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Die Vorbereitung beginnt im Herbst – 10 Tipps für einen winterfesten Garten

25.10.2017

  • Den Garten winterfest machen, das bedeutet mehr Arbeit als bloß das Laub zu rechen. © fotolia.com / Tom

    Den Garten winterfest machen, das bedeutet mehr Arbeit als bloß das Laub zu rechen. © fotolia.com / Tom Bayer

Ohne die Kälte des Winters gäbe es die Wärme des Frühlings nicht. Und ohne die Gartenarbeit vor dem Winter gäbe es im Frühjahr und Sommer keine prächtigen Gärten. Für alle, die einen grünen Daumen haben, heißt das: Es gibt im Herbst noch viel zu tun, ehe der Winter ins Land zieht. Was genau, das erfahren sie hier.

  1. Die letzte Ernte einholen

An einem sonnigen Herbsttag sollte man in aller Ruhe durch den Garten streifen und schauen, welches Gemüse noch einmal geerntet werden kann, bevor der Winter einbricht. Gurken, Kürbisse, Lauchzwiebeln, Zucchini und Zwiebeln werden dem Gemüsebeet entnommen und Äpfel, Birnen, Brombeeren und Zwetschgen von den Bäumen bzw. Sträuchern gepflückt. Knollenpflanzen und Wurzelgemüse wie Fenchel, Kartoffeln, Karotten, Radieschen und Rote Beete sind jetzt genauso erntereif wie Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Spitzkohl, Rotkohl, Weißkohl und Wirsing. Zu guter Letzt geht es ins Gewächshaus, denn auch hier findet man zum letzten Mal im Jahr erntefrische Auberginen, Chicorée, Paprika und Tomaten. Spätestens nach der ersten frostigen Nacht sollten auch die noch grünen Tomaten entnommen werden. Diese können auf der Fensterbank in der warmen Stube nachreifen.

  1. Gemüse und Früchte einlagern

Wer sein Gemüse und seine Früchte dem Garten entnommen hat und nicht alles davon in den kommenden Tagen verbrauchen kann, der sollte seine Ernte entweder einkochen, einfrieren, trocknen oder einlegen:

· Einkochen, z.B. Birnen, Erbsen, Karotten, Kirschen, Pfirsiche, Rote Bete

· Milchsaures Einlegen, z.B. Bohnen, Gurken, Kohlgemüse, Möhren, Paprika.

· Trocknen, z.B. Äpfel, Aprikosen, Kräuter, Pflaumen, Pilze und Tomaten, Pilze

· Marmelade herstellen, z.B. Brombeeren, Birnen und Pfirsiche

Kartoffeln dagegen steckt man am besten in einen Leinensack oder in eine Holzkiste und lagert sie in einem trockenen und dunklen Raum oder einer entsprechenden Speisekammer. Obst lässt sich generell auch gut einfrieren mit Ausnahme von grünen Trauben und einigen Pflaumen- und Kirschsorten. Um in der Gefriertruhe Platz zu sparen, ist es sinnvoll, größere Früchte wie Äpfel, Birnen oder Pflaumen zu Mus zu verarbeiten.

  1. Gemüsebeet umgraben

Nach der vorwinterlichen Ernte ist das Gemüsebeet weitestgehend leer. Doch soll man es jetzt auch umgraben? Das hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab. Handelt es sich um einen schweren Boden, macht es durchaus Sinn das Beet Ende Oktober bzw. Anfang November umzugraben, damit sich der Frost im Boden ausbreiten kann, denn das ist durchaus vorteilhaft. Gärtner sprechen hierbei von Frostgare, denn durch das Gefrieren des Wassers zu Eiskristallen werden größere Erdklumpen aufgesprengt. Die Erde ist dann im Frühjahr aufgelockert und damit ideal, um neue Pflanzen zu setzen.

  1. Pflanzen beschneiden

Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn wer seine Pflanzen zu stark beschneidet, der nimmt auch nützlichen Insekten ihre Lebensgrundlage während der kalten Wintertage, denn diese verstecken sich gerne in den Stängeln und Samenkapseln. Um die Insekten zu schützen, sollte man daher den Beschnitt der Triebe auf das kommende Frühjahr vertagen. Viele der Triebe sind dann wieder trocken und lassen sich einfach abbrechen. Auch die Obstbäume sollten erst Anfang März beschnitten werden, da ihre Wunden im Frühjahr deutlich besser verheilen als im Winter. Der Ordnungsschnitt vor dem Winter dient also lediglich ästhetischen Gründen und sollte von Pflanzenfreunden auf ein Minimum reduziert werden. Auch Ziergräser müssen nicht geschnitten werden. Viel mehr empfiehlt es sich, diese zusammenzubinden, damit möglichst wenig Wasser in das Innere der Pflanzen eindringt. Die Knollen empfindlicher Begonien, Gladiolen und Dahlien sind dagegen nicht winterhart, daher müssen ihre Knollen ausgegraben und eingelagert werden.

  1. Kälteschutz für Pflanzen beachten

Welche Pflanzen brauchen im Winter besonderen Schutz? Um diese Frage zu beantworten. Empfiehlt sich ein Blick auf eine spezielle Karte, welche die sogenannten USDA-Zonen verzeichnet. Alle Pflanzen mit einem zu niedrigen Winterhärtegrad sollte man zum Überwintern ins Haus holen, allen voran empfindliche Kübelpflanzen. Diese sollte man entweder im Wintergarten bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius oder in einem unbeheizten Zimmer mit viel Tageslicht aufstellen. Der Winterhärtegrad steht in der Regel auf dem Etikett einer Pflanze oder kann beim Fachhändler erfragt werden. Mit dem richtigen Schutz aus Laub, Jute oder Vlies können viele Pflanzen auch im Freien den Winter überstehen. Rosen dagegen sollten am besten mit einer etwa 15 Zentimeter hohen Erdschicht vor dem Frost schützen.

  1. Den Rasen pflegen

Laubhaufen an sich sind nichts Verkehrtes. Im Gegenteil, sie bieten sogar Tieren Schutz.  Speziell im Herbst allerdings sollte man den Rasen im Garten stets frei davonhalten, da ansonsten unter der Blätterschicht Fäulnis entstehen kann, welche die Graswurzeln nachhaltig beschädigt. Bevor man jetzt einfach zu einem Laubsauger greift, sollte man Bedenken, dass damit mehr Insekten getötet werden als mit einem Laubrechen, der zudem weniger in der Anschaffung kostet, deutlich leiser in der Handhabe ist und ein vergleichbares Ergebnis liefert. Nachdem Entfernen des Herbstlaubes sollte man den Rasen noch einmal mähen, jedoch nicht kürzer als 5 Zentimeter, ansonsten verliert der Boden einen Teil seiner eigenen Schutzmechanismen. Zusätzlich kann man den Rasen mit einem kalibetonten organischen Herbstdünger gegen den kräftezehrenden Winter stärken, denn dieser sorgt für einen verbesserten Frostschutz, festigt die Zellen der Pflanzen und beugt so Krankheiten vor.

  1. Teich auf Winter vorbereiten

Wer einen Gartenteich hat, der sollte diesen, wie auch die darin lebenden Fische, auf die Strapazen des Winters vorbereiten. In den kalten und frostigen Monaten kommt es im Teich zur Zersetzung der organischen Masse, daher sollte man alle absterbenden Seerosen und das herabgefallene Laub aus dem Wasser entfernen. Die Fische sollten mit energiereichem Granulat gefüttert und letzte Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

  1. Obstgehölze einsetzen

Wer neue Obstgehölze anpflanzen möchte, sollte dies vor dem ersten Frost tun, den bis dieser einsetzt, wachsen die Faserwurzeln weiter, was die Versorgung der Pflanzen in den Wintermonaten sicherstellt. Zuerst befüllt man das Pflanzloch mit Kompost, um dem Obstgehölz ausreichend Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Dann werden die Wurzelballen vor dem Einsetzen leicht zerrissen. Nach dem Einpflanzen wird noch einmal die Pflanzstelle so lange begossen, bis der Boden pampig wird. Damit man im kommenden Sommer und Herbst Äpfel oder Süßkirchen ernten kann, muss man die richtige Mischbepflanzung beachten, denn nur so können diese Bäume ihre Früchte entwickeln. 

  1. Zwiebelblumen pflanzen

Der Oktober ist der ideale Monat um Zwiebelblumen zu pflanzen, denn wie die Obstgehölze, bilden auch die Zwiebelblumen noch vor Einsatz des ersten Frostes ihre Wurzel aus und passen sich an ihre neue Umgebung an. Narzissen, Schneeglöckchen oder Tulpen sollte man möglichst rasch und in Gruppen einpflanzen und die verschiedenen Pflanzenarten der Größe nach im Beet anlegen. Schließlich macht eine Zwiebelblume alleine noch keinen blumigen Frühling.

  1. Gartengeräte- und Gewächshauspflege

Im Oktober sollte man sich auch die Zeit nehmen das Gewächshaus gründlich zu reinigen. Tut man dies nicht, kann es zu Moosbildung kommen. Auch Algen, Bakterien und Pilzsporen nisten sich ein und erschweren den Beginn der Gartensaison im Frühjahr. Alle Gartengeräte und -Werkzeuge sollten vor dem Winter noch einmal gereinigt werden, denn das sorgt für den Erhalt ihrer Funktionalität. Nach dem letzten Mähen sollte man den Rasenmäher unbedingt ohne restliches Benzin lagern, denn der Kraftstoff kann in den folgenden Monaten schnell verharzen und so die Treibstoffleitungen und den Vergaser beschädigen. Da Pflanzenschutzmittel bei extremer Kälte ihre Wirkung verlieren können, ja sogar verklumpen können, sollte man diese den Winter über nicht im Schuppen oder in der Garage lagern, sondern besser im Heizungskeller oder sicher verwahrt in der Abstellkammer.