Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Eine Frage der Abgrenzung

20.04.2018 - Billigmarke? Einsteigermarke? Seit fünf Jahren bietet Premium-Hersteller Carthago etwas preisgünstigere Modelle unter der Submarke Malibu an. Für Kunden auf jeden Fall eine feine Sache, wie unsere Ausfahrt zeigt, auch wenn es der Marke noch an einem eigenständigen Profil mangelt.

  • Der Malibu T430 von außen © Carthago /

    Der Malibu T430 von außen © Carthago / Malibu

  • Die Durchsicht nach hinten © Carthago /

    Die Durchsicht nach hinten © Carthago / Malibu

  • Die Einzelbetten im T430 © Carthago /

    Die Einzelbetten im T430 © Carthago / Malibu

  • Küche im Malibu © Carthago /

    Küche im Malibu © Carthago / Malibu

  • Die Sitzgruppe des Malibu © Carthago /

    Die Sitzgruppe des Malibu © Carthago / Malibu

Carado, Sunlight oder Weinsberg – preisgünstige Ableger gestandener Reisemobil-Hersteller wie Hymer, Dethleffs oder Knaus agieren schon seit vielen Jahren erfolgreich in der nach wie vor boomenden Wachstumsbranche. Auch Premium-Hersteller Carthago hat das Erfolgsrezept längst adaptiert und feiert mit seiner Submarke Malibu in diesem Jahr sogar schon ein erstes Jubiläum: Vor fünf Jahren ging der erste Malibu Van unter eigener Flagge an den Start. Mittlerweile ist die Modellpalette auf sechs Vans, fünf teilintegrierte und fünf vollintegrierte Fahrzeuge angewachsen.
 
Von Billigmarke kann bei den nach dem kalifornischen Surfer- und Promi-Städtchen benannten Reisemobilen freilich keine Rede sein. Im Gegenteil. Der neue Malibu T430, ein Teilintegrierter mit längs angeordneten Einzelbetten im Heck – der Deutschen liebster Grundriss -, liegt mit 63.650 Euro auf dem Preisniveau der Premium-Konkurrenz. Nicht ohne Grund signalisiert schon das Firmenlogo, was hier Sache ist: Malibu – a company of Carthago.
 
Soll heißen: Auch die Submarke hat voll umfänglich jene Gene an Bord, die Kunden an einem Carthago-Reisemobil schätzen. Etwa den durchgehenden, beheizten Doppelboden, in dem alle Versorgungstanks frostgeschützt untergebracht sind. Die Ablasshähne zur Entsorgung sind allesamt leicht erreichbar an einer zentralen Stelle unter einer Bodenklappe im Eingangsbereich untergebracht. Und natürlich garantiert der doppelte Boden auch, dass es in dem 6,90 Meter langen T-Modell kein Mangel an Stauraum herrscht.
 
Auch den holzfreien Aufbau, Boden und Dach aus GfK-Sandwich, Heck- und Seitenwände aus Alu-Sandwich, die Hartschaum-Isolierung und verklebte statt verschraubte Profile hat der Malibu mit seinen teureren Carthago-Geschwistern gemein. Im Innenraum verraten zudem einige Details, welche Maßstäbe hier angelegt werden. Man erkennt das etwa an den robusten Zwischenbrettern in Stauschränken, den handfesten Schnappverschlüssen an der großen Bodenplatte oder an der pfiffigen Idee zur Erweiterung des Arbeitsbereichs. Da wird dann eine der beiden halbrunden Spülbecken-Abdeckungen in eine Schiene in der Seitenwand eingehängt.
 
Die Sitzgruppe setzt sich aus den beiden drehbaren Frontsitzen des Basisfahrzeugs Fiat Ducato, einer L-Sitzbank mit zwei weiteren Gurtplätzen und einem seitlichen Einzelsitz zusammen. Die Tischverstellung über eine Fußtaste in Längs- und Querrichtung ist genial einfach; zudem lässt sich die Tischplatte noch um 360 Grad drehen. Hobbyköche finden am Küchenblock in der Wagenmitte auf der Beifahrerseite gute Arbeitsmöglichkeiten. Dreiflammenkocher mit elektrischer Zündung, Unterschränke mit großen Auszügen, in denen man auch große Flaschen aufrecht unterbringen kann, und ein großes Spülbecken – alles passt.
 
Der Toiletten- und Duschraum ist geräumig, wirkt durch den großen Wandspiegel sogar noch größer, verfügt über reichlich Ablagen und eine solide Tür, die auch von außen zu verriegeln ist. Das hat den Vorteil, dass sie beim Fahren nicht klappern kann.
 
Auf den beiden 2,00 und 1,90 Meter langen Einzelbetten findet man bequem Schlaf, zumal bei 82 Zentimetern Breite auch seitlich genug Raum zur Verfügung steht. Mit einem zusätzlichen Mittelteil lassen sich die beiden Kojen auch zu einer riesigen Liegewiese erweitern. Sie ist über eine zweistufige Treppe, die sich um 33 Zentimeter verschieben lässt, gut erreichbar. Unter den Fußenden der beiden Betten befinden sich zwei große Schränke, zu denen man sich zwar herunter bücken muss, da sich die Fußteile der Schlafstätten aber leicht dämpfergeregelt aufstellen lassen, funktioniert das in der Regel ohne Kopfkollisionen.
 
Unter dem Schlafraum nimmt eine sehr geräumige, beleuchtete Heckgarage Fahrräder, Campingmöbel und andere sperrige Gegenstände auf. 120 Liter Frischwasser und 90 Liter Abwasser fassen die Tanks, was ausreichend lange Intervalle bis zur nächsten Ver- und Entsorgungsstation garantiert.
 
Der 110 kW/150 PS starke Ducato sorgt für flottes Vorankommen. Wer das mit dem 3,5-Tonner-Malibu auf Autobahn-Etappen allzu häufig auskostet, zahlt die Zeche dafür allerdings an der nächsten Tankstelle. Zwischen 10,5 und 11,9 Litern Diesel lag unser Verbrauch, was trotzdem noch ganz passabel ist, weil die Insassen bei nur noch 350 Kilogramm erlaubter Zuladung mit dem T430 stets am 3,5-Tonnen-Limit unterwegs sein dürften.
 
Der mit neuem Außendesign versehene Malibu T430 ist weder ein Billig-, noch ein Einsteigermodell. Die Carthago-Gene sorgen dafür, dass das größte Problem der Submarke in der Abgrenzung zur Muttermarke besteht, die sich auf vergleichbaren Grundrissen letztlich nur über ein eleganteres Outfit und eine größere sowie exklusivere Polster- und Möbelauswahl differenziert. Für Malibu-Kunden ist der Mangel an einem wirklich eigenständigen Profil ja dennoch kein schlechtes Szenario. Allerdings sind die Preisvorteile deshalb hier auch relativ gering. Während die Carados, Sunlights und Weinsbergs ihrer Kleintel meist fünfstellige Beträge gegenüber ihren Kernmarken ersparen, ist der Malibu T430 gerade einmal rund 5.000 Euro preiswerter als ein Carthago c-tourer mit gleichem Grundriss.

SessionId: 66619c3d-ba98-4c58-a4e4-229e0d5a8fa3 Device-Id: 3149 Authentication: