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Von wegen „Alles Roger“! Bei Bayer liegen die Nerven blank

11.12.2015 - Bayer Leverkusen verspielte das Champions-League-Achtelfinale – und scheiterte an den eigenen Nerven. Bezeichnend. Bei der „Werkself“ liegen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Nach Dauer-Wüterich Rudi Völler zeigt sich jetzt auch Coach Roger Schmidt (48) dünnhäutig.

  • Leverkusens Kevin Kampl (Mitte) kann das CL-Aus nicht fassen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leverkusens Kevin Kampl (Mitte) kann das CL-Aus nicht fassen. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  •  Roger Schmidt hat das CL-Aus noch nicht verdaut. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Roger Schmidt hat das CL-Aus noch nicht verdaut. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Leverkusens Karim Bellarabi (r) und «Chicharito» fechten einen Disput aus. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leverkusens Karim Bellarabi (r) und «Chicharito» fechten einen Disput aus. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Rudi Völler hoffte auf ein Wunder - und wurde enttäuscht. © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rudi Völler hoffte auf ein Wunder - und wurde enttäuscht. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Nach dem knappen Aus in der Champions League kniet Leverkusens Hakan Calhanoglu auf dem Spielfeld.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nach dem knappen Aus in der Champions League kniet Leverkusens Hakan Calhanoglu auf dem Spielfeld. © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fast hätte man darauf wetten können, dass Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler (55) nach einer Enttäuschung gegen den FC Barcelona (1:1) zur Fäkalsprache greift. „Es ist doch klar, dass sich jetzt alle mal gegenseitig zusammenscheißen“, kommentierte der Weltmeister von 1990 das Kopf-an-Kopf-Wortgefecht zwischen Stürmer Chicharito und Karim Bellarabi in der zweiten Hälfte der Partie gegen „Barca“ gewohnt derb.

Bayer 04: Schönrednerei statt Fehler-Analyse

Neu war nach dem nächsten CL-Tiefschlag für den Werksklub allerdings, dass der sonst eher zurückhaltend auftretende Bayers Coach Roger Schmidt („Das Spiel wird ein Festtag“) einen rüden Ton wählte. „Noch so eine komische Bemerkung – und wir können das Interview auch abbrechen“, fuhr er einen Sky-Reporter nach dem Spiel an.

Das 1:1 gegen Barcelona – Bayer schied trotz Schützenhilfe vom weißrussischen Gruppengegner BATE Borissow aus – zeigt: Bei den Leverkusenern liegen die Nerven blank. Beim Champions-League-Finalisten von 2002 üben sie sich zu oft und zu gern im Schönreden. Eine nachhaltige Analyse zum Stottern des Bayer-Motors – auch in der Bundesliga gehört man als Tabellenachter zu den Enttäuschungen der Vorrunde – findet nicht statt. Im Klartext und trotz aller unbestrittenen Qualität des Kaders: Unterm Bayer-Kreuz ist nur noch das Theater reif für die „Königsklasse!“

Leverkusens Krise ist eine Mentalitätsfrage

Warum ist das so? Weil dieser Leverkusener Mannschaft nicht nur im Spiel gegen den nicht in Bestbesetzung antretenden CL-Titelverteidiger aus Barcelona die Sieger-Mentalität fehlte! Was Leverkusen beinahe wöchentlich liefert, ist Beamtenfußball. Sie spielen schön und offensiv, machen dann aber gegen Barcelona aus 26 Torschüssen nur einen Treffer und präsentieren hinterher die handelsüblichen Ausreden (Weltmeister Christoph Kramer: „Wir hatten viele Torschüsse, das ist ganz ärgerlich“). Dazu kommen zwölf Gegentore in sechs CL-Spielen und nur ein einziger Sieg – Leistungsdaten eines Champions-League-Achtelfinalisten sehen anders aus.

Eine sportliche Weiterentwicklung ist trotz Neuverpflichtungen von rund 50 Millionen Euro unter dem 2014 nebst acht Assistenten (!) verpflichteten Hoffnungsträger Roger Schmidt als Coach in Leverkusen nicht zu beobachten. Blickt man auf den wütenden Aktionismus von Rudi Völler wie in Wolfsburg (stürmte von der Tribüne an die Seitenlinie) oder nach dem Auswärtsspiel gegen Borissow in Minsk („Pisser“-Affäre), hat man den Eindruck, der neue „FC Hollywood“ der Bundesliga firmiert am Rhein!

Wenn Völler mit seinem Wirbel die Aufmerksamkeit auf sich und weg vom Team und vor allem vom angeschlagenen Coach Schmidt lenken will, so ist das ein gewagtes Spiel. Wie BILDplus am Freitag vermutete, würde ein Schmidt-Rauswurf Leverkusen mit fast acht Millionen Euro Abfindung mehr als teuer zu stehen kommen… Völler bleibt gar nichts anderes übrig, als Schmidt demonstrativ den Rücken zu stärken. Wie lange das gut geht, wird sich nach der Winterpause zeigen…

Der neue „FC Hollywood“ der Liga?

Last but not least: Leverkusens Verantwortliche liefern Einschätzungen, die an Uneinheitlichkeit kaum noch zu schlagen sind. Hatte Völler vor Saisonbeginn die Champions-League-Quali vom Stellenwert her als „eine Art Titel – nur eben ohne Meisterschale“ angepriesen, so ruderte Geschäftsführer Michael Schade (62) schon nach der 1:1-Bankrotterklärung in Weißrussland zurück: „Die Europa League ist ein attraktiver Wettbewerb. Wenn man die Qualität von acht Teams sieht, wäre in der Champions League für uns vielleicht sowieso im Achtelfinale Schluss.“ Ja, was denn nun?

Fast muss man sagen: Zum Glück hat es gegen Barcelona nicht gereicht, sonst wäre auf die bedauernswerten Bayer-Fans im CL-Achtelfinale wohl eine neue Blamage zugerollt.

 

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