Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

48 Teams – So wird die WM endgültig zur Farce!

11.01.2017 - Bravo! FIFA-Boss Gianni Infantino (46) hat am Dienstag entgegen aller Beteuerungen die Erweiterung der Fußball-WM ab 2026 auf 48 Teilnehmerländer durchgezogen. Toll. So bekommt der Begriff „Fußball-Sommer“ mit fünf statt bisher vier Wochen WM und mit mickrigen 80 statt bisher viel zu knappen 64 Spielen eine ganz andere Bedeutung. Ein Beschluss wie ein Sargnagel für den Fußball!

  • «Auch bei einer WM mit nur zwei Teams wäre eines davon immer Deutschland.» FIFA-Boss Gianni Infantino ließ die deutsche Kritik an der Aufstockung auf 48 WM-Teilnehmer nicht gelten. Foto: Ennio Leanza © dpa - Deutsche...

    «Auch bei einer WM mit nur zwei Teams wäre eines davon immer Deutschland.» FIFA-Boss Gianni Infantino ließ die deutsche Kritik an der Aufstockung auf 48 WM-Teilnehmer nicht gelten. Foto: Ennio Leanza © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wer glaubte, dass es nach Entscheidung für die Wüsten-WM 2022 im Golfstaat Katar, der katastrophalen Champions-League-Reform im Dezember mit vier garantierten Startplätzen für die Top-Nationen des UEFA-Rankings und nach dem (noch anhaltenden) Transfer-Wahnsinn in der chinesischen Super League nicht mehr schlimmer geht in Sachen Fußball-Kommerzialisierung, muss sich eines Besseren belehren lassen.

Infantinos Beteuerungen waren reine Lippenbekenntnisse

Denn mit dem Ja zur XXL-WM mit 48 (!) Nationen ab 2026 setzte die FIFA am Dienstag noch einen drauf. Ein trauriger, ein unfassbarer Tag für den Fußball. Noch im Dezember hatte der im Februar 2016 neu gewählte FIFA-Boss Gianni Infantino eine Aufstockung der WM ins Reich der Fabel verwiesen. Mahnende Worte wie von DFB-Präsident Reinhard Grindel (55 / „Eine Entscheidung darf auf keinen Fall mit der Brechstange getroffen werden“) wurden dabei ebenso ignoriert wie Skepsis der Protagonisten. „Man muss aufpassen, dass man das Rad nicht überdreht mit zu vielen Spielen, weil die Qualität darunter leidet“, hatte Bundestrainer Joachim Löw gewarnt. Alles umsonst. Auch, weil der DFB seit dem Aus von Wolfgang Niersbach im FIFA Council nicht mehr stimmberechtigt ist.

Die XXL-WM ist durch und es bleiben viele Fragen. Offen ist etwa, wer diesen Wahnsinn als Ausrichter mit durchkaspern muss, die Entscheidung dazu fällt erst 2020. Eine solch aufgeblähte WM mit 48 benötigten Team-Quartieren, einer Menge an Stadien und zumindest nominell höherem Zuschaueraufkommen verlangt nach logistischen Meisterleistungen. Und die können nur ganz wenige Länder liefern – da China ja neben einer prominenten Liga auch die WM will, könnte man fast wetten, dass das Turnier 2026 nach Fernost geht…

Diese Entscheidung ist nur mit einer Satire erträglich!

Man kann einen solchen Unsinn nur mit einer Satire erzählen. Das Panini-Album für 2026 ist, glaubt man einigen Spaßvögeln im Netz, so dick wie das Telefonbuch, „48 Teams bei der WM – Mehr konnte die FIFA wirklich nicht für Holland tun“, hieß es gestern bei Facebook. Eine schöne Anspielung auf die Niederländer, die 2002 in der WM-Quali scheiterten und zuletzt die EURO 2016 verpasst hatten. Da aber in jeder Satire auch Wahrheit steckt, bedeutet das, dass mit 16 statt bislang 13 europäischen Startplätzen die WM auch bei einer schwachen Quali-Kampagne für die großen Nationen „idiotensicher“ ist. Neun Startplätze für den afrikanischen Kontinentalverband würden Teams aus der dritten Reihe wie der DR Kongo oder Uganda eine WM-Chance lassen. Schöne Entwicklungshilfe!

Eine Milliarde Profit für eine beispiellose sportliche Abwertung

Doch darum geht es dem nach der Blatter-Affäre schwer angeschlagenen Fußball-Weltverband gar nicht. Es geht wie immer ums Geld. Wie BILD am SONNTAG im Vorfeld der umstrittenen Entscheidung berichtete, winken der FIFA 2026 im Vergleich zur Russland-WM 2018 gute 20 Prozent Mehreinnahmen, also 6,5 statt bislang 5,5 Milliarden Euro.

Eine Milliarde Euro Profit also für eine beispiellose sportliche Abwertung des WM-Turniers, das eigentlich schon mit 32 Mannschaften sportlich am Limit schien und aufgebläht wirkte.

Argentiniens Fußballidol Diego Armando Maradona (56) scheint das nicht zu stören: „Ich bin erfreut über die Initiative von Gianni Infantino, denn sie lässt jedem Land den Traum von der WM und erneuert die Leidenschaft für den Fußball.“ Ah ja. Und das von einem, der 1986 durch das berühmteste Hand-Tor der Fußballgeschichte ins WM-Halbfinale kam…

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren