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Hollands „Fußball-Erfinder“ sind nur noch eine Karikatur!

27.03.2017 - 0:2 in Bulgarien, mit nur sieben Punkten aus fünf Spielen bereits sechs Zähler hinter dem Tabellenführer in der WM-Qualifikationsgruppe A aus Frankreich – dem Weltmeisterschafts-Dritten von 2014 droht erneut ein Sommer ohne großes Turnier. Lassen wir mal den Spott beiseite: Die „Elftal“ ist nur noch ein Schatten von einst. Hinter den Kulissen suchen die Verbandsbosse wohl schon einen Nachfolger für Bondscoach Danny Blind (55). Hoch gehandelt neben „Feierbiest“ Louis van Gaal (65) wird auch Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann (52). Der Schwabe könnte die „Elftal“ weiterbringen.

  • Arjen Robben ist der Star der niederländischen Nationalmannschaft. Foto: Koen Van Weel © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Arjen Robben ist der Star der niederländischen Nationalmannschaft. Foto: Koen Van Weel © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der niederländische Nationaltrainer Danny Blind (r) muss nach der 0:2-Niederlage in Sofia um seinen Job bangen. Foto: Vadim Ghirda © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der niederländische Nationaltrainer Danny Blind (r) muss nach der 0:2-Niederlage in Sofia um seinen Job bangen. Foto: Vadim Ghirda © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Arjen Robben (33) vom FC Bayern gehört in der Nationalmannschaft der Niederlande zu den letzten ganz großen Namen – und auch zu den letzten Klartextern. „Es fehlt an Qualität“, wollte der Vize-Weltmeister von 2010 nach der 0:2-Pleite in Sofia gegen Bulgarien nicht lange um die Ursachen für die Dauer-Talfahrt der „Elftal“ herumreden, „mit einer anderen Spielweise hätten wir viel kaschieren können.“ Diese Masche funktioniert beim chronisch überschätzten WM-Dritten von 2014, bei der EURO im letzten Sommer nur Zuschauer und mächtig verspottet, schon lange nicht mehr.

Hollands Stars leiden an chronischer Selbstüberschätzung

Spieler wie Memphis Depay (23) – nach einem 34 Millionen Euro teuren Missverständnis bei Manchester United mittlerweile bei Olympique Lyon gelandet – oder Gregori Wijnaldum (25), Schützling von Jürgen Klopp beim FC Liverpool, werden ihrem immens hohen Marktwert und den daraus resultierenden, ins Kraut schießenden Erwartungen nicht einmal ansatzweise gerecht! Zwei Tore in vier Quali-Spielen sind für einen Hoffnungsträger wie Depay einfach zu wenig. Wijnaldum blieb in fünf Einsätzen gar ohne Torerfolg. Robben stand verletzungsbedingt in der zweiten Hälfte 2016 nur 135 Minuten auf dem Platz. Das offensive 4-3-3-System, praktisch Standard-Taktik und Synonym für den niederländischen Fußball, erwies sich gerade gegen vermeintliche Außenseiter wie Bulgarien nicht als Allheilmittel.

Unter uns: Ich habe die „Elftal“ in dieser WM-Quali einmal über komplette 90 Minuten verfolgt – beim keineswegs souveränen 3:1 in Luxemburg. Spielerisch und gemessen an den traditionell hohen Ambitionen der Niederländer war’s ein Offenbarungseid!

Vom WM-Dritten zur Lachnummer in Europa

Klar, Vize-Europameister Frankreich und Schweden sind starke Konkurrenten auf dem Weg zum einzigen direkten WM-Ticket für Russland – aber die Schwäche der Niederländer ist nicht neu. 2015 blamierte man sich in der EM-Quali in einer Gruppe mit der Türkei, Tschechien und Island. „Oranje ist nur noch eine Fußballparodie“, legte die Zeitung De Volkskrant nach dem 0:2 in Bulgarien nach. Ob ein autoritärer Trainer wie Louis van Gaal, der als Nachfolger des glücklosen Danny Blind gehandelt wird, das Team auf Kurs bringen kann, ist fraglich. Van Gaal führte die Niederländer zwar 2014 bis ins WM-Halbfinale, auf sein Konto geht in aber auch die verpasste WM-Teilnahme 2002, bis heute ein Fest für Spötter…

Klinsmann hat gezeigt, dass er ein guter Nationaltrainer ist – warum nicht auch in Holland?

Dass der niederländische Fußballverband mit Jürgen Klinsmann auch einen Kandidaten aus dem Land des Erzrivalen Deutschland auf dem Zettel hat, spricht für die Reformbereitschaft und dafür, dass man die deutsch-niederländische Rivalität nicht allzu hoch hängt. Wie auch immer man sich in Amsterdam entscheidet: Die nächste Trainer-Entscheidung muss sitzen, sonst bleibt „Oranje“ auf Dauer als Zuschauer bei den großen Turnieren die Lachplatte im europäischen Fußball.

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