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Zuwachs für die Elektrofamilie

30.09.2020 - VW baut sein ID-Portfolio zügig aus. Auf den Erstling ID.3 folgt schon zum Jahresende das SUV ID.4. In der Strom-Pipeline stecken noch Kombi, Bus, Großraumlimousine, Lieferwagen und sogar ein Offroader. Auch einen kleinen Citystromer soll es geben.

  • Die beiden linken Modelle haben es schon in die Serie geschafft, das rechte kommt bald ©

    Die beiden linken Modelle haben es schon in die Serie geschafft, das rechte kommt bald © VW

SP-X/Wolfsburg. Nach Käfer der Golf, nach Golf der ID.3. Das zweite Mal in seiner Geschichte befindet sich der VW-Konzern im Aufbruch in ein neues Zeitalter. Dieses Mal ist es die Elektromobilität. Kein anderer Autohersteller vollzieht diesen Wechsel so konsequent und in dem Umfang wie das Wolfsburger Unternehmen, das zig Milliarden in E-Antrieb und Batterietechnologie investiert. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten), eine komplett neu entwickelte Architektur, auf der zukünftig eine große Familie an Elektroautos entstehen soll. Und dies nicht nur bei der Kernmarke selbst, die von „mehr als 20 Modellen bis 2025“ spricht. Die Plattform nutzen auch die Töchter Audi, Seat und Skoda für ihre jeweiligen E-Modelle. Zudem bietet Volkswagen den MEB frei auf dem Markt an. Als erster Hersteller reagierte Ford. Der US-Autobauer wird nach seinem konstruktiven Alleingang mit dem Mustang Mach E fortan seine Stromer mit Hilfe der VW-Architektur auf die Räder stellen.

In den vergangenen Jahren hat Volkswagen bereits diverse Studien auf MEB-Basis vorgestellt. Jetzt beginnt die Einführung der ersten Serienmodelle. Nach dem ID.3 im Sommer dieses Jahres folgt noch Ende 2020 der ID.4, ein 4,60 Meter langes Crossover-Modell. Auch den ID.4 wird es mit unterschiedlichen Batteriegrößen geben. Wählen kann der Kunde den ID.4 anfangs nur mit Hinterradantrieb, später wird ein zweiter Motor auch die Vorderräder antreiben. Leistungsmäßig will VW bis zu 220 kW/300 PS bereitstellen. Diese sind aber der Performance-Variante GTX vorbehalten. Ähnliches, eine Art R-Version, plant VW auch für den ID.3. Derzeit ist bei dem Kompaktmodell bei maximal 150 kW/204 PS Schluss.

Im Unterschied zum ID.3 haben die Wolfsburger Strategen den ID.4 als globales Modell ausgelegt. Er soll im weltweit größten Wachstumssegment auch die größten Stückzahlen einfahren. Die gesamte Baureihe – es wird auch ein ID.4 Coupé geben – wurde über den Life-Cycle von sieben Jahren auf zwei Millionen Einheiten kalkuliert.

Auch oberhalb des ID.4 plant Volkswagen ein Elektroauto. Debüt könnte noch 2021 sein. Hierbei handelt es sich um einen Mix aus flacherem SUV und gestrecktem Van. Arbeitsname: ID B-Lounge. Serienname: vielleicht ID.5. Das Package sieht drei Sitzreihen vor, entweder 2+3+2 oder 2+2+2. Bei Letzterer besteht die mittlere Reihe aus zwei sogenannten „Captain’s Chairs“. Gebaut wird dieses Modell hauptsächlich für die USA und China, soll aber auch in Westeuropa angeboten werden.

Wohl ausschließlich für Europa ist ein ID als Variant gedacht. Der Aero orientiert sich an der Studie „Space Vizzion“, die VW im November 2019 in Los Angeles vorstellte. Das Serienpendant steht für Ende 2022 auf dem Plan und könnte später einmal den Passat Variant ersetzen. Im Aero wird das Cockpit-Design einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft machen. Die Anzeigen hinter dem Lenkrad werden kleiner, verlieren somit an Bedeutung. Im Gegenzug wachsen Head-up Display (HuD) und Augmented Reality (AR).

Nahezu zeitgleich mit dem Kombi bringt Volkswagen sein mit Abstand emotionalstes Elektroauto, den ID Buzz, der emissionsfreie Enkel des legendären Bulli. Den ID Buzz wird es mit zwei unterschiedlichen Radständen geben, als Bus/Van (People) und als geschlossenen Lieferwagen (Cargo).

Ebenfalls den Bauch ansprechen soll der ID Rugged. Eine Studie des rustikal gestylten Off-Road-Gefährts – es erinnert in seiner Größe und Silhouette an den Citroen C5 Aircross – will VW angeblich noch in diesem Jahr präsentieren. 2023 könnte die Serienversion auf der Straße sein.

Vom Tisch dagegen dürfte derzeit wohl der ID Buggy sein, für dessen Produktion ursprünglich einmal der Streetscooter-Erfinder Günther Schuh zur Diskussion stand. Schuh baut in Aachen den Elektro-Mini e.Go Life, musste aber Corona-bedingt Insolvenz anmelden. Jetzt ist ein niederländischer Investor eingestiegen. Ob VW mit dem neuen Management das ID-Buggy-Projekt weiterverfolgt, ist fraglich.

Wichtiger ist den Wolfsburgern, ihrem MEB ein Downsizing zu verabreichen, um die Plattform so auch dem Segment unterhalb des ID.3 zugänglich zu machen. Denn der elektrische up! braucht spätestens 2023/24 einen modernen Stromer als Nachfolger. Intern soll bereits solch ein A0-Enrtry-Car seine frühe Design-Phase verlassen haben. Allerdings wird es sich hier nicht wieder um einen konventionellen Kleinwagen handeln. VW denkt da eher an ein City-SUV. Es soll mit einem Preis von unter 20.000 Euro starten. 

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