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Roger Schmidt und Rudi Völler: Die Unverbesserlichen!

24.10.2016 - Hut ab, zweiter Innenraumverweis innerhalb eines Jahres für Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt (49)… Es ist mal wieder erstaunlich, wie man die verbale Entgleisung gegen Hoffenheims Trainer-Junior Julian Nagelsmann (29) unterm Bayer-Kreuz bagatellisiert. Klar, Fußball ist kein Hallenhalma – aber was ist eigentlich mit der Vorbildfunktion, die ein Trainer haben sollte – und was ist mit dem gegenseitigen Respekt, für den die Liga immer so großmütig wirbt?

  • Hat sich nicht im Griff: Leverkusens Trainer Roger Schmidt sorgte erneut für einen Aufreger. Foto: Ina Fassbender © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hat sich nicht im Griff: Leverkusens Trainer Roger Schmidt sorgte erneut für einen Aufreger. Foto: Ina Fassbender © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Rudi Völler, der Großmeister der Wutrede:  Sich vor seinen Trainer zu stellen, ist ok. Grundsätzlich die Schuld bei Schiris, Medien oder notfalls dem DFB zu suchen, bringt aber weder den Trainer noch den Verein weiter....

    Rudi Völler, der Großmeister der Wutrede: Sich vor seinen Trainer zu stellen, ist ok. Grundsätzlich die Schuld bei Schiris, Medien oder notfalls dem DFB zu suchen, bringt aber weder den Trainer noch den Verein weiter. Foto: Marius Becker © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Mal wieder wurde Leverkusens Trainer Roger Schmidt auf die Tribüne geschickt, nachdem er Gästetrainer Nagelsmann wiederholt angepöbelt hatte. Foto: Ina Fassbender © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mal wieder wurde Leverkusens Trainer Roger Schmidt auf die Tribüne geschickt, nachdem er Gästetrainer Nagelsmann wiederholt angepöbelt hatte. Foto: Ina Fassbender © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Viele Freunde macht Roger Schmidt sich derzeit nicht, auch mit Thomas Tuchel geriet Leverkusens Trainer auf der Pressekonferenz aneinander. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Viele Freunde macht Roger Schmidt sich derzeit nicht, auch mit Thomas Tuchel geriet Leverkusens Trainer auf der Pressekonferenz aneinander. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wellen nach Roger Schmidts Tribünenverweis durch FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) im Februar gegen Borussia Dortmund schlugen hoch. Mit der Maßnahme, die Partie in der BayArena (0:1) so lange zu unterbrechen, bis Schmidt den Innenraum verlassen hatte, sorgte der Referee für ein Novum in der Bundesliga und steckte klar die Claims ab.

Völlers Reaktion war ebenso heftig wie vorhersehbar

Zum drastischen Mittel der Spielunterbrechung musste Zwayer Referee-Kollege Bastian Dankert (Rostock) am Samstag nicht greifen. Schmidt trollte sich nach seiner Verbal-Attacke gegen Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann („Was bist Du denn für ein Spinner?“, „Glaubst Du, du hast den Fußball erfunden?“, „Halt einfach die Schnauze!“) nach 51 Minuten schnell und ging auf die Tribüne. Seine im Frühjahr kassierte Sperre von fünf Spielen, davon zwei auf Bewährung bis 30. Juni 2017, könnte und wird nun länger ausfallen – und das ist aus meiner Sicht die einzige logische Konsequenz. Der Sauerländer gibt sich an der Seitenlinie oft und gern lautstark, in Interviews stur und provokant. Dass ihm Chef-Schiedsrichterkritiker Rudi Völler (56) nach der Partie verbal zur Seite stand und die Sache herunterspielte, war wenig verwunderlich. „Wenn ein anderer Trainer so etwas sagen würde, spricht wahrscheinlich keiner drüber. Nur bei unserem Trainer ist das wegen seiner Vorgeschichte jetzt ein großes Thema.“

Eben nicht. Da unterliegt Völler – er hatte schon im Frühjahr den „Wüterich“ gegeben und Zwayer fehlende Neutralität unterstellt – einem Irrtum. Wenn der Trainer des FC Bayern oder von Borussia Dortmund sich einen solchen verbalen Ausraster leistet, tagt direkt das große Krisengericht des deutschen Fußballs. Stammtisch-Argumente wie ,,Wir reden doch nur über Fußball“ zählen dann ebenso wenig wie im Fall Schmidt…

Kein Freibrief für Pöbel-Attacken in der Bundesliga!

Wir alle, Fans und Medienvertreter, drängen die Akteure der Fußball-Bundesliga, Spieler, Trainer, Manager, oft und gern in eine Vorbildrolle, der sie leider trotz aller rührigen Werbekampagnen von DFB und DFL nur selten gerecht werden. Was für eine Botschaft senden Schmidt, Völler, aber auch andere, denn an Trainer und Spieler aus den unteren Ligen? Dass man auf den Platz und in der Coachingzone unbeschränkt die Wildsau rauslassen kann? Sicher, Fußball ist kein Hallenhalma und Schmidt hat wohl das Pech, dass er Wiederholungstäter ist. Der Leverkusener Coach ist und von seinem bisher gefahrenen Kurs gegen Trainer-Kollegen und Schiedsrichter keinen Millimeter abgewichen. Das mag man ihm als Authentizität auslegen, man könnte es auch Unverbesserlichkeit nennen. Und Völler?

In Leverkusen sucht man zu oft die Schuld beim Schiedsrichter…

Verliert Bayer Leverkusen, ist der Meister der Wutrede immer der erste, der meist noch auf dem Rasen beim Schiedsrichter vorstellig wird. Schuld an der vorangegangenen Pleite ist natürlich immer der Referee, die Termin-Planer der DFL oder sonstwer. Eine wie auch immer geartete Fehler-Analyse zu den auf Rang elf abgerutschten Leverkusener Beamtenfußballern gibt es nicht.

Strich drunter, ich bin der Meinung, dass es trotz aller professionellen Härte in der Bundesliga keinen Freibrief für Beleidigungen und Kollegen-Schelte geben darf. Roger Schmidts Verhalten ist eines Bundesliga-Trainers nicht würdig. 

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