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Berlin Fashion Week: Männer tragen Kragen und Klunker

03.07.2019 - Zum Beginn der Berliner Modewoche lässt ein Designer die Geschlechtergrenzen verschwimmen. Männer tragen dort auch mal dicke Ohrringe - und TV-Modeexperte Guido Maria Kretschmer erinnert das an etwas.

  • Hoch aufgeschlossen: Entwurf des Designers Christoph Rumpf auf der Fashion Week. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hoch aufgeschlossen: Entwurf des Designers Christoph Rumpf auf der Fashion Week. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Models präsentieren im E-Werk die Mode des Designers Christoph Rumpf. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Models präsentieren im E-Werk die Mode des Designers Christoph Rumpf. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ohrringe liegen auch bei Männern wieder im Trend. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ohrringe liegen auch bei Männern wieder im Trend. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wenn man erste Fotos der Berliner Modewoche anschaut, gibt es einiges zu gucken. Stoffe, die mal an ferne Gegenden erinnern und mal an Sofakissen. Große Krägen und Schulterpolster.

Der Österreicher Christoph Rumpf hat am Montag den Laufsteg im E-Werk eröffnet, einem alten Industriebau. Der Nachwuchsdesigner zeigte auch opulente Ohrringe - nicht nur an Frauen.

Auch Männer trugen bei Rumpf auffallenden Ohrschmuck. Nach Meinung des Designers und «Shopping Queen»-Moderators Guido Maria Kretschmer könnte man das in Zukunft öfter sehen. «Der Ohrring ist wieder zurück», sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. In den 1980ern hätten Männer bis zum Gehtnichtmehr Creolen und andere große Modelle getragen.

Kretschmer findet, dass Ohrringe nicht zu jedem passen. Bei einem Banker habe es mal komisch ausgesehen. «Das ist typabhängig», sagte Kretschmer. Er sei schon froh, wenn es nicht die riesen Tunnel seien, die manche in den Ohren tragen.

Jedes Halbjahr treffen sich Designer, Einkäufer und Instagrammer für mehrere Tage zur Fashion Week in Berlin. Zu den Schauen und Messen werden nach Angaben der Senatswirtschaftsverwaltung rund 70.000 Besucher erwartet. Designer und Labels wie Michael Michalsky, Riani und Marc Cain wollen ihre Ideen für Frühjahr/Sommer 2020 zeigen.

Den Auftakt machte der Nachwuchsdesigner Rumpf, der in Wien studiert. Der 25-Jährige hat vor Kurzem den Grand Prix beim Modefestival in Hyères gewonnen. Rumpf lasse sich von verschiedenen Kulturen inspirieren, teilte eine Agentur mit. Er verarbeite auch Stoffe und Materialien, die er auf Flohmärkten einkaufe.

Noch verrückter ging es übrigens zum Wochenbeginn in Paris bei den Haute-Couture-Schauen zu, teils papageienbunt oder mit engelsgleichen Kleidern. Dort saß Sängerin Celine Dion in der ersten Reihe. In Berlin stehen zum Beispiel die britische Sängerin Rita Ora, Influencerin Cathy Hummels und der frühere One Direction-Musiker Liam Payne auf den Gästelisten.

Viele Modenschauen aus Berlin werden im Internet übertragen. Was man den Rest der Woche auf den Laufstegen sehen wird? Das ist oft noch geheim. Im Januar tauchte überraschend ein weißes Hündchen auf dem Catwalk auf. Manche Designer zieht es auch an ungewöhnliche Orte. Wolfgang Joop zum Beispiel ins Luxuskaufhaus KaDeWe und die Designerin Marina Hoermanseder in ein Sportzentrum aus DDR-Zeiten.

Hoermanseder arbeitet viel mit Schnallen und Designs, die Medizinprothesen ähneln. Eines ihrer Kleider mit pinkem Oberteil und engem Rock sorgte zuletzt für Gesprächsstoff - als Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) damit bei der Verleihung des deutschen Computerspielpreises auftauchte.

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