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VfB Stuttgart: Zornigers große Klappe reichte nicht!

23.11.2015 - Unmittelbar bevor der VFB Stuttgart die Trennung von Coach Zorniger bekannt gab, hatte unser Kolumnist Carsten Germann erklärt, warum dieser Schritt überfällig war.

  • Das Team von Alexander Zorniger zeigte am Anfang der Saison couragierte Leistungen  - aber konnte zu wenig punkten. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Team von Alexander Zorniger zeigte am Anfang der Saison couragierte Leistungen - aber konnte zu wenig punkten. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger steht unter erhöhtem Druck und benötigt dringend Erfolge.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger steht unter erhöhtem Druck und benötigt dringend Erfolge. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Eine 0:4-Heimpleite gegen Augsburg und Tabellenplatz 16. Alexander Zorniger kann es nicht fassen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine 0:4-Heimpleite gegen Augsburg und Tabellenplatz 16. Alexander Zorniger kann es nicht fassen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Alexander Zorniger ließ seine Mannschaft nach dem DFB-Pokalsieg gegen Jena nachts um vier Uhr auf dem Trainingsplatz auslaufen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Alexander Zorniger ließ seine Mannschaft nach dem DFB-Pokalsieg gegen Jena nachts um vier Uhr auf dem Trainingsplatz auslaufen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Bislang noch kein Erfolgsduo: VfB Sportdirektor Robin Dutt (l) neben Trainer Alexander Zorniger.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bislang noch kein Erfolgsduo: VfB Sportdirektor Robin Dutt (l) neben Trainer Alexander Zorniger. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach turbulenten und sehr nachdenklich stimmenden zehn Tagen zurück zum Sportlichen.

Stuttgarts Kapitän Christian Gentner (30) schlug am Montag nach dem 0:4-Debakel gegen den FC Augsburg Alarm: „Wir kommunizieren zu wenig, haben immer noch nicht begriffen, dass wir sprechen müssen, sind oft zu brav und zu ruhig.“

Beim VfB sind nur noch die Trainer-Sprüche erstligareif

Dafür teilt VfB-Coach Alexander Zorniger munter verbal aus. Schon Anfang Oktober zoffte er sich nach nur drei Punkten aus sechs Spielen über die Boulevardmedien mit Roman Grill (49), dem Berater von VfB-Fanliebling Georg Niedermeier. Ex-Bayern-Profi Grill über Zorniger: „Einen Spieler, der so lange im Verein ist, so zu vernichten, ist dumm!“

Nach dem schwachen Start stellte sich Zorniger, inzwischen vorrangig für seine Pressekonferenzen in allerbestem Schwäbisch („Nehmet mir jetzt net es letztschde Stückle Vertrauen“) bekannt, mal eben selbst infrage: „Wenn ihr einen Trainer habt, der mit seiner Art und Weise zu spielen, Siege versprechen kann, dann her mit dem! Aber das kann nicht mal Mourinho!“ Solche Sätze, pardon, entbehren nicht einer unfreiwilligen Komik. Denn niemand hat erwartet, dass der VfB Stuttgart nach zwei Jahren Abstiegskampf pur jeden Gegner wegfidelt. 

Immerhin: Mit der Maxime, „diese ganze Scheiße, die der VfB in den letzten Jahren gehabt hat, zu stoppen“, war der ehemalige Leipzig-Aufstiegscoach im Sommer in Stuttgart angetreten. Auf den zweimaligen Retter Huub Stevens folgte damit bei den Schwaben mit Zorniger (Vertrag bis 2018) ein Konzepttrainer, der zumindest vom eigenen Verständnis her für offensive Spielweise steht. Die seichte Hoffnung auf bessere Zeiten zerschlug sich nach dem furiosen Test gegen Manchester City (4:2) mit fünf Niederlagen in Folge zum Start allerdings relativ schnell...

Stuttgart lässt zu viele Chancen liegen – und stellt die Schießbude der Liga

Blickt man rein auf die herausgespielten Chancen, müsste Stuttgart in der Tat mit 79 Torgelegenheiten in der Spitzengruppe der Bundesliga stehen. Hinter dem FC Bayern (102/ Quelle: WahreTabelle.de) und Borussia Dortmund (82) erarbeiteten sich die Schwaben liga-weit die meisten Chancen. Dumm nur, dass sie anders als die Bayern und der BVB daraus nur 17 Tore machten und defensiv mit 31 (!) Gegentreffern die Schießbude der Liga stellen. Die Fans quittierten die katastrophale Abwehr-Leistung gegen den FCA – Timo Baumgartl und Toni Sunjic erhielten von BILD am SONNTAG die Note 6 – am Samstag mit Schmähgesängen gegen das eigene Team. Dass die Anhänger des dreimaligen Bundesliga-Meisters (zuletzt 2007) nach jahrelanger Tristesse einen kurzen Geduldsfaden haben und dass die Vorrunde der Schwaben desolat verläuft, wundert mich nicht.

Im Vorjahr stand der VfB nach 13 Spielen mit ebenfalls nur drei Siegen auf Rang 16. Bis mal wieder am Trainer-Karussell gedreht wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Seit Sommer 2013 verschlissen die Stuttgarter vier Trainer – Retter Huub Stevens, der den VfB 2014 und 2015 vor dem sicheren Abstieg rettete, musste trotz Klassenverbleib sogar zwei Mal am Saisonende seinen Stuhl räumen. Das Risiko, nicht auf den erfahrenen Niederländer Stevens, sondern auf den Liga-Novizen Zorniger zu setzen, scheint sich für die Klubverantwortlichen nicht auszuzahlen.

Zorniger, dem die VfB-Bosse um Bernd Wahler bislang einen Freibrief ausgestellt hatten, wackelt. „Das Vertrauen in ihn ist weiter da, weil wir diesen Auftritt als Ausnahme betrachten“, sagt Sportdirektor Robin Dutt (50) Na, wenn es bei neun Pleiten in 13 Spielen `ne Ausnahme war, dann bin ich ja beruhigt… Wie auch immer: Eine sportliche Vorwärtsentwicklung oder gar eine Trendwende lässt sich bei allem persönlichen Engagement von Alexander Zorniger und dem Versuch, endlich wieder offensiv aufspielen zu lassen, in Stuttgart nicht erkennen.

Stevens kann den VfB dieses Mal nicht retten…

Es hilft weder Zorniger noch dem VfB Stuttgart, wenn er nach jeder Pleite den Trotzkopf gibt. Große Sprüche allein reichen nicht, um den Verein zu retten. Egal, wie das Trauerspiel im Ländle weitergeht: Huub Stevens steht dieses Mal als VfB-Retter nicht zur Verfügung. Der Niederländer hat beim baden-württembergischen Rivalen 1899 Hoffenheim angeheuert und eine Aufgabe übernommen, um die ihn in der Liga niemand beneidet.

 

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