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"Tatort" München: Selbstjustiz mit smarten Puppen

03.12.2018 - Im neuen Münchner "Tatort" namens "Wir kriegen euch alle" haben es die Kommissare Batic und Leitmayr mit Kindesmissbrauch und smarten Puppen zu tun. Der brutale Mord an einer Familie führt sie zu einem komplexen Fall.

  • Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Assistent Kalli haben einen komplexen Fall vor sich. © BR/Michael Schreitel/Tellux-Film

    Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Assistent Kalli haben einen komplexen Fall vor sich. © BR/Michael Schreitel/Tellux-Film GmbH

  • Die Polizeipsychologin versucht mithilfe von Puppen herauszufinden, ob das Kind wirklich missbraucht wurde. © BR/Michael Schreitel/Tellux-Film

    Die Polizeipsychologin versucht mithilfe von Puppen herauszufinden, ob das Kind wirklich missbraucht wurde. © BR/Michael Schreitel/Tellux-Film GmbH

Nach dem Kaffeeautomaten als Mordinstrument und der "KI" als Zeugen, gibt es nun smarte Puppen im Kinderzimmer. Das Thema künstliche Intelligenz und wie sie benutzt werden kann um Verbrechen zu begehen, aber auch aufzuklären, wird im neuen "Tatort" aus München aber nur am Rande behandelt. Vorrangig geht es um Kindesmissbrauch.

Zu Beginn finden sich die Kommissare Batic und Leitmayr in einem tristen Hochhauskomplex wieder. Eine ältere Dame hat Selbstmord begangen. In ihrem Schrank entdecken sie eine noch verpackte Puppe, der sie zunächst wenig Beachtung schenken.
Die Tote hat sich selbst schwarz gekleidet und hält eine Blume in der Hand. Im krassen Gegensatz dazu: der nächste Tatort. Eine Familie wurde brutal ermordet. Der Täter hat Botschaften mit Blut an die Wände geschrieben. Zuvor sieht man, wie das Kind mit seiner Puppe spricht, die sagt ihr, dass der Weihnachtsmann kommt und sie ihn hereinlassen soll. Der Weihnachtsmann, das ist zu ahnen, hat Böses im Sinn. Er betäubt das Mädchen mit einem Keks. Holt gleich darauf eine Machete hervor.

Schnell kommt der Verdacht auf, dass der Täter den Familienvater ermordet hat, weil er seine Tochter missbrauchte, die Frau gleich mit, weil sie nichts unternahm. Nur die das Kind und das chinesische Au-Pair-Mädchen blieben verschont.

Brenzlig wird es, als die Kommissare dahinter kommen, dass der Täter über Puppen mit Kindern kommuniziert und dass noch über zwanzig weitere davon im Umlauf sind. Viele weitere potentielle Opfer für den brutalen Täter. Dadurch, dass immer wieder die Kinder gezeigt werden, die ihren Puppen ihre Geheimnisse anvertrauen, erfährt man die Abgründe in deren Familien. Die Puppe als Mittel, um die Kinder dazu zu bringen, von ihren Missbrauchserfahrungen zu erzählen. Aber auch, um Selbstjustiz zu üben. Wenn die Puppen sich anschalten, leuchten ihre Augen blau. Der Film bedient sich damit klassischer Elemente des Horror-Genres, auch in der Bildsprache erzeugt er den Grusel eines Psycho-Thrillers, ohne dabei realitätsfern zu werden. Auch schauspielerisch überzeugt dieser "Tatort". Man sieht Jannik Schümann in seiner Nebenrolle einmal von einer ganz anderen Seite.

Es ist eine überzeugende Geschichte, eingefangen mit düsteren, Grauen erregenden Bildern. Als es schließlich einen Verdächtigen gibt, verliert sich ein wenig die Spannung. Am Ende kann der Film dann aber noch einmal mit einer überraschenden Wendung aufwarten. Die Puzzleteile, die hier so intelligent gestreut wurden, fügen sich erst ganz am Schluss zusammen.

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