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Drama «Harriet»: Eine Sklavin wird zur Retterin

04.07.2020 - Sie war selbst erst Sklavin, dann befreite sie nach ihrer Flucht Hunderte: Harriet Tubman ist eine der schwarzen Frauen, deren Geschichte außerhalb der USA erst langsam entdeckt wird. Ein neues Historiendrama erzählt ihre Lebensgeschichte.

  • Cynthia Erivo spielt Harriet Tubman, die als Sklavin in ein freies Leben fliehen kann. Foto: Glen Wilson/Universal Pictures/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Cynthia Erivo spielt Harriet Tubman, die als Sklavin in ein freies Leben fliehen kann. Foto: Glen Wilson/Universal Pictures/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ginge es nach dem früheren US-Präsidenten Barack Obama, dann würde dieser Film die Geschichte der ersten Frau auf einem 20-Dollar-Geldschein in den Vereinigten Staaten erzählen.

2016 hatte Obamas Finanzminister Jacob Lew Pläne vorgestellt, wonach die Schwarze Harriet Tubman im Jahr 2020 Präsident und Sklavenhalter Andrew Jackson hätte ersetzen sollen. Doch erst vor wenigen Wochen stellte die Trump-Regierung klar: Vor 2030 wird aus den Plänen nichts, die Zeit sei nötig, um den neuen Geldschein sicher zu gestalten. Das Kinodrama «Harriet - Der Weg in die Freiheit» erzählt nun die Geschichte der Frau, an der sich der Streit entzündet.

Zu Beginn des Films in den 1840er Jahren hat sich Tubman noch nicht den Namen Harriet gegeben, sondern wird schlicht als Sklavin «Minty» genannt. Eigentlich hat ihr Partner John, ein freier Schwarzer, eine anwaltliche Bestätigung, dass auch sie freigelassen gehört, doch ihr Plantagenbesitzer will sie nicht gewähren lassen. Erst nach seinem Tod kann sie rund zweihundert Kilometer in ein freies Leben fliehen - und wird dann zu einer wichtigen Helferin, die Hunderte Sklaven in die Freiheit schleust.

Heute ist die von Cynthia Erivo überzeugend verkörperte Tubman eine bekannte historische Figur in US-Kinderbüchern und ihr Leben wird dort an Schulen unterrichtet. Das von der Schwarzen Kasi Lemmons solide inszenierte Drama passt gut in diesen Kanon: Allzu düster wird es nicht, nur vereinzelt werden Widerhaken bis zur Selbstaufgabe, der großen Religiosität Tubmans und ihrer Gabe als Seherin gesetzt, die bedrohliche Entwicklungen erahnt.

Stattdessen arbeitet sich der Film in recht gewohnter Manier an den dramatischen Wende- und Höhepunkten eines Lebens ab. Aufrichtig schnurrt das für vergleichsweise geringe 17 Millionen Dollar abgedrehte Bio-Pic über zwei Stunden hinweg auf hohem Event-Fernsehfilm-Niveau vor sich hin. Filmisch ist das am Ende nicht wahnsinnig überraschend, aber es entsteht genug Spannung durch die beeindruckende Lebensgeschichte einer in Deutschland trotz der jüngsten Demonstrationen gegen Rassismus immer noch recht unbekannten Frau - auch wenn diese es vorerst nicht auf den 20-Dollar-Schein geschafft hat.

Harriet - Der Weg in die Freiheit, USA 2019, 126 Min., von Kasi Lemmons, mit Cynthia Erivo, Leslie Odom Jr., Janelle Monaé

© dpa-infocom, dpa:200702-99-644842/3

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