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Darauf sollte man beim Fahren mit Anhänger achten

02.08.2018 - Einen Pkw mit Anhänger zu fahren, kann für Ungeübte eine große Herausforderung sein. Auf gleich mehrere Dinge muss man dabei achten.

  • Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS ©

    Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS © KÜS

Frage: Kommenden Monat muss ich umziehen und dabei zum ersten Mal seit Jahren mit einem Anhänger fahren. Worauf sollte ich dabei als Ungeübter achten?

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS: Wer ein Pkw mit Anhänger bewegt, muss in mehreren Punkten umdenken. Die Außenabmessungen verändern sich deutlich, wie auch das Fahrverhalten im Vergleich zum Solo-Pkw. Vor allem das Rangieren dürfte Ungeübten einiges abverlangen.

Zunächst einmal sollten Sie allerdings prüfen, ob Sie für den entsprechenden Hänger die nötige Fahrerlaubnis besitzen. Wenn Sie den einfachen Pkw-Führerschein besitzen (Führerscheinklasse B), dürfen Sie bis zu 750 Kilogramm schwere, also nur vergleichsweise kleine Hänger fahren. Es sind auch Gefährte mit höherem Gewicht erlaubt, sofern die Kombination aus Auto und Hänger 3,5 Tonnen nicht überschreitet. Wer zusätzlich zur Führerscheinklasse B die Schlüsselzahl 96 besitzt, darf ebenfalls über 750 Kilogramm wiegende Hänger ziehen, das Gespanngewicht ist hier allerdings auf 4,25 Tonnen beschränkt. Wer Inhaber der Führerscheinklasse BE ist, kann Hänger bis 3,5 Tonnen Gesamtmasse und somit ein Gespann bis maximal 7 Tonnen bewegen. Hat man seinen Pkw-Führerschein vor 1999 gemacht, ist man automatisch im Besitz der Klasse BE, andere müssen diese Ergänzungsklasse in einer Fahrschule erwerben.

Bringen Sie die nötigen Voraussetzungen sowie den passenden Hänger und ein Auto mit entsprechender Kupplung mit, gilt es, beide miteinander zu verkoppeln. Dazu fährt man rückwärts mit dem Zugfahrzeug möglichst nahe an den sicher auf einer idealerweise ebenen Fläche geparkten Hänger heran. Anschließend zieht man den Hänger händisch an den Kupplungshaken des Zugfahrzeugs heran und legt die Deichsel des Hängers so auf, dass diese einrastet. Danach sollte man die bei gebremsten Hängern vorhandene Sicherungsschlaufe sowie das Stromkabel ans Zugfahrzeug anschließen, das Stützrad hochfahren und überprüfen, ob Abblend- und Bremslicht am Hänger funktionieren.

Beim Beladen des Hängers sollten Sie darauf achten, schwere Gegenstände möglichst tief und nah an der Achse und im Bereich zwischen Achse und Deichsel zu positionieren. Außerdem gilt es, auf die zulässige Stützlast, die Achslast und das Gesamtgewicht zu achten sowie das Gepäck nötigenfalls mit Spanngurten gegen ein Verrutschen sichern.

Die wirklich große Herausforderung wartet im Fahrbetrieb. Kritisch sind vor allem Kurvenfahren und das Rückwärtsrangieren. Grundsätzlich sollte man ein Gespann vorsichtig und langsam bewegen und dabei möglichst die Übersicht behalten. Wer unsicher ist, sollte häufiger die Position und das Verhalten des Hängers im Rückspiegel beobachten, um ein Gefühl für den Hänger zu entwickeln. Wichtig bei Kurvenfahrten: Hier sollte man grundsätzlich einen größeren Radius einplanen und entsprechend weiter ausholen.

Besonders schwierig und leider in der Praxis kaum vermeidbar ist das Rückwärtsrangieren. Wer dabei unsicher ist, sollte sich vom Beifahrer einweisen lassen. Intuitiv lenken Anfänger gern in die genau falsche Richtung, doch wenn der Anhänger nach rechts drehen soll, muss der Pkw zuerst nach links lenken. Hat der Anhänger den Richtungswechsel vollzogen, kann man wieder wie gewohnt lenken. Wer sich mit den Besonderheiten des Gespannfahrens vertraut machen will, sollte auf einem leeren Parkplatz üben oder ein spezielles Fahrtraining absolvieren.

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