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Die Liga schwach, weil Hertha BSC stark ist? Blödsinn!

15.12.2015 - Der Hauptstadtklub träumt auf Rang drei von Europa. Und das ist auch gut so. Die oft als Chaos-Klub titulierten Berliner stehen nicht zu Unrecht in der Spitzengruppe. Sie sind dabei, sich neu zu erfinden...

  • Die Hertha bejubelt den 2:1-Heimsieg über Bayer Leverkusen.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Hertha bejubelt den 2:1-Heimsieg über Bayer Leverkusen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Pal Dardai hat die Hertha auf Platz 3 der Bundesliga geführt. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Pal Dardai hat die Hertha auf Platz 3 der Bundesliga geführt. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Hertha-Spieler dürfen sich über eine erfolgreiche Hinrunde freuen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Hertha-Spieler dürfen sich über eine erfolgreiche Hinrunde freuen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Herthas Manager Michael Preetz hatte endlich mal ein glückliches Händchen bei der Trainerwahl. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Herthas Manager Michael Preetz hatte endlich mal ein glückliches Händchen bei der Trainerwahl. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller steht für eine positive wirtschaftliche Entwicklung bei der Hertha. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller steht für eine positive wirtschaftliche Entwicklung bei der Hertha. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fußballerische Uralt-Floskeln wie „Das ist nur eine Momentaufnahme“ lassen mich immer wieder schmunzeln. Warum? Weil sie meistens nicht stimmen. Wie im Fall Hertha BSC. Schaut man sich den Höhenflug – die Berliner rangieren auf Platz drei auf einem direkten Champions-League-Platz – genauer an, stellt man fest, dass 29 Zähler aus 16 Spielen alles andere als ein Zufallstreffer sind.

Der temporäre Erfolg in Berlin hat gute Gründe. Für Bundesliga-Meistertrainer Felix Magath (62) ist klar: Hertha darf sogar von Europa träumen. Magath am Montag in einer Kolumne der Hamburger Morgenpost: „In der Anfangsphase der Saison hat Berlin fleißig Punkte geholt. Nicht immer attraktiv, manchmal glücklich. Das war nicht immer schön, aber effektiv.“

Für diesen schnörkellosen, aber gnadenlos effektiven Fußball (24 Tore aus 64 Chancen / Quelle: WahreTabelle.de) zeichnet vor allem der vom Interimscoach zum Cheftrainer aufgestiegene Ex-Profi Pal Dardai (39) verantwortlich. Der Ungar führte sein Heimatland als Nationaltrainer zurück in die Erfolgsspur. Sein Nachfolger in Budapest, Bernd Storck, schaffte mit den Magyaren wenig später die erste EM-Teilnahme seit 1972.

Pal Dardai ist ein Glücksfall – auch für den umstrittenen Manager Preetz

In Berlin hat Dardai, seit 5. Februar 2015 im Amt, mit einer neuen Bescheidenheit und seiner gelebten Begeisterung für diesen Klub (Ex-Hertha-Spieler Fredi Bobic: „Er ist vollgepumpt mit dem Hertha-Gen“) für diesen Höhenflug gesorgt. Er ist kein Trainer der großen Worte, verbietet seinen Spielern die „große Klappe“ und verstand es in dieser fabulösen Hinrunde, die Neuzugänge Vedad Ibisevic (31), Mitchell Weiser (21) oder Niklas Stark (20) optimal im Team einzusetzen. Auch der von Dardai vorgenommene Torwartwechsel – der Norweger Rune Jarstein (31) ersetzte Ex-Bayern-Keeper Thomas Kraft (27) – zahlte sich aus. Die Berliner stellen mit nur 18 Gegentreffern eine der stabilsten Defensivreihen der Liga. Dardai also ein Glücksfall für Hertha? Mehr als das! Ich gehe so weit, dass ich sage: Er ist die beste Personalentscheidung von „Trainer-Killer“ und Geschäftsführer Michael Preetz (48)!

Der Bundesliga-Torschützenkönig von 1999, der damals maßgeblichen Anteil an Herthas Sprung in die Champions League hatte, galt vor der Beförderung Dardais als gnadenloser Rasierer. Unter seiner Ägide verschliss man in der Hauptstadt namhafte Trainer wie u. a. Lucien Favre, Friedhelm Funkel und Jos Luhukay. Wie gut, dass sich Preetz in dieser Phase zurücknimmt und endlich mal in Demut macht („Es ist ein Moment, den man gern festhalten möchte, aber das geht nicht“) – denn große Sprüche kann der gerade erwachende Hauptstadt-Klub überhaupt nicht gebrauchen.

Wichtigster Mann im Hintergrund: Herthas Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller. Seit 1998 (jener Saison, in der in Berlin erstmals CL-Träume wahr wurden…) im Amt, hat er vor allem Herthas riesigen Schuldenberg von 24,4 auf 15,9 Millionen Euro reduziert und u. a. den Investor KKR an Bord geholt, wichtige Sponsorenverträge verlängert.

Hertha nutzt nicht nur die Schwächen der Konkurrenz aus…

Irgendwo bin ich mit Blick auf die Berliner Erfolgsserie im Netz auf die ketzerische Frage „Wie schwach muss eine Liga sein, in der Hertha BSC Dritter ist?“ gestoßen. Das ist, mit Verlaub, großer Unfug. Es ist – siehe Augsburg im letzten Jahr – in der Bundesliga nach wie vor nicht verboten, das Schwächeln der so genannten Europapokalanwärter in eigener Sache auszunutzen. Hertha BSC macht also alles richtig. 

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