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Feuer, Wasser, Sturm - gängige Schäden an Häusern und wie sie sich vermeiden lassen

29.11.2017

  • Wenn Wasserschäden eskalieren, stellen sich schnell Feuchtigkeit und Schimmel ein – im schlimmsten Fall läuft Wasser aus der Wand in die Wohnung.  © fotolia.com / Jakub

    Wenn Wasserschäden eskalieren, stellen sich schnell Feuchtigkeit und Schimmel ein – im schlimmsten Fall läuft Wasser aus der Wand in die Wohnung. © fotolia.com / Jakub Krechowicz

  • Ein Blitzeinschlag kann enorme Folgen für ein Gebäude und seine Bewohner haben. Mittlerweile gibt es jedoch einige Maßnahmen, um einen Blitzeinschlag vorzubeugen.  © fotolia.com /

    Ein Blitzeinschlag kann enorme Folgen für ein Gebäude und seine Bewohner haben. Mittlerweile gibt es jedoch einige Maßnahmen, um einen Blitzeinschlag vorzubeugen. © fotolia.com / Sinuswelle

Das eigene Heim gehört wohl zu den wertvollsten Besitztümern jedes einzelnen. Umso schlimmer ist es, wenn es durch Unfälle oder andere Ereignisse in Mitleidenschaft gezogen wird. Dabei ist niemand ganz gegen solche gefeit. Auch äußerste Vorsicht garantiert keinen 100-prozentigen Schutz vor einem Rohrbruch oder einen Blitzschlag.

Allerdings gibt es Möglichkeiten, Schäden an Häusern – und nicht zuletzt Gefahren für Leib und Leben - schon im Vorfeld weitgehend zu vermeiden. Und ist das Unglück einmal eingetreten, sorgen die richtigen Gegenmaßnahmen dafür, dass sich die Schäden in Grenzen halten. Doch wie lässt sich einem Wasser- oder Brandschaden vorbeugen und wie reagiert man im Ernstfall angemessen?


Wasserschäden – wenn die Wohnung geflutet wird

Hochwassergefährdet ist nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von Haushalten in Deutschland. Meist handelt es sich um diejenigen, die sich in der Nähe von Flüssen befinden. Anders sieht es mit Wasserschäden aus, die durch Leitungswasser entstehen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kommt es deutschlandweit ungefähr alle 30 Sekunden zu einem Leck. Die jährlich gezahlte Versicherungssumme für Leitungswasserschäden beträgt entsprechend mehr als eine Million Euro.

Besonders häufig sind folgende Ursachen verantwortlich für Wasserschäden:

  • Rohrbruch: Am häufigsten entstehen Wasserschäden durch einen Rohrbruch. Dieser kann je nach Lage des Rohrs einzelne Räume oder auch ganze Wohnungen beziehungsweise Gebäude in Mitleidenschaft ziehen. Er lässt sich im Normalfall an sich schnell vergrößernden Wasserflecken an Wänden erkennen.
  • Undichte Leitungen: Oft handelt es sich bei den Verursachern eines Wasserschadens auch um die Leitungen von Waschmaschinen, Spülmaschinen oder ähnlichen Geräten. Sind diese – zum Beispiel durch jahrelangen Gebrauch – undicht geworden, kann Wasser austreten. Häufig bleibt ein solcher Fall lange unbemerkt.
  • Wasser von außen: Dringt Wasser zum Beispiel durch undichte Silikonfugen von außen in die Gebäudehülle ein, kann dies zu nachhaltigen Schäden an der Bausubstanz führen.
  • Unachtsamkeit: Schnell ist es passiert, dass man beim Telefonieren vergisst, dass gerade Wasser in die Badewanne einläuft – unter Umständen ein tragischer Fauxpas.


Gegenmaßnahmen

Ist ein Wasserschaden eingetreten, ist es wichtig, schnell zu handeln, um zu verhindern, dass sich der Schaden ausbreitet, und die Konsequenzen möglichst in Grenzen zu halten. Bei einem Rohrbruch oder einer undichten Leitung empfehlen sich die folgenden Sofortmaßnahmen:

  1. Wasserzufuhr unterbinden, zum Beispiel durch Abdrehen des Hauptwasserhahns
  2. Strom abstellen, um Unfälle zu vermeiden
  3. Ausgetretenes Wasser beseitigen (soweit möglich)
  4. Möbel in Sicherheit bringen und vor Wassereinwirkung schützen
  5. Schäden dokumentieren (durch entsprechende Fotos)

Spätestens dann ist es notwendig, sich an einen Fachmann zu wenden, der dabei hilft, die Schäden zu beseitigen. Außerdem müssen so schnell wie möglich der Hauseigentümer beziehungsweise die zuständige Versicherung kontaktiert werden. Sind größere Mengen Wasser ausgetreten, muss dieses so schnell wie möglich abgepumpt werden. Durch Aufwischen lässt es sich nicht beseitigen.


Vermeidungsstrategien

Vorsorge ist besser als Nachsorge, das gilt auch bei einem Wasserschaden. Doch wie lässt sich einem solchen vorbeugen? Zum Beispiel durch die folgenden Maßnahmen:

  • Für Hausbesitzer gilt: Rohre in Gebäuden regelmäßig auf ihre Funktionalität und Dichtigkeit überprüfen lassen
  • Nicht die Wasch- oder Spülmaschine laufen lassen, wenn man sich außer Haus befindet
  • Sich bei einlaufendem Wasser möglichst nicht ablenken lassen

Hilfreich ist außerdem die Installation von Aquastop-Ventilen an Geräten wie einer Waschmaschine, die bei austretendem Wasser oder einem plötzlichen Druckabfall automatisch die Wasserzufuhr absperren. Wassermelder funktionieren ähnlich wie Rauchmelder und tragen dazu bei, einen Wasserschaden frühzeitig zu erkennen. Denn letztendlich kommt in einem solchen Fall auf jede Sekunde an.


Brandschäden – wenn eine Naturgewalt im Haus wütet

Neben Wasserschäden spielen Brandschäden eine zentrale Rolle in der Schadensstatistik von Versicherern. Mehr als 200.000 ihrer Art verzeichnet die GDV jedes Jahr und auch hier sind die Kosten beträchtlich. Einen Überblick über Ursachen gibt die Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS). Zu den häufigsten Gründen für Brände in Gebäuden gehören die folgenden:

  • Elektrizität: Etwa jeder dritte Brand geht auf das Konto von Elektrizität. Dabei sind häufig Überhitzungen oder unsachgemäß angeschlossene Elektrogeräte die Schuldigen. Auch defekte Kabel verursachen oft folgenreiche Brände.
  • Menschliches Fehlverhalten: Ein Klassiker aus dieser Kategorie ist das Bügeleisen, das angesteckt bleibt, während man das Zimmer oder sogar das Gebäude verlässt und ein Feuer entfacht. Aber auch sorgloser Umgang mit Weihnachtsschmuck führt jedes Jahr zu verheerenden Brandschäden. Eine weitere große Gefahrenquelle ist der Herd in der Küche. Besonders gilt das für ältere Modelle, die sich noch nicht automatisch abschalten, wenn ein Gegenstand auf der Herdplatte liegt.
  • Blitzschlag: Statistisch kommt es selten vor, dass ein Blitzschlag zu Bränden führt. Dennoch ist diese Gefahr nicht zu vernachlässigen.

Schließlich ist Brandstiftung eine mögliche Ursache für Wohnungsbrände, die von Feuerwehr und Polizei grundsätzlich in Betracht gezogen wird.


Gegenmaßnahmen

Brennt es in der eigenen Wohnung, sind die meisten Menschen erst einmal geschockt. Das ist verständlich. Allerdings ist es jetzt zentral, einen kühlen Kopf zu bewahren und schnell die richtigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Denn gerade bei Bränden stehen häufig die Gesundheit und das Leben von Menschen auf dem Spiel. Wichtig in einem solchen Moment sind die folgenden Maßnahmen:

  • Wenn möglich die Tür zu dem Zimmer, in dem es brennt, und zur betreffenden Wohnung schließen, damit der Rauch nicht nach außen dringen kann.
  • Bei der Flucht durch verqualmte Treppenhäuser möglichst nahe am Boden bewegen. Dort sind Temperaturen und Rauch oft noch erträglich.
  • Die direkte Umgebung und andere Betroffene alarmieren.
  • So schnell wie möglich Hilfe holen, in erster Linie die Feuerwehr. Ist es nicht möglich, das Gebäude zu verlassen, bietet es sich an, Tücher aus dem Fenster zu hängen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Nach einem Brandschaden ist es wichtig, elektrische Anlagen und Klimaanlagen erst wieder in Betrieb zu nehmen, wenn eine Gefährdung ausgeschlossen ist. Außerdem ist es auch in diesem Fall empfehlenswert, entstandene Schäden möglichst zeitnah zu dokumentieren und mit einem Versicherer zu klären.

Vermeidungsstrategien

Auch Wohnungsbränden und damit einem Brandschaden lässt sich vorbeugen. Besonders ratsam in diesem Zusammenhang sind die folgenden Maßnahmen:

  • Keine brennbaren Gegenstände in unmittelbarer Nähe zum Herd aufbewahren und die Küche möglichst nicht verlassen, wenn der Herd in Betrieb ist.
  • Beim Kauf von Elektrogeräten auf Gütesiegel und eine Abschaltautomatik achten. Billige elektrische Geräte stellen eine erhöhte Brandgefahr dar.
  • Nicht zu viele Elektrogeräte an eine Steckdose anschließen.
  • Elektrische Geräte nach Gebrauch sofort vom Netz nehmen.
  • Bügeleisen oder Wasserkocher nur auf nicht brennbaren Materialien abstellen.
  • Nachtischlampen nicht mit Tüchern abdecken, da diese in vielen Fällen leicht entflammbar sind.
  • Nicht im Bett rauchen oder brennende Zigaretten im Aschenbecher liegenlassen, während man das Zimmer verlässt.

Die Installation von Rauchmeldern ist mittlerweile in den meisten Bundesländern für Wohnungen vorgeschrieben. Sie trägt dazu bei, dass ein Feuer im Ernstfall rechtzeitig erkannt wird und genug Zeit bleibt, um sich und andere Betroffene in Sicherheit zu bringen. Manchmal lässt sich so ein Feuer schon im Keim ersticken.

Sicherheit geht vor

Ob Wasserschaden oder Brände, Schäden an Häusern lassen sich leider niemals komplett ausschließen. Sogar bei der Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass ein Rohr in der Wand platzt oder der Blitz einschlägt. Doch wer täglich darauf achtet, sicher mit elektrischen Geräten umzugehen, regelmäßig Gefahrenstellen überprüft und Frühwarnsysteme installiert, der minimiert das Risiko schwerer und kostspieliger Schäden. Und nicht nur das. Er senkt auch die Gefahr für die eigene Gesundheit und schützt andere Menschen vor gesundheitlichen Folgen. Denn im schlimmsten Fall kann ein Brand oder ein Stromschlag in Folge eines Wasserschadens lebensgefährliche Folgen haben.

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