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Keeper ter Stegen spürt keinen besonderen Druck

08.10.2019 - Neuer-Herausforderer ter Stegen braucht Geduld. Daran wird auch sein eingeforderter Startelf-Einsatz gegen Argentinien nichts ändern. Er will spielen, verspricht seinem Kontrahenten aber auch Unterstützung. Bundestrainer Löw sieht das Torwart-Thema als «kleinstes Problem».

  • Ist für das Länderspiel gegen Argentinien als Torwart gesetzt: Marc-André ter Stegen. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ist für das Länderspiel gegen Argentinien als Torwart gesetzt: Marc-André ter Stegen. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wer nach den teilweise heftigen verbalen Attacken gegen ihn einen verkniffenen oder grimmigen Marc-André ter Stegen erwartet hatte, wurde enttäuscht.

Am Tag vor seinem Startelf-Einsatz im Länderspiel-Klassiker gegen Argentinien präsentierte sich der Herausforderer von Kapitän Manuel Neuer entspannt. Er lächelte und beantwortete ausführlich die Fragen nach seinem Seelenzustand und seinen Ambitionen in der Fußball-Nationalmannschaft. «Nein, ich fühle mich nicht mehr unter Druck gesetzt», betonte ter Stegen vor seinem DFB-Spiel Nummer eins nach einer aufgeregten Torwart-Debatte.

«Die letzte Länderspielreise war ein harter Schlag für mich», hatte ter Stegen zu seiner Reservistenrolle bei Bundestrainer Joachim Löw gesagt. Der Münchner Neuer antwortete vielsagend mit dem Verweis auf den Teamgedanken. Die Bayern-Bosse - insbesondere Uli Hoeneß - tobten gegen ter Stegen, den DFB und Löw. «Ich beschäftige mich nicht so viel mit anderen Aussagen», bemerkte der gebürtige Gladbacher ter Stegen nun in Dortmund ruhig. Er verzichtete auf jegliche Polemik oder Kampfansage. «Wir sind im Leistungssport, jeder möchte spielen», bemerkte ter Stegen nur.

Löw hatte schon bei der Nominierung festgelegt, dass ter Stegen am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen die Südamerikaner im Tor steht. Neuer soll am Sonntag im EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland auflaufen. «Es ist ein Spiel, in dem ich mein Bestes geben werde», sagte der 27-jährige ter Stegen. Im Signal-Iduna-Park werden viele Freunde, Bekannte und Familienangehörige aus dem nahen Mönchengladbach die Daumen drücken. Sie sollen dort einen ähnlich herausragenden ter Stegen sehen wie beim 0:0 des FC Barcelona in der Champions League beim BVB vor drei Wochen. «Für jeden ist es eine Möglichkeit, jeder möchte sich präsentieren. So ist es bei mir auch.»

Dennoch werden Kritiker und Fans bei ter Stegens 23. Länderspiel besonders hinschauen. Denn das Fußball-Land Deutschland ist beim Lieblingsthema Torhüter wieder einmal gespalten wie zuletzt vor 13 Jahren im Fall Jens Lehmann oder Oliver Kahn. Ist Neuer weiter der Beste für die EM 2020? Oder hat ihn ter Stegen überholt? Für Löw ist erstmal klar, «dass Manuel Neuer auch mit Blick auf die Europameisterschaft unser Kapitän und somit für uns aktuell auch unsere Nummer eins ist – wenn nichts Außergewöhnliches passiert».

Dem ehrgeizigen ter Stegen, der vor der blamablen WM 2018 nach Neuers langer Verletzungspause vergeblich auf seine Nummer-1-Chance gehofft hatte, bleibt nichts anderes übrig: «Ich möchte mich zeigen über den Verein, um in bestmöglicher Form zum Turnier zu gehen. Keiner weiß, was in einem Dreivierteljahr passiert.» Nach der EURO 2020 konnte auch das Alter noch mehr für ihn sprechen. Neuer ist dann schon 34.

Sein persönliches Wohlgefühl will ter Stegen nicht zuvorderst mit seinem Status im DFB-Team abhängig machen. Bei einem europäischen Topclub ist er nun schon längere Zeit der Stammtorwart. Und auch privat fühlt er sich in Katalonien wohl: «Ich persönlich genieße diese Zeit meines Lebens. Meine Frau ist schwanger. Es könnte nicht besser sein», teilte er am Dienstag parallel zur DFB-Pressekonferenz auf der Homepage des FC Barcelona mit.

Der Bundestrainer sieht bei den Torhütern trotz der jüngsten Aufregungen ohnehin «das allerkleinste Problem im Moment». Neuer und ter Stegen würden seit Jahren «sehr respektvoll» miteinander umgehen. Sein Verhältnis zu Neuer sei «professionell», betonte auch ter Stegen: «Wir haben ein gutes Verhältnis, keine großartigen Aussetzer. Wir werden uns unterstützen, egal in welcher Konstellation.»

Der durch viele Ausfälle veränderten Nationalelf will ter Stegen gegen Argentinien Sicherheit geben. Dass sein Clubkollege Lionel Messi wegen einer Sperre fehlt, sieht er dabei mit gemischten Gefühlen: «Für mich und ihn wäre es schön gewesen, mal gegeneinander zu spielen. Manchmal ist es aber auch besser, wenn es nicht so ist.»

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