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Gamerdingers Bundesliga-Kolumne

21.08.2018 - Endlich hat die Warterei ein Ende: Am Freitag startet die 56. Bundesliga-Saison mit dem Auftaktspiel FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim. Millionen von Euro wurden von den Vereinen in neue Spieler und Infrastruktur investiert, Millionen von Menschen werden wieder in den Stadien und vor den Bildschirmen mitfiebern, und dennoch hinkt die Bundesliga schon jetzt im internationalen (Millionen-)Wettbewerb hinterher, denn mit einer Gesamt-Transfersumme von ca. 170 Millionen Euro haben die deutschen Klubs gerade einmal ein Zehntel der Summe ausgegeben, die in England kursiert. Auch wenn Italien und Spanien trotz Cristiano Ronaldo an die Insel-Klubs nicht heranreichen, ein Vielfaches mehr als in Deutschland konnte auch dort umgesetzt werden.

  • War das jetzt 2017 oder 2018...? Egal, der FC Bayern ist auch in der neuen Saison das Maß aller Dinge. Oder erleben wir schon am Freitag gegen den selbsternannten Titelaspiranten Hoffenheim die erste Überraschung? Stil hat der...

    War das jetzt 2017 oder 2018...? Egal, der FC Bayern ist auch in der neuen Saison das Maß aller Dinge. Oder erleben wir schon am Freitag gegen den selbsternannten Titelaspiranten Hoffenheim die erste Überraschung? Stil hat der Verein übrigens: Er übernahm die Kosten, die seine Anhänger durch das Zerstören einer Zusatztribüne beim Pokalspiel in Drochtersen angerichtet hatten - Foto: Michael Weber © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Na, wer weiß, von welchem Verein Abdou Diallo kommt...? Zumindest ist der Neu-Dortmunder mit 28 Millionen Euro der teuerste Transfer der Sommerpause. Auflösung: Der Franzose (27 Bundesligaspiele, zwei Tore...) kickte zuletzt...

    Na, wer weiß, von welchem Verein Abdou Diallo kommt...? Zumindest ist der Neu-Dortmunder mit 28 Millionen Euro der teuerste Transfer der Sommerpause. Auflösung: Der Franzose (27 Bundesligaspiele, zwei Tore...) kickte zuletzt für Mainz 05 – Foto: firo Sportphoto/Christopher Neundorf © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Schnäppchen: Leon Goretzka wechselte ablösefrei von  Schalke 04 zum FC Bayern und soll sich nun im Starensemble so durchsetzen, dass er auch die Nationalmannschaft wieder auf Kurs bringt - Foto: firo Sportphoto © dpa –...

    Schnäppchen: Leon Goretzka wechselte ablösefrei von Schalke 04 zum FC Bayern und soll sich nun im Starensemble so durchsetzen, dass er auch die Nationalmannschaft wieder auf Kurs bringt - Foto: firo Sportphoto © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der ewige Claudio ist wieder da: Pizarro kam in Worms tatsächlich erneut zu einem Pflichtspieleinsatz für Werder Bremen. Und dabei wird der Peruaner nicht mal von einem Investor bezahlt... – Foto: Anke Waelischmiller/Sven Simon...

    Der ewige Claudio ist wieder da: Pizarro kam in Worms tatsächlich erneut zu einem Pflichtspieleinsatz für Werder Bremen. Und dabei wird der Peruaner nicht mal von einem Investor bezahlt... – Foto: Anke Waelischmiller/Sven Simon © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich weiß, Ablösesummen sind nicht alles (siehe die Leon Goretzka, Emre Can und Max Meyer), und es zählen vielmehr die Gehälter. Aber auch da liegen inzwischen andere vor der Bundesliga. Und damit sind wir, trotz aller Vorfreude auf den Ligastart, auch schon beim Grundproblem, das sich natürlich noch stärker als bisher im sportlichen Vergleich niederschlagen wird. Wenn man bedenkt, dass Borussia Dormund mit ca. 70 Millionen fast die Hälfte der Gesamtinvestments der Bundesliga-Klubs abdeckt und dennoch bei der „Stoßstürmer“-Suche noch nicht fündig geworden ist, wird die Problematik noch deutlicher. Um die Spieler verpflichten zu können, die sich nicht nur national für das internationale Geschäft qualifizieren, sondern dort dann auch dem sportlichen Vergleich standhalten, ist eine regelmäßige Teilnahme an den Europacupwettbewerben, idealerweise der Champions League unabdingbar. Nur dort rollt der Rubel der TV- und Werbevermarktung, der so dringend für adäquates Spielermaterial benötigt wird.

Es sei denn, es fiele irgendwann einmal die viel diskutierte 50+1-Regel - hinter der ich ja stehe, so lange die Unrechtmäßigkeit nicht bewiesen ist - und „Scheich Reza Schisslaweng“ aus Timbuktu findet plötzlich Gefallen daran, den SV Werder wieder zu einer großen europäischen Nummer zu machen und kauft sich den Traditionsklub von der Weser. Ein Szenario, bei dem sich zwar jeder Bremer wie ein Zitteraal schütteln würde, aber eben auch so ziemlich das einzige, unter dem man sich die Hansestädter in mittlerer Zukunft wieder auf europäischer Ebene vorstellen kann. Es sei denn, Rückkehrer Claudio Pizarro (39) erlebt seinen siebten Fußball-Frühling…

So konzentrieren wir uns also besser auf die hiesige Liga, was in der Sache ja schon schwer genug ist. Ich bin ja in der vergangenen Saison wieder zum Samstag-Nachmittag-Radiohörer geworden. Und wissen Sie was? Das macht richtig Spaß und ist viel spannender als die „Sportschau“, die man ja angeblich „besser sieht.“ Dazu bedurfte es nicht einmal viel Überredungskunst, denn es lässt sich vortrefflich zum Beispiel Backgammon spielen, während man den Reportagen der sprechenden Kollegen lauscht. Und auch wenn ich kein großer Freund der großen Internetanbieter und –Versanhändler bin, so ist der Streamingdienst des Anbieters mit „A“ nicht zu verachten.

Verächtlich rümpfe ich lediglich meine Nase, wenn ich an das TV-Angebot denke. Die Verhandlungen über die Übertragungsrechte und die damit einhergehenden Verschiebungen der dafür authorisierten Sender war nämlich kausal dafür verantwortlich, dass ich nur noch per Audioübertragung zuschalte, wenn Bundesliga-Kicks laufen. DAZN, Eurosport Player, Sky & Co, können mich mal. Denn inzwischen weiß ich inklusive der internationalen Wettbewerbe ja kaum noch, wer wann wo spielt bzw. übertragen wird und wo gerade Marco Hagemann oder Jörg Dahlmann unter Vertrag steht (btw: Haben Sie mitbekommen, dass Sport1 die 2.Liga von SkySportNews und parallel überträgt? Das will ja auch niemand mehr wissen...). Für die eingesparten Abo- und Zusatzkosten lade ich jetzt einmal pro Monat meine Frau ins Musical oder Theater ein. Und wissen Sie was: Auch das steigert die Lebensqualität!

Oft habe ich es dann sogar noch geschafft, mich meiner ehemaligen Lieblings-TV-Sportsendung, zu später Stunde dem Aktuellen Sportstudio (übrigens ebenfalls seit 1963 am Start – ein guter Jahrgang!), zuzuschalten. Ehemalig vor allem, weil ich das Gefühl habe, dass fast alle Moderatoren bei den öffentlich-rechtlichen mit Weichspüler behandelt worden sind. Okay, Wim Thoelke war sicher auch kein Vorreiter (jeder erinnert sich...) des investigativen Journalismus. Aber er bekam auf seine Fragen noch echte Antworten. Ich würde mir nämlich wünschen, wenn wir im Zuge von „jeder Fussi, der mal irgendwann in einem Bundesligakader war, darf ab Sonntagsabends bis zur Mitte der Woche in irgendeinem TV-Fußball-Analyseformat seinen Senf dazugeben", wieder zur kritischen Analyse und einem nicht vorab abgestimmten Interview-Modus zurückfinden würden. Solange das nicht der Fall ist, ziehe ich die Ziehung der Lottozahlen vor. Das ist nämlich interessanter, weil spannender!

Aber, es ist ja, wie es ist: Und deshalb gratuliere ich dem FC Bayern zur Meietsrschaft 2019 und eröffne hiermit schon heute die neue Bundesliga-Saison: „Mögen die Spiele beginnen!“

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