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Die Wintermonate: Harte Zeiten für die Haut

20.03.2018 - Der Winter bringt für einige Menschen nicht nur Ski und Rodel, sondern auch gesundheitliche Probleme mit sich. Besonders von Hautkrankheiten Betroffene können in der kalten Jahreszeit unter verstärkten Krankheitsschüben leiden.

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Hautleiden im Winter haben mehrere Ursachen

Schnee und Kälte wecken bei vielen Assoziationen an Weihnachten, Schneemann, Loipe und Piste. Andere werden aber mit dem Aufflammen von Hautproblemen konfrontiert. Dafür kommen in der dunklen Jahreszeit mehrere Ursachen in Frage – etwa der Mangel an Tageslicht, trockene Heizungsluft, depressive Stimmungen sowie Kleidung, die kratzt oder zu wenig Luftzirkulation zulässt.

Betroffen sind oft Patienten mit Neurodermitis, Nesselsucht oder Schuppenflechte. Ihre Symptome werden verstärkt, „weil die Betroffenen besonders empfindlich auf den starken Temperaturwechsel zwischen drinnen und draußen reagieren. Ihre Haut speichert ohnehin schon weniger gut Feuchtigkeit, verliert sie noch schneller und mehr als gesunde Haut. Die Haut juckt jetzt stärker als sonst, ist noch angespannter, reißt leichter und kribbelt“, konstatiert Professor Eggert Stockfleth, Direktor der Dermatologie am Uniklinikum Bochum. Wie können Betroffene dem am besten begegnen? „Das Wichtigste ist, Gesicht, Lippen, Hände und den Körper regelmäßig mit einer Salbe einzucremen, die fünf bis zehn Prozent Harnstoff enthält. Harnstoff kann die Feuchtigkeit in den obersten Hautschichten halten und dem Austrocknen entgegenwirken“, so Professor Stockfleth weiter. Ein Rat, von dem viele profitieren können: Allein unter Schuppenflechte leiden in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen.

Medikamenten-Dosierung nicht selbst steigern                

Gibt es andere Maßnahmen, die Betroffenen im Winter helfen können? Wie steht es beispielsweise mit einer Erhöhung der Medikamenten-Dosis aus? Dazu Professor Stockfleth: „Eine dauerhaft gute Einstellung ohne kurzfristige Schwankungen ist wichtig. Wer an mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte leidet, sollte die verordneten Medikamente wie zum Beispiel Methotrexat oder Fumarsäureester oder auch eines der neuen Biologika wie Secukinumab wie gewohnt weiter nehmen. Im Zweifel sollte man den behandelnden Facharzt fragen. Auch Neurodermitis-Patienten sollten die Einnahme ihrer Medikamente wie etwa bestimmte Immunsuppressiva nicht selbstständig ändern.“

Hochwirksame Biologika-Arzneimittel werden biotechnologisch hergestellt und kommen besonders bei mittelschweren bis schweren Verläufen der Schuppenflechte zum Einsatz.

Ein Besuch im Solarium hilft nicht

Da Sonnenlicht sich positiv auf die Symptome von Schuppenflechte-Patienten auswirkt, gehen viele von ihnen im Winter ins Solarium. Ist das eine echte Alternative zur Sommersonne? Laut Professor Stockfleth nicht: „Solarien liefern keine UVB-Strahlen wie die Sonne, sondern nur UVA-Strahlen, was aber Hautkrebs fördert.“ Stattdessen empfiehlt er ausreichendes Trinken, das Meiden trockener Heizungsluft, Bewegung an der frischen Luft in warmer, atmungsaktiver Kleidung und Saunagänge zur Stärkung der körperlichen Abwehrkräfte.