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Widersprüchliche CO2-Werte

12.09.2019 - Die Angaben zu den CO2-Emissionen von Autos weichen derzeit in Prospekten und den Fahrzeugscheinen voneinander ab. Das hat einen Grund.

  • Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der KÜS ©

    Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der KÜS © KÜS

SP-X/Köln. Frage: „Für meinen neuen Kombi sind die Angaben zum CO2-Ausstoß im Fahrzeug-Konfigurator niedriger als im Fahrzeugschein. Hat der Hersteller hier etwa geschummelt?“

Antwort von Hans Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Zwei unterschiedliche und damit vermeintlich widersprüchliche Angaben zu den CO2-Emissionen sind derzeit allgemeine Praxis. Hintergrund dafür ist die 2018 erfolgte Umstellung auf das WLTP-Messverfahren, welches für praxisnähere und damit meist höhere Angaben bei Verbrauch und CO2-Emissionen sorgt. Über das Kraftfahrtbundesamt werden Fahrzeuge seit dem 1. September 2018 nur noch auf Grundlage dieser WLTP-Werte zugelassen. In den Fahrzeugpapieren finden sich deshalb nur noch Angaben auf Basis des neuen Messverfahrens, die zudem als Grundlage zur Bemessung der Kfz-Steuer dienen.

Obwohl nur noch nach WLTP gemessen wird, müssen Autohersteller in ihren Online-Konfiguratoren oder Prospekten weiterhin die veralteten NEFZ-Werte angeben. Dies ist in der seit 2004 gültigen Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) so festgelegt. Die eigentlich veralteten NEFZ-Angaben werden mit Hilfe eines festgelegten Umrechnungsfaktors auf Grundlage der WLTP-Messwerte berechnet. Die Zweigleisigkeit bei den Angaben zu CO2-Emissionen ist eine Übergangslösung. Allerdings wurde noch kein konkreter Zeitpunkt für eine Vereinheitlichung und damit Umstellung der Prospektangaben auf WLTP festgelegt. Wahrscheinlich werden die Daten für die Verbraucherkommunikation erst ab der zweiten Hälfte 2020 auf WLTP-Basis veröffentlicht.“

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