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Was ist ein Depot?

02.07.2019 - Was ist ein Depot? Eigentlich eine ganz simple Frage, sollte man meinen. Doch was im ersten Augenblick einfach erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als nicht so eindeutig wie gedacht. Denn der Begriff „Depot“ kommt in erstaunlich vielen unterschiedlichen Umfeldern und Branchen vor. Schauen wir uns den Ausdruck also einmal näher an: Woher kommt er? Und was bedeutet er in welchem Zusammenhang?

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Ursprung

Das Wort Depot stammt, wie man an der Aussprache leicht erkennen kann, aus dem Französischen. Dort heißt le dèpôt so viel wie Lager oder Aufbewahrungsort. Der eigentliche Ursprung des Wortes liegt jedoch im lateinischen „depositum“, das von dem Verb „deponere“ = „niederlegen“ abstammt. Doch kehren wir zurück zu unserer Heimatsprache. Welche verschiedenen Bedeutungen also kann „Depot“ im Deutschen haben?

Das Depot für Wertpapiergeschäfte

Sicherlich nicht wenige denken beim Wort Depot als Erstes an das Bankdepot für den Kauf und Verkauf von Aktien, Rentenpapieren und Fonds. Daher wird der Begriff sehr häufig gleichbedeutend mit „Wertpapierdepot“ gebraucht. Häufige Fragestellungen gerade für Einsteiger in die Thematik sind: Wie richte ich ein Depot ein? Was kostet das und welche Rendite bringt es? Wie hoch ist das Risiko? Welche Wertpapiere sollte man kaufen? Was ist in puncto Steuer zu beachten? Die Beantwortung solcher Fragen würde allerdings unseren Rahmen sprengen, weist die Thematik rund um Wertpapierdepot, Aktien und Börse doch eine sehr hohe Komplexität auf. Angesichts dessen ist es ratsam, sich bei Experten oder auf entsprechenden Fach-Websites zu informieren.

Eine Frage brennt uns allerdings doch auf den Nägeln:
Warum heißt es eigentlich Wertpapier-Depot, also quasi „Lager“? Auch hier müssen wir wieder ein wenig in der Historie zurückblicken, um die Erklärung zu finden. Früher wurden Wertpapiere noch als sogenannte effektive Stücke gehandelt. Das heißt, wer Aktien oder Rentenpapiere erwarb, bekam diese physisch ausgehändigt und legte sie dann bei seiner Bank ins Depot, d. h., er „lagerte“ sie dort. Heutzutage spart man sich den Aufwand, echte Wertpapiere zu drucken. Stattdessen erfolgen Kauf und Verkauf lediglich über den Weg der giralen Verrechnung. Das Wertpapierdepot stellt somit im Prinzip nichts anderes mehr dar als ein spezielles Bankkonto, auf dem statt Geldbeträgen Wertpapiere verwaltet werden.

Das Depot als spezieller Lagerort

Nicht nur im Französischen, sondern auch in der deutschen Sprache wird der Begriff Depot ganz allgemein im Sinne eines Aufbewahrungsortes, eines Lagers oder Speichers gebraucht. Das gilt umgangssprachlich, aber auch in diversen Fachdisziplinen.

In Museen beispielsweise. Hier bezeichnet das Depot den Ort, an dem das Inventar eingelagert ist, das gerade nicht in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert wird. Die Anforderungen an ein solches Depot sind unterschiedlich und können sehr speziell sein. Vor allem Raumluft und -feuchtigkeit sind häufig von großer Bedeutung für die gelagerten Exponate. Da – je nach Art des Museums – bis zu 90 % des Bestandes eingelagert sein können, werden für Museumsdepots bisweilen beachtliche Räumlichkeiten benötigt.

Auch im Verkehrs- und Transportwesen ist der Begriff Depot gebräuchlich. So steht er bei Verkehrsbetrieben für einen Unterstand bzw. eine Halle für Busse und Bahnen sowie bei Paketdiensten für ein Umschlaglager für Transportgüter.

Beim Militär wiederum ist das Depot eine Lagerstätte für Ausrüstung, Munition und/oder Kraftstoff. Oder aber auch eine veraltete Bezeichnung für eine Ersatztruppe, was mit der üblichen Bedeutung von „Depot“ eigentlich nichts mehr gemein hat.

Ebenfalls nur im weitesten Sinne als Lager wird unser Begriff in der Biologie und Medizin verwendet: Das Depotfett stellt die Energiereserve des menschlichen Körpers dar. Und das Depotarzneimittel setzt seinen Wirkstoff erst nach und nach frei.

Depot – mal ganz anders

Eine gänzlich abweichende Bedeutung hat das Depot unter Weinkennern und -fachleuten. Hier bezeichnet es Ablagerungen am Boden der Weinflasche, die allerdings keinen Mangel des Weines bedeuten. Dieser Bodensatz, wie man das Depot auch nennt, entsteht vielmehr erst bei reiferen Weinen und kann ein Qualitätsmerkmal darstellen.

Auch in der Schweiz wird der Begriff Depot völlig eigenständig verwendet. Was hierzulande Flaschenpfand genannt wird, heißt dort nämlich Flaschendepot.

Depot ist nicht Depot

Wir stellen fest: Wenn jemand „Depot“ sagt, kann er nicht sicher sein, dass sein Gegenüber auf Anhieb weiß, was er meint. Zu viele verschiedene Bedeutungen und Einsatzbereiche gibt es für dieses Wort. Allerdings ist es sicherlich nicht leichtfertig, zu behaupten, dass in der heutigen Zeit der Begriff Depot in der Regel – und wohl auch am häufigsten – als Synonym für das Wertpapierdepot verwendet wird. Denn mit der ständig steigenden Bedeutung von Finanzmärkten und -produkten wächst auch beim Anleger das Interesse an allen Themen rund um Aktien und Börsenkurse. Und damit auch am eigenen Depot als Wertpapier„lager“.

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