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Ermittler stufen Blutbad von El Paso als Inlands-Terror ein

04.08.2019 - In weniger als 24 Stunden kommt es in den USA zu zwei Massakern. Im Fall der Schüsse in einem Einkaufszentrum in El Paso gehen die Ermittler von inländischem Terrorismus aus. Die Staatsanwaltschaft will die Todesstrafe fordern.

  • Fassungslos stehen Mitarbeiter von Walmart vor der Tür des Ladenkomplexes in El Paso. Foto: Mark Lambie/The El Paso Times/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Fassungslos stehen Mitarbeiter von Walmart vor der Tür des Ladenkomplexes in El Paso. Foto: Mark Lambie/The El Paso Times/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Mitglieder einer Spezialeinheit und Polizisten vor dem Eingang des Einkaufszentrums, in dem der Täter zahlreiche Menschen erschossen hat. Foto: Mark Lambie/The El Paso Times/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mitglieder einer Spezialeinheit und Polizisten vor dem Eingang des Einkaufszentrums, in dem der Täter zahlreiche Menschen erschossen hat. Foto: Mark Lambie/The El Paso Times/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Fahrzeuge der Texas State Police blockieren den Zugang zu dem Einkaufszentrum. Foto: Andres Leighton/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Fahrzeuge der Texas State Police blockieren den Zugang zu dem Einkaufszentrum. Foto: Andres Leighton/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Nach Angaben des Polizeichefs waren die Einsatzkräfte sechs Minuten nach dem ersten Notruf vor Ort. Foto: Rudy Gutierrez/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nach Angaben des Polizeichefs waren die Einsatzkräfte sechs Minuten nach dem ersten Notruf vor Ort. Foto: Rudy Gutierrez/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Schockierte Menschen außerhalb des Einkaufzentrum-Komplexes in El Paso. Foto: Briana Sanchez/The El Paso Times/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schockierte Menschen außerhalb des Einkaufzentrum-Komplexes in El Paso. Foto: Briana Sanchez/The El Paso Times/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Zahlreiche Menschen spenden in El Paso Blut. Foto: Rudy Gutierrez/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zahlreiche Menschen spenden in El Paso Blut. Foto: Rudy Gutierrez/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Eine Frau sitzt in El Pasos mexikanischer Nachbarstadt Juarez neben einem Schild mit der Aufschrift «No more Guns, make Love». Foto: Christian Chavez/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau sitzt in El Pasos mexikanischer Nachbarstadt Juarez neben einem Schild mit der Aufschrift «No more Guns, make Love». Foto: Christian Chavez/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Polizist geht über eine Straße im Oregon District, dem Ausgeh-Viertel in Dayton, in dem die Bluttat passierte. Foto: John Minchillo/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Polizist geht über eine Straße im Oregon District, dem Ausgeh-Viertel in Dayton, in dem die Bluttat passierte. Foto: John Minchillo/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Zeugen des Blutbads in Dayton trösten einander. Foto: John Minchillo/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zeugen des Blutbads in Dayton trösten einander. Foto: John Minchillo/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Nach dem Blutbad in Dayton werden die Leichen der Opfer abtransportiert. Foto: John Minchillo/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nach dem Blutbad in Dayton werden die Leichen der Opfer abtransportiert. Foto: John Minchillo/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Ermittler in den USA stufen das Massaker in einem Einkaufszentrum im texanischen El Paso mit 20 Toten als inländischen Terrorismus ein.

Man erwäge, eine Anklage wegen Hassverbrechen gegen den Verdächtigen zu erheben, sagte John Bash von der Generalstaatsanwaltschaft. Er kündigte ein entschlossenes Vorgehen der Behörden an. «Wir werden das tun, was wir mit Terroristen in diesem Land machen, wir werden für rasche und sichere Gerechtigkeit sorgen.» Bezirksstaatsanwalt Jaime Esparza kündigte an, in dem Fall die Todesstrafe zu fordern.

Die Bluttat von El Paso war nicht das einzige Massaker, das die USA am Wochenende erschüttert hat: In der Nacht zum Sonntag fielen in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio Schüsse nahe einer Bar im Zentrum: Neun Menschen starben, 27 weitere wurden nach jüngsten Angaben der Behörden verletzt. Polizisten töteten den Angreifer. Unter den Opfern ist nach Angaben der Ermittler auch die 22 Jahre alte Schwester des Mannes. Die Taten sorgten weltweit für Bestürzung. US-Präsident Donald Trump ordnete Trauerbeflaggung am Weißen Haus und an anderen Regierungsgebäuden an.

In El Paso wird ein 21 Jahre alter Verdächtiger beschuldigt, am Samstagmorgen (Ortszeit) in dem Einkaufszentrum in der Grenzstadt in Texas 20 Menschen getötet und 26 weitere verletzt zu haben. Der mutmaßliche Täter hatte sich nach der Tat ergeben. Er soll aus der Stadt Allen nördlich von Texas stammen. Die Ermittler prüfen, ob er vor der Tat ein «Manifest» verfasste, das im Internet gefunden wurde. Polizeichef Greg Allen sagte am Sonntag, es sehe mehr und mehr danach aus, dass der Mann es geschrieben habe. In dem Pamphlet heißt es unter anderem: «Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.»

Nach Angaben der Polizei ging der erste Notruf zu der Tat um 10.39 Uhr Ortszeit (18.39 Uhr MESZ) ein. Sechs Minuten später sei die Polizei vor Ort gewesen, hieß es. Ein Polizeisprecher sagte, die meisten Opfer seien in einem Walmart in dem Ladenkomplex von Schüssen getroffen worden. Der Supermarkt sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll gewesen. Der Sprecher schätzte, dass sich dort zwischen 1000 und 3000 Menschen aufhielten. Der Schütze habe bei der Tat ein Gewehr benutzt.

Bezirksstaatsanwalt Esparza sagte am Sonntag, auf Ebene des Bundesstaates werde man Anklage wegen Mordes gegen den Verdächtigen erheben, so dass die Todesstrafe in Frage kommen könnte. Die Tat stehe nicht für das, was El Paso auszeichne. «Wir sind eine wirklich gute und liebevolle Gemeinschaft, wir werden ihn zur Verantwortung ziehen», sagte Esparza.

Drei Todesopfer sind Mexikaner. «Wir verurteilen diese barbarische Tat, bei der unschuldige Mexikaner getötet wurden», sagte Außenminister Marcelo Ebrard am Sonntag in einer auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft.

Bei dem Täter des Blutbades von Dayton (rund 140.000 Einwohner) handelt es sich nach Angaben der Ermittler um einen 24 Jahre alten Weißen. Sein Motiv ist noch unklar. Die Opfer waren 22 bis 57 Jahre alt. Die Schwester des Mannes ist demnach die jüngste unter ihnen. Sechs der Toten waren Afroamerikaner. Der Mann habe mit einer Langwaffe geschossen, sagte der leitende Polizeibeamte Matt Carper.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Nan Whaley trug der Täter dunkle, schusssichere Schutzkleidung. Er habe eine Waffe mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt. Es sehe danach aus, dass er allein gehandelt habe, sagte Whaley.

Der Polizist Carper erklärte, das schnelle Eingreifen der Polizei habe Schlimmeres verhindert. «Wir hatten Beamte in der unmittelbaren Umgebung, als die Schüsse fielen. Wir konnten reagieren und das Ganze schnell beenden.» Oregon District, das Ausgehviertel in Dayton, wo die Schüsse fielen, gelte eigentlich als sicher.

US-Präsident Donald Trump nannte die «hasserfüllte Tat» tragisch und einen «Akt der Feigheit». Es gebe keine Rechtfertigung dafür, unschuldige Menschen zu töten, schrieb er auf Twitter. Er lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden mit Blick auf beide Taten. «Die Strafverfolgung war in beiden Fällen sehr schnell», schrieb er am Sonntag auf Twitter. In einer weiteren Nachricht fügte er hinzu: «Gott segne die Menschen in El Paso, Texas. Gott segne die Menschen in Dayton, Ohio.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich in einem Kondolenzschreiben an Trump bestürzt über die Bluttaten. «Durch Akte der Gewalt und des Hasses sind Menschen aus dem Leben gerissen, Familien und ganze Städte in Trauer und Leid gestoßen worden. Die Grausamkeit und die Abscheulichkeit dieser Taten bestürzen uns alle zutiefst», heißt es in dem am Sonntagabend verbreiteten Schreiben.

Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Äußerungen Rassismus zu befeuern. Zuletzt sah er sich wegen persönlicher Angriffe auf einen schwarzen Abgeordneten der Demokraten Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Regelmäßig greift der republikanische Präsident auch Migranten aus Lateinamerika an, die auf illegalem Wege in die USA kommen wollen.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Einkaufszentren, an anderen öffentlichen Orten oder auch in Schulen Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen um schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere - vor allem, weil Trumps Republikaner dagegen sind. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist dezidiert gegen eine Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz, das in der US-Verfassung verankert ist.

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