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Anleger in Deutschland: Ratlos im Zinstief

30.10.2017 - Was Menschen unterschiedlichen Alters und vor ganz verschiedenen Hintergründen sich wünschen und vom Leben erwarten, zeigt das Selbstbestimmt-Video von Swiss Life. Von der Fünfjährigen, die so gern hexen könnte bis zum 85-jährigen Senior, der im Lotto gewinnen möchte – die Sehnsüchte der Menschen sind so bunt wie das Leben selbst. Doch was tun die Menschen hierzulande, um ihren materiellen Wünschen näher zu kommen? Lesen Sie hier, was wir über das Anlageverhalten der Deutschen wissen.

  • So vielfältig wie die Menschen, so auch ihr Anlageverhalten © CCO Creative Commons /

    So vielfältig wie die Menschen, so auch ihr Anlageverhalten © CCO Creative Commons / pixabay

  • In der Anlage sind die Deutschen sind nach wie vor sehr konservativ © CCO Creative Commons /

    In der Anlage sind die Deutschen sind nach wie vor sehr konservativ © CCO Creative Commons / pixabay

Anlagestrategien der Deutschen

Das Anlageverhalten der Deutschen lässt Experten oft rätseln. Sehr sicherheitsbetont, überaus vorsichtig – viele Anleger kommen mit den Niedrigzinsen nicht klar. Ein Großteil ist ratlos, welche Anlagestrategie in dieser Situation angemessen sein könnte und belässt das Vermögen daher auf dem althergebrachten Sparbuch. Dabei wissen oder ahnen sie meist, dass ihr Vermögen so eher abnehmen als wachsen wird.

Das Income-Barometer

Die Investment-Firma J.P. Morgan veröffentlicht regelmäßig das Income-Barometer für Deutschland, das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhoben wird – zuletzt für das zweite Quartal 2017. Die repräsentative Umfrage bildet die Deutschen in ihrem Anlageverhalten und ihrer Risikobereitschaft ab und fragt nach ihren Einstellungen zu Zinsen und Erträgen.

Das Portfolio der Deutschen

In der Anlage sind die Deutschen sind nach wie vor sehr konservativ: 53 Prozent der Befragten im Income-Barometer besitzen Sparbücher, 38 Prozent eine Lebens- oder Rentenversicherung, 13 Prozent Investmentfonds und 9 Prozent Aktien. Damit stellen zinsabhängige Produkte, die kaum Rendite erwirtschaften, die beliebteste Anlageform. Unvorstellbare 2.000 Milliarden Euro liegen nach Schätzungen der Experten in kaum verzinsten Spareinlagen.

Mit dem Aktienmarkt fremdeln die Deutschen dagegen. Allerdings spricht es sich herum, dass mit einem moderaten Risiko weitaus bessere Renditechancen winken: Immerhin 14 Prozent der Befragten trauen sich zu, Schwankungen am Aktienmarkt auszuhalten, wenn sie dafür mittelfristig Renditen von 4 bis 5 Prozent erwarten dürfen. 74 Prozent der Befragten dagegen sind sehr oder eher sicherheitsorientiert – das sind vermutlich die Anleger, die tapfer auf Sparbuch, Tagesgeld und ihre Lebensversicherung setzen.

Männer, Frauen und das liebe Geld

Große Unterschiede zeigen sich in der Einstellung und im Verhalten dem Geld gegenüber zwischen Männern und Frauen. Frauen investieren noch sicherheitsorientierter als Männer, so haben beispielsweise 55 Prozent der Frauen ein Sparbuch (Männer: 50 Prozent) und nur 13 Prozent von ihnen besitzen Wertpapiere (Männer 23 Prozent).

Oft sind fehlende Informationen der Grund für die Unterschiede im Anlageverhalten: So sagen 54 Prozent der Frauen, sie verstünden das Thema Wertpapiere nicht (Männer 50 Prozent). Noch größer ist die Informationslücke beim Thema Dividende: 65 Prozent der befragten Frauen wissen nicht, dass es bei Aktien und Anleihen regelmäßige Ausschüttungen gibt, bei Männern sind es 48 Prozent. Die praktische Folge: Mehr Männer als Frauen investieren in solche Anlagen, die regelmäßig Erträge ausschütten.

Was tun bei niedrigen Zinsen?

Nach zehn Jahren sinkender und niedriger Zinsen könnten die Verbraucher sich an das Zinsumfeld gewöhnt und ihre eigene Strategie entwickelt haben. Doch die Umfrage zeigt, dass beim Thema Zinsen nach wie vor große Verunsicherung herrscht. 18 Prozent der Befragten sind ratlos und wissen nicht, wie sie sich im aktuellen Zinsumfeld positionieren sollen. 19 Prozent setzen nach wie vor auf das Sparbuch/Tagesgeld, obwohl es kaum etwas abwirft.

Ein Teil der deutschen Verbraucher gibt sich dem Konsum hin: 44 Prozent nutzen das Geld lieber, um größere Anschaffungen zu machen, statt es zu sparen. Und nur eine Minderheit von zehn Prozent der Verbraucher sucht aktiv nach Alternativen, die mehr Rendite bringen als Spareinlagen.

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