleichsseiten wie betrug.de sind seriös und stellen uns vertrauenswürdige Online Casinos vor.

Woran aber erkennt man profitorientierte Bauernfänger?
Das ist leider keineswegs einfach. Verbraucherschützer warnen, dass die Mehrheit der Vergleichsseiten, mit ihren Fotos und Tabellen voller Produktdaten, den Betreibern einzig dazu dienen Verkaufsprovisionen einzustreichen.

Es handelt sich um eine Irreführung der Verbraucher, bei der zwar der Anschein eines Tests erweckt wird, die Ergebnisse aber ohne tatsächlichen Wert sind.
Der Anbieter tarnt sich in solchen Fällen zwar als Preisvergleichsportal, arbeitet aber genau wie ein Makler und kassiert Provisionen.

Auf den ersten Blick ist das für die Kunden aber nicht zu erkennen.

Wie verdienen die Vergleichsportale ihr Geld?
Die Portale haben Verträge mit den Anbietern, Herstellern und Dienstleistern abgeschlossen. Für jeden Kunden, den diese über die Portale gewinnen, müssen sie Geld an die Betreiber abdrücken.

Nicht alle Anbieter sind bereit, mit einem Portal zusammenzuarbeiten. Zum einen wollen sie sich die Provision ersparen, zum anderen gibt es namhafte Anbieter, deren guter Ruf schon Werbung genug ist.

Allgegenwärtig und verwirrend

Den Vergleichsseiten kann man oft nur schwer aus dem Weg gehen. Sie sind für Suchanfragen optimiert und erscheinen bei einer Internetsuche ganz oben in den Ergebnissen.

Mit ihren Daten-Tabellen und intransparenten Pseudo-Urteilen, verkaufen sie erfolgreich die Produkte ihrer Vergleichssieger.

Wenn dabei das teuerste Produkt oft die beste Note erhält, liegt das daran, dass so eine höhere Provision eingestrichen wird. Auch finden sich vor allem "sehr gute" oder zumindest "gute" Noten, denn das Produkt soll ja beworben werden.
Immer wieder ist auf solchen Portalen auch von Warentests die Rede. Mit der renommierten Stiftung Warentest haben sie aber wenig gemeinsam.

Den Kunden geht es darum, schnell und umsonst im Netz an Informationen zu kommen. Die Deutschen lieben Vergleiche. Wer will nicht sparen und sich das günstigste Angebot heraussuchen lassen? Doch sind die Angebote bei Vergleichsportalen gar nicht immer günstiger als beim Anbieter selbst. Zur Identifikation des günstigsten Preises scheinen Buchungs- und Vergleichsportale also in Wahrheit gar nicht geeignet zu sein.
Deshalb empfiehlt es sich beispielsweise Flüge und Flugpreise bei der Airline selbst zumindest zu überprüfen.

Selbst wenn der Nutzer verschiedene Vergleichsseiten besucht, kann er das Problem meist nicht umgehen. Manche Seiten gehören demselben Mutterkonzern an oder kooperieren und weisen dadurch identische Preise auf. Das schränkt die auf den ersten Blick so riesig wirkende Auswahl doch erheblich ein.

Man stößt unter den Testseiten auch auf sogenannte Test-Aggregierer. Diese fassen verschiedene Testergebnisse zusammen. Rechtlich ist das kein Problem, denn ein solches Vorgehen fällt unter das Zitatrecht. Jedoch ist unter Umständen die Aussagekraft dadurch begrenzt, das allen Tests andere Kriterien zugrunde liegen und eine Vermischung der Ergebnisse die Transparenz beeinträchtigt.

Der größte Mangel aber eben auch die Evidenz der Unzuverlässigkeit solcher Seiten ist die mangelnde Transparenz.
Man weiß nicht, welche Kriterien den Tests und Vergleichen zugrunde gelegt wurden.

Es geht auch anders

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Aussagekräftig ist ein Test nur dann, wenn man nachvollziehen kann, wie das Urteil zustande gekommen ist. Das Bundesverbraucherministerium hatte schon 2014 die "Regeln der guten fachlichen Praxis des Testens" verabschiedet. Die Kernaussagen sind eindeutig auf den Verbraucherschutz ausgerichtet:

• Transparenz

Die Identität des Auftraggebers eines Tests wird offengelegt und muss klar erkennbar sein.

• Identität

Eigentümerstruktur und Einnahmequellen werden offengelegt. Beziehungen der Eigentümer und des Testveranstalters zu Herstellern und Anbietern werden transparent gemacht.

• Unabhängigkeit

Testveranstalter und Prüfinstitutionen sollen möglichst keine Vorteile an den Ergebnissen haben, die Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen. Eventuelle Vorteile müssen offengelegt werden.

• Verantwortung

Gestattet ein Testveranstalter die Werbung mit seinen Testergebnissen, Marken oder sonstigen Kennzeichen, so sind die Bedingungen offenzulegen.

•Trennung von Testergebnissen und Werbung

Die Redaktion der Testberichterstattung ist klar vom Anzeigenbereich getrennt.

An der Ausarbeitung waren seriöse Instanzen wie Stiftung Warentest, ÖKO-TEST, c’t (Heise) und ADAC beteiligt. Bei deren Vergleichen und Empfehlungen sind alle genannten Punkte berücksichtigt. Stiftung Warentest etwa kauft die Produkte im Handel und arbeitet nach wissenschaftlichen Kriterien.

Die Schwerpunkte und Bedingungen des Tests müssen bekannt sein, dann hat auch der Kaufinteressent die Chance, ein Produkt mit den Eigenschaften zu identifizieren, die ihm besonders wichtig sind. Mehrere valide Tests miteinander zu vergleichen ist mit Sicherheit kein Fehler.

Natürlich müssen die Hersteller auch für ihre Produkte werben. Doch sollten sie den Kunden dabei keine Scheinwahrheiten auftischen.
Im Internet findet man offengelegt Informationen zu Provisionen großer Händler wie Amazon oder Media-Markt. Auf dafür vorgesehenen Seiten wie Zanox oder Affilinet können sich Werbetreibende verschiedene Händler als Partner suchen.

Fazit

Die vertrauenserweckende Transparenz und das Offenlegen von Beziehungen der Hersteller zu den Werbetreibenden, gewähren den Kunden Einblick ins Geschäft.
Werden die beiden Bereiche getrennt gehalten, kann sich der Kunde informieren, ohne dabei in die Falle der falschen Vergleichsportale zu tappen.

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