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Pep sagt bei Bayern „Adios“ – und lässt viele Fragen offen!

17.12.2015 - Titel, Rekorde, aber keine Liebe – nach drei Jahren geht die Ära von Coach Pep Guardiola (44) beim FC Bayern München im Sommer 2016 zu Ende. Nicht überraschend, aber auch nicht ohne Risiko für den Rekordmeister.

  • "Trainer kommen, Trainer gehen": Das Statement von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sagt einiges über das Verhältnis zwischen dem Star-Trainer und seinem (Ex-)Klub © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    "Trainer kommen, Trainer gehen": Das Statement von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sagt einiges über das Verhältnis zwischen dem Star-Trainer und seinem (Ex-)Klub © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Europäisch konnte Guardiola den Verein nicht voranbringen - Pep scheiterte ausgerechnet an den beiden spanischen Großclubs Real und Barca © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Europäisch konnte Guardiola den Verein nicht voranbringen - Pep scheiterte ausgerechnet an den beiden spanischen Großclubs Real und Barca © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Unter Pep bildete sich eine spanische Fraktion im Team des FC Bayern, deutsche Jungstars wie etwa Mario Götze hingegen hatten es schwer unter dem Trainer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Unter Pep bildete sich eine spanische Fraktion im Team des FC Bayern, deutsche Jungstars wie etwa Mario Götze hingegen hatten es schwer unter dem Trainer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • National dominierte der FCB unter Pep total - an der Spitze versank die Liga in Langeweile © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    National dominierte der FCB unter Pep total - an der Spitze versank die Liga in Langeweile © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Im Milliardärs-Club Manchester City warten alte Bekannte aus Barca-Tagen auf Guardiola © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im Milliardärs-Club Manchester City warten alte Bekannte aus Barca-Tagen auf Guardiola © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das gespielte Rätselraten um die Zukunft von Pep Guardiola beim FC Bayern hätte sich Manuel Neuer (28 / „Wir warten jetzt auf eine Entscheidung und dann schauen wir mal, wie es ausgeht“) nach dem 1:0-Pokalerfolg gegen Darmstadt 98 sparen können. Ernsthaft: Wer hat noch an einen Verbleib des charismatischen Spaniers Pep Guardiola in München über den Sommer 2016 hinaus geglaubt? Ich jedenfalls nicht – und 66 Prozent der BILD-Leser, die sich am Donnerstag dazu in einer Meinungsumfrage äußerten, wohl auch nicht.

Wie die spanischen Kollegen der Sportzeitung Marca erfahren haben wollen, zieht es den Pep nach drei Jahren beim FC Bayern wohl zu Manchester City in die Premier League, wo mit Sportdirektor Txiki Begiristain und Geschäftsführer Ferran Soriano zwei Freunde aus gemeinsamen Barca-Zeiten tätig sind.

Der Pep-Abschied kommt alles andere als unerwartet

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (60) hatte vor Wochen den Unverbindlichen („Spieler kommen, Spieler gehen, Trainer gehen irgendwann auch. Es geht immer weiter“) gegeben. Ein deutliches Indiz, dass die Bayern schon Ende November den Kampf um Guardiola aufgegeben hatten. Was aber bleibt?

Sportlich gesehen: Einige Bundesliga-Meilensteine, die vermutlich für die Ewigkeit sind Unter Pep Guardiola eilte der FC Bayern von Rekord zu Rekord. Die längste Siegesserie vom Start weg (10 Spiele), die höchste Sieg-Quote (81 Prozent), 48 ungeschlagene Hinrunden-Spiele, höchster Auswärtssieg in der Champions League (7:1 beim AS Rom, Oktober 2014), früheste Bundesliga-Meisterschaft (27. Spieltag, 2013/2014). In der Liga wurde der FC Bayern mit Guardiola zum Inbegriff der fußballerischen Dominanz.

Trotzdem stehen am Ende der (kurzen) Pep-Ära einige Widersprüchlichkeiten. Ärgerlich und unnötig: Der „Doktoren-Zoff“ mit dem legendären Bayern-Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (73). Mitunter peinlich: Das überschwängliche Anpreisen von Spielern wie Mario Götze oder Joshua Kimmich, die sich am Ende trotz aller Guardiola-Lobarien dann doch auf der Bank wiederfanden. Gewöhnungsbedürftig: Die gefühlt langweilige Spielweise – so mancher soll beim 260. Kurzpass von Xabi Alonso in Höhe der Mittellinie auch schon mal weggenickt sein... Zu hohe Erwartungen: Mit Guadiola scheiterten die Bayern zwei Mal im CL-Halbfinale an den spanischen Giganten Real Madrid und FC Barcelona. Auf europäischer Ebene konnte Guardiola den FC Bayern, den er als Champions-League-Titelverteidiger von Jupp Heynckes übernahm, nicht weiter voranbringen. Für mich ist das – gemessen an den Ansprüchen der Münchner - der größte Makel der Guardiola-Ägide.

Pep-Abgang: Es bleiben viele offene Fragen

„Es gibt keinen plausiblen Grund, warum Guardiola seinen Vertrag nicht schon morgen verlängert“, glaubte Weltmeister Lothar Matthäus (54) zuletzt in einer SPORT BILD-Kolumne noch an den Pep-Verblieb, „bis Weihnachten wird es keine neuen Argumente für oder gegen Bayern geben.“ Scheinbar doch. Dass der FC Bayern ihm in Sachen Personal jeden Wunsch erfüllte, konnte den stolzen Katalanen, der sich im Juli 2013 mit tadellosem Deutsch in München vorstellte, nicht umstimmen. Die Zugänge Alonso (Real, zehn Mio. Euro), Thiago Alcantara (Barcelona, 25 Mio. Euro), Douglas Costa (Donezk, 30 Mio.) oder Arturo Vidal (Juventus, 37 Mio.) waren allesamt Guardiola-Wunschspieler, bilden eine eigene Fraktion im Team.

Der FC Bayern wird auch ohne Guardiola die Liga dominieren

Dass diese Spielergruppe mit dem Abschied von Guardiola zerbricht, halte ich für unwahrscheinlich. Carlo Ancelotti (56), laut Marca bereits als Nachfolger feststehend, wird mit Sicherheit auf das spanischsprachige Kollektiv setzen. Von der Kaderzusammenstellung muss man sich um den FC Bayern keine Sorgen machen, egal, ob Ancelotti oder ein anderer Trainer übernehmen wird.

Dass die Münchner sich nach Bastian Schweinsteiger (31, jetzt Manchester United) im Sommer von weiteren Superstars trennen werden, ist dagegen aus meiner Sicht eher dankbar. Die Flügelflitzer Arjen Robben (31) und Franck Ribéry (32) werden nicht jünger. Am gefährlichsten aber – und das dürfte den Fans von Verfolger Borussia Dortmund Hoffnung machen – ist aber die Gemengelage für die Rückrunde. Wirkt der Guardiola-Abschied negativ auf die Stimmung im Team - Immerhin sprach sich die Mannschaft öffentlich für sein Bleiben aus - , dann kann das Titelrennen im neuen Jahr noch einmal Fahrt aufnehmen. Dass die Bayern Pep zum Abschied den Champions-League-Titel schenken werden, daran glaube ich nicht!

Unter dem Strich bleibt für mich die Erkenntnis, dass die Kombination „Bundesliga-Spitzenklub und ausländischer Star-Trainer“ selbst mit Guardiola bei den Bayern nicht langfristig war. Erfolgreich ohne jeden Zweifel. Aber eine wirkliche Liebe war es nicht.

 

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