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Der härteste "Tatort" des Jahres?

12.03.2018 - Harter Tobak: Im neuen Bremer "Tatort" steht das Thema Pflege-Notstand im Fokus. Dieser Fall geht an die Substanz!

  • Horst Claasen (Dieter Schad) alarmiert die Polizei, nachdem er aus Verzweiflung seine Frau (Liane Düsterhöft) getötet hat. © Radio Bremen / Christine

    Horst Claasen (Dieter Schad) alarmiert die Polizei, nachdem er aus Verzweiflung seine Frau (Liane Düsterhöft) getötet hat. © Radio Bremen / Christine Schröder

Ein Thema, das niemanden kalt lässt: Die Bremer "Tatort"-Ermittler Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) sehen sich mit einem gesellschaftlichen Tabuthema konfrontiert - Überforderung durch Pflege bis hin zum Suizid...und Mord?!

Der Rentner Horst Claaßen (Dieter Schaad) tötet seine demenzkranke Ehefrau Senta (Liane Düsterhöft) und will sich danach selbst das Leben nehmen. Vorher informiert er allerdings noch die Polizei, die ihn gegen seinen Willen rettet. Der Grund für seinen Entschluss: Er konnte sich die häusliche Pflege einfach nicht mehr leisten.

Der Gutachter Carsten Kühne (Peter Heinrich Brix) führt die Kommissare in den Alltag von Pflegenden ein, die sich um Angehörige kümmern. Dabei lernen die beiden den toten Winkel des deutschen Pflegesystems kennen. All diese Ungerechtigkeiten hinterlassen Lürsen und Stedefreund fassungslos.

Die persönlichen Schicksale der Figuren schockieren auch die Zuschauer: Eine Frau, die bereit ist, sich für die Einstufung ihrer Mutter in eine höhere Pflegestufe zu prostituieren. Ein junger Familienvater, der um das Leben seiner schwerbehinderten Frau bangt, die von , wie schlecht ausgebildete Pflegerinnen in große Gefahr gebracht wird.

Die Verbindung zwischen all diesen Menschen: Ein korrupter Mitarbeiter des medizinischen Dienstes und ein krimineller Pflegedienst, der die Not seiner Kunden schamlos ausnutzt.

"Im toten Winkel" macht vieles richtig und verknüpft gekonnt Sozialdrama und Krimi. Tatsächlich wirken die Krimi-Elemente in diesem "Tatort" voller feinsinniger Beobachtungen fast etwas deplatziert. Auch der Streit zwischen Lürsen und ihrer Tochter Helen (Camilla Renschke) war vielleicht ein wenig zu dick aufgetragen und hätte nicht sein müssen.

Trotzdem wirkt der Fall lange nach, das Thema Pflegenotstand wird einfühlsam behandelt - und trotz all der Schwermut entlässt einen der "Tatort" mit einem versöhnlichen Ende und einem Funken Hoffnung in die Nacht.

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