Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Klopp in Liverpool ist Klasse – aber mit Risiko!

09.10.2015 - Er ist wieder da. Jürgen Klopp (48) ist neuer Trainer des FC Liverpool. Selten gab es im Vorfeld einer Trainerverpflichtung einen größeren Hype als um den Ex-Dortmunder. Aber: Klopp übernimmt keinen leichten Job.

  • Der neue Coach an der Liverpooler Anfield Road: Jürgen Klopp.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der neue Coach an der Liverpooler Anfield Road: Jürgen Klopp. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Klopp mit Liverpools Geschäftsführer Ian Ayre und US-Investor Tom Werner, der Vorsitzender  des Clubs

    Klopp mit Liverpools Geschäftsführer Ian Ayre und US-Investor Tom Werner, der Vorsitzender des Clubs ist.

  • Die internationale Presse ist versammelt: Klopps erster Auftritt an der Anfield Road. ©

    Die internationale Presse ist versammelt: Klopps erster Auftritt an der Anfield Road. © dpa

  • Großes Medieninteresse bei der ersten "Klopp-Show" auf der Insel. ©

    Großes Medieninteresse bei der ersten "Klopp-Show" auf der Insel. © dpa

  • Der Ex-BVB-Coach setzt auch in Liverpool auf seinen Co-Trainer Zeljko Buvac (links). © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Uli

    Der Ex-BVB-Coach setzt auch in Liverpool auf seinen Co-Trainer Zeljko Buvac (links). © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Uli Deck

  • Liverpools neuer Trainer gab sich auf der Pressekonferenz bescheiden © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Liverpools neuer Trainer gab sich auf der Pressekonferenz bescheiden © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das Saisonziel in Liverpool ist klar: Die Qualifikation für die Liga mit Krawatte = Champions League.
  © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Saisonziel in Liverpool ist klar: Die Qualifikation für die Liga mit Krawatte = Champions League. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Einige Spaßvögel unter den Fans des FC Liverpool trackten sogar den Flug von Jürgen Klopp nach England live im Internet. Die sozialen Netzwerke bordeten förmlich über vor Begeisterung. Was ist passiert? Nun, Jürgen Klopp ist neuer Coach des FC Liverpool. Und die Freude darüber kennt scheinbar keine Grenzen, wenngleich gerade mal die Unterschrift unter dem Drei-Jahres-Vertrag trocken ist und die Herausforderung beim Tabellenzehnten der Premier League erst nach der Länderspielpause beginnt.

Klopp lässt das Netz ausflippen

Klopp als Fotomontage an der Seite der Beatles oder jubelnd auf dem Zebrastreifen an der Abbey Road in Liverpool, den einst John Lennon und Co. für ein legendäres Foto und Cover des gleichnamigen Albums überquerten – das war teilweise richtig originell. Anderen war’s zu viel. „Das Internet ist zwar nicht zusammengebrochen, aber es war kurz davor, als der FC Liverpool am Donnerstag die Verpflichtung von Trainer Jürgen Klopp bekanntgab“, unkte DIE WELT, „die Erweckungsarien, die im Netz gesungen wurden, erreichten gerade biblische Ausmaße. Der Messias kommt, schrieb da jemand.“

Wie sehr sich die Anhänger des 18-fachen englischen Fußballmeisters Klopp als Nachfolger des glücklosen Brendan Rodgers wünschten, machte auch ihre witzige Aktion im Heimspiel gegen Aston Villa deutlich. Alle „Reds“-Fans waren aufgerufen, sich als Klopp zu verkleiden. Pech für die Liverpooler Friseurinnung, dass man sich nicht Pep Guardiola als Wunschkandidaten ausgeguckt hatte… Spaß beiseite. Dass Klopp den schlafenden englischen Fußballriesen FC Liverpool coacht, ist gut. Er wird ein wunderbarer Gegenspieler für Stinkstiefel José Mourinho vom FC Chelsea.  

Klopp und Liverpool – die Parallelen zu seinem Engagement bei Borussia Dortmund (2008 bis 2015) sind nicht zu übersehen. Das emotionale Umfeld in Anfield ist dem in Dortmund sehr ähnlich. Als Klopp zum BVB kam, dümpelte der Revierklub im Mittelfeld, hatte seine existenzbedrohende Finanzkrise gerade erst hinter sich. Drei Jahre später befand sich Dortmund im Klopp-Rausch, wurde mit dem gebürtigen Stuttgarter Deutscher Meister, ein Jahr später „Double-Sieger“. Klar, dass diese Erfolgsstory auch in England Begehrlichkeiten weckt. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert und Geschichte widerholt sich nicht oft.

Liverpool ist kein Weltklub mehr…

Der FC Liverpool wartet seit 1990 (!) auf den Gewinn der englischen Meisterschaft. Die Sehnsucht ist riesig, die Erwartungen an jeden neuen Trainer unglaublich hoch. Selbst Rafael Benitez (jetzt Real Madrid), der den Klub 2005 zum Champions-League-Triumph führte, konnte diesen Traum nicht verwirklichen. Es gibt daher nicht wenige Kritiker, die sagen, dass der Trainerjob in Anfield ein Himmelfahrtskommando sei…

„Es ist die spannendste Herausforderung im Weltfußball“, sagt Klopp über seinen neuen Job. Das stimmt. Aber Vorsicht! Liverpool ist einer der Vereine in Europa, bei denen die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit unglaublich groß ist. Wo Weltklub draufsteht, ist kein Weltklub mehr drin. Den letzten Titel, den Liga-Cup, holte der LFC 2012...

Auch in Liverpool wird Klopp die Stars nicht halten können

Neben dem riesigen Erwartungsdruck findet Klopp in Liverpool eine ähnliche Situation vor wie in Dortmund. Für Stars ist der Klub von der Merseyside nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zu Europas Großen, siehe Luis Suarez oder Raheem Sterling. Auch sollte man bei aller Euphorie nicht vergessen, dass Klopp am Ende in Dortmund bei seinen Transfers kein gutes Händchen mehr hatte und dass unter dem Strich beim BVB unter seiner Regie auch drei verlorene Finals in Folge stehen. Es geht also für ihn auch um sein persönliches Renommee als Trainer. 

Es spricht für Klopp, dass er nach gerade mal drei Monaten Auszeit zurück ist und den riskanten Liverpool-Job annimmt. Das ist mutig, das verdient Respekt – und ich glaube, dass er Anfield schafft und nicht Anfield ihn. By the way: Auf seine Pressekonferenzen auf Englisch freue ich mich schon jetzt. Mal sehen, was dann im Netz los ist…

 

 

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren