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Mieten in der Schweiz: Etwas anders als hierzulande

21.08.2019 - Wer sich bei den Eidgenossen ein Haus oder eine Wohnung mieten möchte, muss bei gewissen Details anders denken, als er es aus Deutschland gewohnt ist.

  • Die Schweiz. Wer sich in ein solches Traum-Panorama per Haus und Wohnung einmieten will, muss etwas anders vorgehen als hierzulande.  © unsplash.com / Tim Trad

    Die Schweiz. Wer sich in ein solches Traum-Panorama per Haus und Wohnung einmieten will, muss etwas anders vorgehen als hierzulande. © unsplash.com / Tim Trad

Vielleicht soll es ein Wochenend- und Ferienhäuschen sein. Vielleicht wird man aber auch von seinem Arbeitgeber zum Expat gemacht, der künftig von der Schweiz aus seinen Job verrichten soll. Es gibt viele Gründe, warum es für einen Deutschen notwendig sein wird, in der Alpenrepublik Haus oder Wohnung zu mieten. Sie alle eint jedoch, dass dabei die richtigen Schritte eingehalten werden wollen. Welche das sind, erklärt der folgende Artikel.

1. Sich über die Marktlage klarwerden

Dazu muss man zunächst verstehen, dass der Schweizer Wohnungsmarkt lange Jahre extremer Anspannung hinter sich hat, die sich erst vor wenigen Jahren (etwas) löste, aber trotzdem noch weit davon entfernt ist, universell entspannt zu sein.

Das bedeutet, je nach Region ist es nach wie vor vergleichsweise schwierig, überhaupt eine Wohnung zu finden. Der erste Schritt muss deshalb darin bestehen, sich auf einschlägigen Immobilienportalen überhaupt einen Überblick zu verschaffen, wie die Preise dort aussehen – auch in der Schweiz gibt es teils dramatische regionale Unterschiede in den Quadratmeterpreisen.

Generell darf man ob des höheren Median-Lohnniveaus in der Schweiz davon ausgehen, dass man pro Quadratmeter mehr bezahlen muss als hierzulande. Deshalb ist es auch wichtig, diesen Schritt als allererstes zu gehen – denn dieses Mietniveau wird, zumindest wenn man aus beruflichen Gründen dort wohnen muss, auch ein wichtiger Anlass für etwaige Gehaltsverhandlungen sein.

2. Auf multiplen Wegen gleichzeitig suchen

Wenn man nur auf ein Pferd setzt, ist man darauf angewiesen, dass es gewinnt. Gerade auf dem Schweizer Wohnungsmarkt wäre das fatal, zumindest aber würde es dafür sorgen, dass man unnötig lange nach einer Wohnung suchen müsste.

So früh wie möglich sollte man deshalb damit beginnen, sich in das System einzuklinken, um zu verhindern, dass einem gute Angebote durch die Finger rutschen:

• Seiten der jeweiligen Stadt auf sozialen Netzen (auch privater Natur)

• Künftige Kolleginnen und Kollegen

• Immobilien- und Kleinanzeigenseiten der jeweiligen Stadt

• Portale von Baugenossenschaften und Immobilienverwaltungen

• Webseiten von Banken und Maklern

Sie alle sind die kostenlose Lösung, die man nutzen sollte, bevor man anfängt, Geld für die Wohnungssuche auszugeben – zu dieser Nutzung gehört es natürlich auch, selbst Anzeigen zu schalten.

Allerdings: Gerade in boomenden Regionen sollte man sich darauf einstellen, auf diese Weise nicht ans Ziel zu gelangen. In dem Fall empfiehlt es sich, sich auf dem Portal der Schweizerischen Maklerkammer nach einem Experten umzusehen und diesen mit der Suche zu beauftragen.

Wichtig für berufsbedingte Umzügler: Hier sollte man mit dem Arbeitgeber klären, ob er die Maklerkosten zumindest teilweise übernimmt.

3. Die Miet-Realitäten kennen

In Deutschland bedeutet eine vermietete Wohnung in aller Regel, dass diese „komplett“ leer ist. Das gilt so auch für Häuser. In der Schweiz hingegen gibt es von dieser Regel eine gewisse Abweichung.

In den meisten Wohnungen (Ausnahmen bestätigen die Regel) wird zumindest eine Einbauküche bereits vorhanden sein. Auch das Badezimmer ist bereits häufig mit Spiegelschrank und vielen weiteren Details bestückt – gut für den Geldbeutel und den Umzugsaufwand, weniger gut für die Entfaltung des persönlichen Einrichtungsgeschmacks.

Auch was die restliche Einrichtung anbelangt, sollte man sich darauf einstellen, weniger frei sein zu können als es in Deutschland der Fall ist. Bestes Beispiel: Tapeten. In Deutschland ist es grundsätzlich gestattet, eine Mietwohnung neu zu tapezieren. In der Schweiz hingegen sind nur kleinere Änderungen erlaubt – das Bohren von Löchern für Dübel, um Bilder aufzuhängen beispielsweise. Alle anderen Änderungen bedürfen jedoch der Zustimmung des Vermieters.

Das aber zentral wichtigste Miet-Detail ist folgendes: In der Schweiz wird nicht so „unreguliert“ aus- und eingezogen wie in Deutschland. Dort gibt es die sogenannten „Zügeltermine“. Das sind regelmäßig wiederkehrende Termine, zu denen Wohnungen gekündigt und neu vermietet werden.

Sie unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Wichtig dabei ist, dass es dadurch nur gewisse Fenster gibt, zu denen eine Wohnung frei wird – wer nämlich außerhalb der Zügeltermine kündigt, muss gemäß Schweizer Mietrecht selbst einen Nachmieter organisieren. Das kommt zwar auch häufig vor, aber zu den offiziellen Terminen ist meist sehr viel mehr „los“.

Schweizerische Wohnungen verfügen tendenziell über eine bessere Grundausstattung als ihre deutschen Pendants. Einbauküchen sind recht häufig bereits vorhanden.   © unsplash.com / Naomi HérbertSchweizerische Wohnungen verfügen tendenziell über eine bessere Grundausstattung als ihre deutschen Pendants. Einbauküchen sind recht häufig bereits vorhanden. © unsplash.com / Naomi Hérbert

4. Die finanziellen Eigenheiten kennen

Wie bereits angekündigt unterscheidet sich das Mieten in der Schweiz vor allem in Details von den deutschen Verhältnissen. Das gilt auch für das Finanzielle.

Hat man eine Wohnung im Auge, wird man nicht umhinkommen, dem Vermieter Nachweise darüber zu erbringen, dass man liquide ist. Schweizer Bürger nutzen dazu eine Auskunft der ZEK – die Zentralstelle für Kreditinformation; sie kann man sich wie die schweizerische Variante der hiesigen Schufa vorstellen.

Als Deutscher, der noch nie in der Schweiz gewohnt hat, wird man in den ZEK-Datenbanken jedoch nicht auftauchen. Es empfiehlt sich deshalb (am besten zu jedem Besichtigungstermin) ein „Nachweis-Paket“ mitzubringen, bestehend aus:

• Einer Kopie des Arbeitsvertrags.

• Ggf. jüngste Gehaltsnachweise (falls diese in Euro sind, am besten mit Umrechnung in Franken).

• Eine deutsche Schufa-Eigenauskunft, damit der Vermieter sieht, dass man keine Schulden hat bzw. sonst keinen negativen Background.

Dabei sollte man nicht darauf vertrauen, einen „Deutschen-Bonus“ zu bekommen. Jeder Vermieter wird hier genau so streng sein wie bei Einheimischen.

Zudem wird auch in der Schweiz eine Mietkaution (auch Mietzinsdepot genannt) gefordert. Diese beträgt ein bis drei Monatsmieten und wird oft über ein Bankdepot reguliert. Dabei sollte man die Tatsache nutzen, dass man die Mietkaution in der Schweiz auch über Drittanbieter klären kann. In dem Fall zahlt man eine Jahresprämie, der Anbieter tritt als Bürge für die Kaution ein. Das hat einerseits den Vorteil, dass man keine drei Monatsmieten blockieren muss. Zum anderen bekommt man einen schweizerischen Nachweis für den Vermieter – dem viele Schweizer mehr trauen.

5. Unbedingt anmelden

Die Miet-Immobilie ist gefunden; alles ist in die Wege geleitet, der Umzug kann losgehen Doch auch wenn diese Tage für die meisten Expats von ziemlichem Stress gekennzeichnet werden, darf man eines nicht versäumen: Den Amtsgang.

Für alle, die als Expat dauerhaft dort leben werden, ist es zwingend notwendig, sich eine Aufenthaltsbewilligung zu besorgen, mit der man legal länger als drei Monate in der Schweiz leben und arbeiten darf.

• Arbeitsvertrag

• Mietvertrag

• Personalausweis oder Reisepass

Damit muss man sich zum Amt des künftigen Wohnortes begeben und sich offiziell registrieren lassen – da man als Deutscher EU-Bürger ist, ist das vergleichsweise einfach.

Und ganz wichtig: Nachdem man umgezogen ist, wird man sich binnen 14 Tagen ganz offiziell für diesen Wohnort anmelden müssen. Wer das nicht tut, riskiert ein teures Bußgeld.

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