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Uli Hoeneß ist „koa Lichtgestalt“ mehr …

19.01.2016 - Seit Montag ist es bestätigt: Am 29. Februar wird Ex-Bayern-Macher Uli Hoeneß (64) aus der Haft entlassen. „Das war’s noch nicht“, hatte er bei seinem Abschied vom FCB verkündet – aber er sollte es bei seinem Rücktritt aus dem Jahr 2014 belassen…

  • Gericht bestätigt: Uli Hoeneß kommt vorzeitig frei. Wie das Landgericht Augsburg mitteilte, kommt der frühere Präsident des FC Bayern München schon im Februar wieder auf freien Fuß. Demnach wird Hoeneß...

    Gericht bestätigt: Uli Hoeneß kommt vorzeitig frei. Wie das Landgericht Augsburg mitteilte, kommt der frühere Präsident des FC Bayern München schon im Februar wieder auf freien Fuß. Demnach wird Hoeneß am 29. Februar vorzeitig aus der Justizvollzugsanstalt Landsberg entlassen © dpa picture alliance

Schmal und grau ist er geworden. Die Belastungen der letzten Jahre sind dem wegen Steuerhinterziehung verurteilten, ehemaligen Bayern-Macher Uli Hoeneß regelrecht ins Gesicht gemeißelt.

Hoeneß hat keinen „Promi-Bonus“                                                     

Am 29. Februar 2016 wird der im März 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Weltmeister von 1974 wieder ein freier Mann sein. Allen, die in dieser vorzeitigen Entlassung einen „Promi-Bonus“ für Hoeneß wittern, sei gesagt: Für Hoeneß gelten die Gesetze ebenso wie für jeden anderen. Er hat mindestens ein halbes Jahr seiner Strafe verbüßt – und der Rest kann auf Bewährung ausgesetzt werden. Genau das hat das Landgericht Augsburg am Montag entschieden.

Die Frage, die sich nach Hoeneß‘ Versprechen „Das war’s noch nicht“ bei einem seiner letzten Auftritte vor den Mitgliedern des FC Bayern München aufdrängt: In welcher Funktion werden wir den alten Bayern-Macher wiedersehen? Ich hatte in dieser Rubrik vor geraumer Zeit einmal geschrieben, dass er als „Abteilung Attacke“ der Liga fehlt. Dabei bleibe ich. Aber: Die Steueraffäre hat gewaltig am Denkmal des Uli H. gerüttelt. Ein unglaublicher Imageschaden für den einst als obersten Saubermann des deutschen Fußballs auftretenden Schwaben. Uli Hoeneß ist, wie man auf gut Bayerisch sagen würde „Koa Lichtgestalt“ mehr… Den „weißen Abt“ kann er nicht mehr geben.

Uli Hoeneß wieder Bayern-Präsident? Höchst fragwürdig!

Nun kann man sagen: Seine Affäre haben mit seinen Verdiensten um den FC Bayern nichts zu tun. Falsch. Meiner Meinung nach täte der FC Bayern weder sich noch dem reuigen Sünder Hoeneß einen Gefallen, ihn erneut als Aufsichtsratschef und damit an vorderster Front einzusetzen. Ein Vorbestrafter als Boss des einzigen Global Player unter den Bundesliga-Vereinen? Möglich, aber moralisch sicher nicht erste Liga…

Uli Hoeneß wäre nach all dem Rummel um seine Person – und diesen Theaterdonner gab es auch schon lange vor seiner Verurteilung – gut beraten, beim FC Bayern künftig aus der zweiten Reihe zu kommen. Als Scout, als Berater, vielleicht als Jugendkoordinator. Damit würde er sich selbst aus der Schusslinie nehmen – und er könnte seine Spitzen dennoch platzieren. Genug Herzblut hat der Bayern-Macher, der diesen Verein lebt wie kaum ein anderer, immer noch. Gewicht hat seine Meinung zum und beim FC Bayern so oder so.

Der grau gewordene Mann, unter dessen Regie als Manager der FC Bayern 27 (!) große Titel holte, muss niemandem mehr etwas beweisen.