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Hausverkauf: 4 gute Gründe, 4 schlechte Gründe

27.02.2020 - Warum sollte man ein Haus, Doppelhaushälfte oder eine Eigentumswohnung verkaufen? Nun, dafür gibt es für jeden ganz unterschiedliche Gründe. Allerdings: Manche davon sind besser als andere.

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    © unsplash.com / Christopher Harris

Was sind gute Gründe für den Verkauf eines Hauses?

1 - Trennung: Nicht erst seit dem Preisanstieg für Immobilien, der durch eine Kombination aus niedrigen Zinsen und Fachkräftemangel in den vergangenen Jahren so stark befeuert wurde, können sich viele Deutsche Wohnraum im Eigenbesitz nur deshalb leisten, weil sie zu zweit sind.

Doch Liebe ist bei vielen nicht für die Ewigkeit bestimmt. Kommt es zur Trennung der ehemals Liebenden, wird die Immobilie häufig entweder komplett unhaltbar oder zumindest werden Abtrag und/oder Unterhalt für den verbliebenen Partner zu einer untragbaren finanziellen Bürde. In dem Fall ist der Verkauf mehr als gerechtfertigt. Denn es besteht das große Risiko, sich bei einem verzweifelten Halteversuch auf Jahrzehnte hinaus in die wirtschaftliche Bredouille zu bringen. 

2 - Altersbedingte Landflucht: So unschön es auch ist, dass immer mehr ländliche Gemeinden aussterben, so wenig hat man es als Einzelner in der Hand, daran etwas zu verändern – wegen einer Handvoll Bewohner bleibt kein Eckladen, keine Arztpraxis vor Ort, dahinter stehen viel größere wirtschaftliche Erwägungen – und Unterstützungsaktionen wie in Brandenburg sind nach wie vor die große Ausnahme.

Wenn man nicht mehr die/der Jüngste ist, ist es durchaus probat, der damit einhergehenden eingeschränkten Mobilität, der größeren Angewiesenheit auf medizinische Infrastruktur und vielleicht auch einem gänzlich altersgerechteren Umfeld Rechnung zu tragen und seine bisher bewohnte Immobilie zu veräußern. Das mag vielleicht ein Abschied eines jahrzehntelang bewohnten Heimes darstellen, aber wenn sich damit die eigene Lebensqualität und Versorgungssicherheit massiv steigern lässt, ist Sentimentalität fehl am Platz.

3 - Den Boom mitnehmen: Warum bezeichnet man Immobilienbesitz auch als Betongold, Altersvorsorge und dergleichen? Ja, auch weil Immobilien sicher und (wert-)beständig sind. Aber auch deshalb, weil sie durchaus einen guten Gewinn durch Veräußerung abwerfen können. Und warum sollte man nicht die Tatsache, in einer boomenden Region zu leben, als Anlass nehmen? Denn nicht nur, dass Booms Wertsteigerungen bedeuten, sondern, dass mit ihnen oft auch unerwünschte Nebenwirkungen wie Gentrifizierung einhergehen, durch welche die gefühlte Lebensqualität für einen selbst hier sowieso demnächst sinkt.

Nehmen wir als Beispiel Hannover: Die Großregion ist einer der größten Boomer der Republik. Wer im Umfeld dieser Stadt lebt, hätte derzeit allen Grund, sich an einen Spezialisten für die Region Hannover zu wenden, damit dieser bei einem schnellen Veräußern der Immobilie zu einem guten Preis hilft – natürlich gilt das 1:1 auch für andere Regionen. Booms kommen und gehen, sie nützen jedoch nur denen, die sie gewinnerzielend nutzen.

4 - Erbschaft in schlechter Lage: Ein Gutteil aller Immobilienbesitzer kam ungeplant zu diesem Status, weil eine nahestehende Person sie im Testament bedachte. Doch was tun, wenn das Haus in einer Region liegt, die nicht bloß nicht boomt, sondern sich sogar auf dem absteigenden Ast befindet?

Auch dann ist es das Beste, zu veräußern – und zwar schnellstmöglich, bevor die Immobilie Tag für Tag weiter an Wert verliert. Denn dann gibt es auch keine Alternative, etwa das Vermieten.

Was sollte man noch einmal bedenken, wenn ein Haus verkauft werden soll?

1 - Erbschaft in guter Lage: Ein Haus in einer guten Lage zu erben, klingt nach der perfekten Gelegenheit, jetzt einen guten Schnitt zu machen, indem man es veräußert. Kann funktionieren, kann aber durchaus die falsche Option sein. Denn wenn man nicht dort wohnt, es einem also egal sein kann, wie stark Gentrifizierung dort künftig noch wirken wird, wäre Halten die bessere Wahl.

Denn: Sofern die Immobilie jetzt keine akuten Mängel hat, die einen Gutteil der Verkaufssumme auffressen würden, kann es sich langfristig viel mehr rentieren, das Gebäude zunächst zu vermieten. Das bringt für die kommenden Monate und Jahre regelmäßige, angenehm planbare Einkünfte – und vielleicht bekommt man auf diese Weise ja sogar einen Mieter, der später ohne langes Suchen als Verkäufer infrage käme – eine sehr seltene Win-Win-Win-Situation. Denn es gilt die alte Regel „Verkauf bricht nicht Miete“.

 

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2 - Unvergleichlich gutes Spontanangebot: Jeder kennt den Spruch vom Angebot, das jemand nicht ablehnen kann, das zu gut ist, um wahr zu sein. Es mag im Alltag viele Gelegenheiten geben, zu denen man die ausgestreckte Hand ergreifen und verkaufen sollte; Immobilien gehören allerdings nicht dazu.

Ihr Wert ist in aller Regel mindestens fünfstellig. So viel Geld hat kaum jemand auf der hohen Kante, um es sinnlos zu verschleudern. Bekommt man dementsprechend ein spontanes Angebot, das viel zu gut ist, also ordentlich über dem tatsächlichen Wert liegt, sollten alle Alarmglocken schrillen. Warum will jemand mehr für etwas ausgeben als es wert ist? Bei einer absoluten Luxusimmobilie vielleicht, weil es sein Traumobjekt ist. Bei Normalverbraucher-Immobilien mutmaßlich eher, weil da jemand ein Traumgeschäft wittert – das wäre etwa der Fall gewesen, wenn vergangenen Sommer jemand ein Haus in dem brandenburgischen Örtchen Grünheide gewollt hätte, das einige wenige Monate später als Sitz für Teslas neue Fabrik bekannt wurde.  

3 - Frische Liebe: Ja, „eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Allerdings sollte selbst die größte Verliebtheit einen nicht zu spontanen Aktionen verleiten. Das gebietet schon die Vernunft und erstreckt sich ganz besonders auf den Bereich Immobilien. Natürlich, die Liebe ist der häufigste Grund für einen Umzug. Aber bitte nicht Hals über Kopf.

Denn so, wie man selbst als Mieter seinen Vertrag nicht hauruck-artig kündigen sollte, um mit seiner neuen Flamme zusammenzuziehen, sollte man es doppelt als Immobilienbesitzer halten. Gerade weil es hier um so viel Geld geht und eine frische Liebe erst noch beweisen muss, dass beide Partner auch im gemeinsamen Alltag nach einigen Monaten die Welt noch rosarot sehen. Erst dann sollte man über einen Verkauf nachdenken – und auch dann prüfen, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn der Partner mit einzieht. Das gilt vor allem, wenn er kein Immobilienbesitzer ist.

4 - Starker Renovierungsbedarf: Hierbei handelt es sich um eine enorme Zwickmühle. Denn das Sanieren, auch nur Renovieren eines Gebäudes ist zumindest zeitaufwendig, kostet in den meisten Fällen selbst bei simplen Maßnahmen eine entsprechende Summe. Just hier, ganz besonders im Fall von Erbschaften, durch die viele bislang nicht gültige Sanierungspflichten auf den Neubesitzer übergehen, entscheiden sich viele: „Verkaufen, bevor es zu einem Eurograb wird“.

Das allerdings kann auch stark nach hinten losgehen, so verständlich und logisch es auch anmuten mag. Denn selbst in der heutigen Phase der Wohnungsnot ist nicht jede Immobilie ein Verkaufsgarant. Gerade wenn die Aussicht besteht, nach dem Kauf nicht nur Geld investieren zu müssen, um die Immobilie auf den eigenen Geschmack anzupassen, sondern noch mehr zu benötigen, um die gesetzlichen Mindestpflichten zu erfüllen, winken viele ab. Bedeutet, mit etwas Pech findet man gar keinen Käufer, selbst wenn die Lage okay ist. Umgekehrt gilt jedoch, dass sich gerade jetzt Investitionen stark auszahlen – denn was die große Masse der Suchenden wünscht, sind Immobilien, die direkt bezugsfertig sind.

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