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Wieviel ist Schmuck wirklich wert?

15.01.2020 - Schmuck ist - im Idealfall - wesentlich mehr wert, als nur der reine Wert des Edelmetalls. So gut wie unmöglich ist es, den emotionalen Wert eines Schmuckstückes zu schätzen oder zu erhalten. Familienschmuck, der vielleicht seit Generationen vererbt worden ist, hat für den Besitzer, den niemand beziffern kann. Kein Verkaufspreis der Welt kann den emotionalen Wert des Eherings der eigenen Großeltern wiederspiegeln.

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Trotzdem haben gute Schmuckstücke einen Wert, der über den reinen Materialwert hinausgeht - schließlich handelt es sich um Kunstgegenstände. Ein Gemälde ist schließlich auch mehr wert, als die Leinwand und die Farbe darauf.

Wie wird der Materialwert von Schmuck bestimmt?

Für Schmuckstücke, bei denen es sich um reinen Modeschmuck handelt, um modische Verirrungen der Vergangenheit die nie wieder jemand schön finden können wird oder schwer beschädigtem Schmuck wird ein Verkäufer wohl nirgends einen Kunden finden, der mehr als nur den reinen Materialwert bezahlt.

In diesem Fall wird der Materialwert entweder anhand der aufgestempelten Werte Punze oder Karat ermittelt. Die Punze gibt den Gehalt an Gold oder Silber im Schmuck in Tausendsteln an. Karat ist eine Angabe für den Edelmetallgehalt eines Schmuckstücks aus dem Ausland oder – viel häufiger – von Edelsteinen. Anhand der Prägung und einer Waage kann der Materialwert des Edelmetalls im Schmuckstück sehr präzise festgestellt wird – es braucht nur ein bisschen Prozentrechnung.

Aber welcher Schmuck ist schon so hässlich, aus der Zeit gefallen oder so beschädigt, dass nur noch der Materialwert interessant ist?

Auch Edelsteine sind schwierig

Für die Edelsteine in einem Schmuckstück einen guten Preis zu erzielen ist noch schwieriger als bei dem Wert des Edelmetalls. Gleich welches Material – Gold, Silber oder Platinum können alle eingeschmolzen und weiterverarbeitet werden. Edelsteine lassen sich offensichtlich nicht mehr einschmelzen und neu verarbeiten. Daher sind Edelsteine erst aber einer Größe von mindestens einem, besser ab zwei Karat für den Handel interessant. Alle Steine die kleiner sind fließen daher in die Wertermittlung von Schmuck nicht mit ein.

Der Wert eines Steins der groß genug ist um für den Handel interessant zu sein, kann dagegen nur von einem Fachmann akkurat beziffert werden. Farbe und Reinheit, Schliff und Seltenheit sind zu detailreich und haben zu viele Nuancen, als das ein Laie ihren Wert abschätzen könnte.

Dazu kommt noch das Problem, dass heute echte Edelsteine weder von Laien, noch von erfahrenen Juwelieren zuverlässig von den fast perfekten synthetisch hergestellten Edelsteinen unterschieden werden können.

Bei industriell hergestelltem Schmuck zählt der Materialwert

Der individuelle, sentimentale Wert von Schmuck ist unbezahlbar – daher ist eine Bezifferung des Wertes eines Schmuckstücks enorm schwierig. Ein altes Schmuckstück eignet sich daher nur begrenzt als Wertanlage. Denn wer sich dazu durchringt ein Familienerbstück zu verkaufen, wird gerade bei industriell hergestelltem Goldschmuck eine bittere Überraschung erfahren müssen – der sentimentale Wert kann von niemandem berücksichtigt oder gar beziffert werden, der Materialwert ist häufig überraschend gering und der künstlerische Wert des Stücks oft gering.

Bei solchen Stücken zählt für den Käufer meistens dann tatsächlich nur der Materialwert und dieser wird entsprechend der Marktpreise für Altgold bestimmt. Dieser orientiert sich am internationalen Börsenkurs für Gold, mit einem Abschlag für das Recycling und Schmelzen. Wenn es sich nicht um den Schmuck von Goldschmieden – und dann auch nur namhaften Meistern ihres Fachs wie Joseph Hoffmann – dann liegt der Wert des Schmucks so gut wie nie über dem Materialwert.

Woran erkennt man ein künstlerisch wertvolles Exemplar?

Ein Schmuckstück, das einen finanziellen Wert hat, der den Materialwert übersteigt ist selten, aber existiert definitiv. Es handelt sich dann um gut erhaltene Antiquitäten, Kunstwerke berühmter Goldschmiede oder Gegenstände aus feinstem antikem Porzellan.

Gemein haben solche Stücke alle, dass sie nicht industriell gefertigt wurden und sobald ein Schmuckstück einen Wert als Kunstobjekt hat, ist der Materialwert ebenso uninteressant wie das Material selbst. Ob die klassizistische Halskette aus Silber oder Gold gefertigt wurde, steht nicht mehr im Vordergrund – das Kunstwerk ist über Jahrhunderte erhalten geblieben und damit ein historisches Objekt aus der Hand eines Künstlers und keines einfachen Handwerkers.

Wer das Glück hat ein solches Stück in seinem Besitz zu wissen, darf sich sehr glücklich schätzen – und sich gut überlegen, ob er sein Unikat verkaufen möchte. In einem solchen Fall einen ehrlichen Käufer zu finden, ist schwer.

Es handelt sich in diesen Fällen um Stücke aus Kunstepochen, die bis heute stilgebend sind. Ein gut erhaltenes Armband aus der Belle Epoche aus einer renommierten Goldschmiede kann schnell über 10.000 Euro kosten. Aber diese Stücke sind in diesen Fällen über hundert Jahre alt – wer ist schon glücklich genug ein solches Objekt geerbt haben zu dürfen?

Aber wer genau dieses Glück gehabt hat, einen Ehering des Art Déco mit einem Smaragden von seiner Urgroßmutter in seinem Besitz zu wissen, der kann einen Preis weit über dem Materialwert zu erhalten. Der Goldgehalt in einem solchem Ring bewegt sich kaum über 2 Gramm – aber der Wert dieses Kunstwerks liegt weit oberhalb von 1000 Euro.

Schmuck ist eine schwierige Wertanlage

Da nur wenige Schmuckstücke einen Wert haben, der den Materialwert übersteigt, sind sie als Wertanlage fast ungeeignet. Denn wirklich wertvolle Kunstwerke sind ebenso teuer, wie die Einstiegskosten in diese Wertanlage hoch.

Ohne große Erfahrung und jahrelange Expertise ist der Kauf und Verkauf von Schmuck ebenso schwierig wie der von anderer Kunst oder anderen Antiquitäten.

Alternative: Anlagemünzen

Schmuck zu verkaufen ist nur in Ausnahmefällen eine gute Idee – der Wert, den ein jeder persönlich mit einem alten Schmuckstück verbindet wird niemand bezahlen können oder wollen. Und wer sich doch von seinem Besitz trennen möchte oder muss sollte sich vorher mehrere Angebote einholen und sich auf die Expertise eines ehrlichen Händlers setzen. Wer sein Geld in Edelmetall investieren möchte, sollte dies nicht mit Schmuck oder Diamanten versuchen – der Markt ist schwierig zu durchblicken und im Fall von Edelsteinen aus verschiedenen ökonomischen wie ethischen Gründen volatil.

Stattdessen sind heute eine große Anzahl verschiedener Anlagemünzen aus verschiedenen Edelmetallen und mit unterschiedlichen Feingewichten auf dem Markt. Hier ist der Materialwert aufgeprägt und eine Anlagemünze wie ein südafrikanischer Krügerrand kostet in der Anschaffung auch nur wenig mehr, als sein Materialwert. Wer wirklich möglichst nah an den reinen Materialwert mit seiner Investition kommen möchte, sollte in Barren investieren – hier sorgen die niedrigen Produktionskosten für einen Preis nah am Materialwert.

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