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Geheimtipp für glückliche Beziehungen - Getrennte Schlafzimmer

18.05.2016 - Immer mehr Paare ziehen es vor, in getrennten Zimmern zu schlafen. Das klingt zunächst mal ziemlich unromantisch - hat aber definitiv viele Vorteile!

  • Vor allem Frauen schlafen alleine oft besser. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Jens

    Vor allem Frauen schlafen alleine oft besser. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Jens Kalaene

Früher war der Fall klar: Man heiratete - und teilte fortan Tisch und Bett. Das gemeinsame Nachtlager als Symbol für Verbundenheit und sexuelle Leidenschaft. Doch die Institution Ehebett bröckelt: Studien zeigen, dass immer mehr Paare es vorziehen, sich zum Schlafen zu trennen. Ist das nun wiederum ein Vorbote für das weitere Anwachsen der Single-Gesellschaft? Der Anfang vom Ende?

Wenn Arne (40) und seine Lebensgefährtin Franziska (36) ins Bett gehen, dann meistens jeder in sein eigenes. Die beiden haben getrennte Schlafzimmer. Trotzdem sind die beiden sehr glücklich miteinander. "Uns haben die getrennten Betten absolut gut getan", sagt Arne. "Wir sind morgens einfach erholter und insgesamt ausgeglichener als früher." Wie andere auf die räumliche Trennung reagieren, ist den beiden eigentlich ziemlich egal. "Allerdings hat meine Mutter sich am Anfang richtig Sorgen gemacht, als ich ihr erzählte, dass Arne und ich jetzt kein gemeinsames Bett mehr haben", erzählt Franziska. "Aber als ich ihr dann beschrieben habe, dass ich oft nächtelang wach gelegen habe, weil Arne geschnarcht hat wie ein kanadisches Sägewerk, war's okay."

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Endlich ungestört ein- und durchschlafen: Für viele Paare ein guter Grund für eine nächtliche Trennung. Eine Untersuchung der Universität Wien hat gezeigt, dass besonders oft Frauen von getrennten Schlafzimmern profitieren. 80 Prozent der Probandinnen schliefen ruhiger, tiefer und länger. Der Grund: Frauen reagieren von Natur aus empfindsamer auf nächtliche Störungen, um als Mutter entsprechend auf die Kinder reagieren zu können. Bei Männern sieht die Sache anders aus: Er kann sich erst so richtig entspannen, wenn er seine Süße neben sich weiß. "Der Mann besitzt diese Empfindlichkeit nicht. Er reagiert auf den Paarschlaf wie auf einen Gruppenschlaf, in dem er sich besonders sicher fühlt", sagt Verhaltensbiologe Dittami von der Uni Wien.

Neben nächtlichen Schnarch- und Wühlattacken können auch unterschiedliche Rituale das gemeinsame Schlafen erheblich stören, etwa, wenn einer von beiden gerne noch im Bett liest oder Radio hört. Oder wenn einer von beiden nie vor Mitternacht in die Falle findet, Schatzi aber zu dieser Zeit regelmäßig schon im Tiefschlaf liegt. Oder wenn SIE sich am liebsten in eine dreifach gefederte Matratze sinken lässt, während ER eine brettharte Futon-Unterlage zu schätzen weiß.

Und der Sex?

Eine Frage aber bleibt. Wenn man nicht mehr zusammen ins Bett geht, wie sieht es denn dann mit dem Sex aus? Zumindest Arne und Franziska können in dieser Hinsicht Entwarnung geben: "Unser Sex ist nicht wirklich weniger geworden", grinst Franziska. "Dafür aber deutlich besser! Es ist irgendwie aufregender, wenn man sich zu dem anderen rüber schleicht und an der Tür klopft." Und Arne findet: "Es ist weniger Routine, so nach dem Motto 'jetzt bist du ja eh schon da'. Man muss sich gegenseitig jedes Mal wieder ein bisschen neu erobern." Distanz kann eben auch für Nähe sorgen.

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