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Winterwut in Mainz: RB-Coach Nagelsmann mächtig sauer

24.01.2021 - Seine Winter-Wut kann Julian Nagelsmann nur schwer kaschieren. Der ehrgeizige Coach ist bedient, weil seine Leipziger im Fernduell mit den Bayern immer wieder patzen. Die offensive Ideenlosigkeit gegen Mainz verheißt für die Rückrunde nicht viel Gutes.

  • Sah in Mainz nicht viel Erwärmendes: RB-Coach Julian Nagelsmann. Foto: Hasan Bratic/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sah in Mainz nicht viel Erwärmendes: RB-Coach Julian Nagelsmann. Foto: Hasan Bratic/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach seiner kurzen Wutrede gegen den Schiedsrichter flüchtete sich der frustrierte Julian Nagelsmann in Fatalismus.

«Es ist völlig scheißegal. Wenn wir solche Spiele nicht gewinnen, dann werden wir auch nicht Meister, wenn Bayern Punkte abgibt», schimpfte der Chefcoach von RB Leipzig nach dem ganz bitteren Rückschlag bei Abstiegskandidat FSV Mainz 05. Das 2:3 (2:2) trotz zweimaliger Führung zeigte Nagelsmann einmal mehr, wie labil und verwundbar sein Team im Kampf um die ganz großen Titel noch immer ist.

Doch anders als im Vorjahr, als Nagelsmann seine Profis nach einem 0:2 in Frankfurt mit einer bemerkenswerten Gipfelkreuz-Rede gerügt hatte, sprach der 33-Jährige diesmal mit einem gehörigen Schuss Zynismus. «Grundsätzlich müssen wir über Bayern nicht sprechen, wenn wir die Spiele nicht gewinnen. Wenn wir alles verlieren und Bayern alles verliert, sind sie weiter vor uns», sagte Nagelsmann nach dem tristen Nachmittag, an dem er schon während der turbulenten 90 Minuten wütend geschimpft hatte, was Referee Christian Dingert «für eine Scheiße» pfeife.

Auf dem Rasen der Mainzer Arena knöpfte sich Nagelsmann nach Spielende noch einmal den Unparteiischen vor. Was er Dingert konkret und lautstark vorwarf, wollte Leipzigs Trainer im Anschluss aber nicht mehr kommentieren. Sicher spielte auch eine gehörige Portion Frust über die dritte Saisonniederlage, die Nagelsmann als «verdient» bezeichnete, mit in die Verbalattacke.

An einem Spieltag, an dem auch Dortmund und Leverkusen ihre Spiele verloren, hätte sich Leipzig ganz unabhängig von Bayern und der Meisterfrage auf Rang zwei festsetzen und das Polster nach hinten ausbauen können. Zu den gedämpften Titelträumen sagte Leipzigs Kapitän Marcel Sabitzer: «Da hast du keinen Anspruch drauf, wenn du gegen einen Abstiegskandidat verlierst und drei Gegentore bekommst, dann brauchst du nicht von irgendwas vorne reden.» Stattdessen müsse man schauen, in der kommenden Woche wieder zu punkten. Dann ist Rivale Leverkusen bei den Sachsen zu Gast.

Beim 2:3 nach zweimaliger Führung durch Tore von Tyler Adams und Nationalspieler Marcel Halstenberg frustrierten den Spitzenclub vor allem die schwach verteidigten Standards, die zwei Tore des sonst eher ungefährlichen Mainzer Verteidigers Moussa Niakhaté einbrachten.

«Zwei von den drei Toren darfst du nicht kriegen. Wenn du drei Tore kriegst, wird es immer schwer», sagte Nagelsmann, der in seinen Analysen auch immer wieder auf die mangelhafte Qualität des Rasens in Mainz hinwies. Daneben lieferten die Profis um Halstenberg und Sabitzer jede Menge Standardsätze («wollten gewinnen», «nicht gut genug verteidigt»), um die Enttäuschung in Worte zu fassen.

Nach dem dritten Mainzer Tor durch Leandro Barreiro brachte Trainer Nagelsmann alle seine Offensivkräfte auf den Platz. Große Chancen hatte der Champions-League-Halbfinalist der Vorsaison trotzdem nicht mehr. «Der Impact war auch nach den Wechseln nicht so groß. Das war kein super anschauliches Bundesliga-Spiel», bilanzierte Nagelsmann. Abwehrspieler Willi Orban fügte an, man ärgere sich über die gezeigte Leistung und individuelle Fehler. «Das sind die Kleinigkeiten, die in der Bundesliga bestraft werden.»

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