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«Welt»: Polizei erfasst auch 2018 wieder weniger Straftaten

01.04.2019 - Wie sicher ist Deutschland? Einige Hinweise gibt die Polizeiliche Kriminalstatistik. Besonders viel hatten die Beamten mit Diebstahl zu tun.

  • Die Zahl gemeldeter Wohnungseinbrüche sank laut «Welt» auf einen historischen Tiefstand (97.504 Fälle, minus 16,3 Prozent). Foto: Daniel Maurer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Zahl gemeldeter Wohnungseinbrüche sank laut «Welt» auf einen historischen Tiefstand (97.504 Fälle, minus 16,3 Prozent). Foto: Daniel Maurer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der in Deutschland polizeilich erfassten Straftaten ist im Vergleich zu den Vorjahren erneut gesunken. Das schreibt die «Welt» unter Berufung auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2018, die der Zeitung vorlag.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Statistik am Dienstag in Berlin offiziell vorstellen. Die Zahl der Tatverdächtigen sank laut Zeitung um 2,9 Prozent auf 2,05 Millionen.

Dem Bericht zufolge weist die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr insgesamt 5,55 Millionen Straftaten aus, was gegenüber dem Jahr 2017 eine Abnahme um 3,6 Prozent bedeutet. Bereits die Statistik 2017 (5,76 Millionen Straftaten, minus 9,6 Prozent) hatte einen Tiefstand verzeichnet. Das Innenministerium hatte den niedrigsten Stand seit 1992 vermeldet.

Diese Zahlen lassen aber keine klaren Rückschlüsse auf die tatsächliche Kriminalitätsbelastung zu - weil unklar ist, wie viele Delikte gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden. Um das «Dunkelfeld» auszuleuchten, will Seehofer dieses Jahr auch Ergebnisse einer Untersuchung vorstellen, bei der es darum geht, wie häufig Bürger Opfer von Straftaten werden, wie sicher sie sich fühlen und wie sie die Arbeit von Polizei und Justiz bewerten.

Mehr als die Hälfte (57,7 Prozent) der Straftaten wurde dem Bericht zufolge aufgeklärt. Diese Aufklärungsquote ist allerdings wenig aussagekräftig, weil nach Angaben des Bundeskriminalamts die 2018 gemeldeten Delikte zu den im gleichen Jahr aufgeklärten Fällen in Bezug gesetzt werden. Diese beiden Gruppen sind allerdings nicht deckungsgleich. Falls in einem Jahr mehr Verbrechen aufgeklärt als gemeldet werden, wären damit theoretisch sogar Aufklärungsquoten von mehr als 100 Prozent denkbar.

Ungefähr ein Drittel der gemeldeten Straftaten entfiel laut «Welt» auf Diebstahlsdelikte. So wurden weniger Diebstähle von Kraftfahrzeugen (30.232, minus 9,1 Prozent) und Fahrrädern (292.015, minus 2,7 Prozent) angezeigt. Der gemeldete Taschendiebstahl nahm erheblich ab, um 18,2 Prozent auf 104.196 Fälle. Beim Ladendiebstahl gab es einen Rückgang um 4,1 Prozent auf 339 021 bekannte Fälle.

Die Zahl gemeldeter Wohnungseinbrüche sank laut «Welt» auf einen historischen Tiefstand (97.504 Fälle, minus 16,3 Prozent). Leicht stieg hingegen der sogenannte Tankbetrug (Benzindiebstahl) auf 72 424 bekannte Fälle (plus 1,3 Prozent). Deutlich zugenommen hat demgegenüber die den Behörden bekannte Verbreitung pornografischer Schriften, um 13,6 Prozent auf 11.435 Fälle. Erneut wurden auch mehr Rauschgiftdelikte registriert, 350.662 Fälle und damit 6,1 Prozent mehr.

Beim Delikt «Widerstand gegen Staatsgewalt», etwa gegen Polizeivollzugsbeamte und Vollstreckungsbeamte, gab es dem Bericht zufolge es sogar eine Zunahme um 39,9 Prozent auf 34.168 bekannte Fälle. Allerdings muss man berücksichtigen, dass am Mai 2017 neue Straftatbestände geschaffen wurden und sich die Zahl deshalb mit der Zeit davor nur einschränkt vergleichen lässt.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, sagte der «Welt»: «Es ist erschreckend, wie sich die Gewalt gegenüber Polizeibeamten Bahn bricht. Statistisch gesehen wurden meine Kolleginnen und Kollegen im vergangenen Jahr etwa 32 Mal pro Tag tätlich angegriffen. Zählt man die Widerstandsdelikte dazu, sind es fast 94 täglich.»

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, betonte, dass die Kriminalstatistik die tatsächliche Kriminalitätsbelastung nur eingeschränkt wiedergibt. Stattdessen forderte er in der Zeitung «periodische Sicherheitsberichte», die künftig durch ein unabhängiges Expertengremium erarbeitet und alle zwei Jahre vorgestellt werden sollten.

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