Blockflöte ist viertbeliebtestes Instrument in Deutschland

22.12.2020 Die Blockflöte gilt als klassisches Einstiegsinstrument. Und gerade zu Weihnachten wird sie in vielen Familien wieder hervorgeholt. Doch ganz so selbstverständlich ist der Flötenunterricht inzwischen nicht mehr.

Blockflöten sind nicht nur beim Familienkonzert in der Weihnachtszeit beliebt. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kleine Sopranflöte für Einsteiger, Altflöte für Hobby-Musiker oder Konzert-Bassflöte für mehrere Tausend Euro: Blockflöten sind nicht nur beim Familienkonzert in der Weihnachtszeit beliebt.

«Die Blockflöte wird immer noch von knapp 60.000 Schülern jedes Jahr gespielt», sagt Dirk Mühlenhaus vom Verband deutscher Musikschulen, dem nach eigenen Angaben rund 930 öffentliche Einrichtungen mit 1,4 Millionen Musikschülern angehören.

Damit ist die Blockflöte laut dem Verband das viertbeliebteste Instrument in Deutschland - die Zahl derjenigen, die Flötespielen lernen, sinkt dennoch. «Das hat damit zu tun, dass die Blockflöte als klassisches Einsteiger-Instrument an Bedeutung verloren hat», sagt Mühlenhaus.

Waren Kooperationen zwischen Grund- und Musikschulen früher noch selbstverständlich, haben viele Bundesländer inzwischen ihre eigenen Programme zur musikalischen Erziehung. «Das sagt aber nicht, dass die Flöte generell in der Bedeutungslosigkeit versinkt», sagt Mühlenhaus.

Denn das Instrument hat nicht nur junge Fans. Auch in der sogenannten Alten Musik, etwa in der Renaissance und im Barock, spielt die Flöte eine Rolle. Stefan Kömpel, Co-Geschäftsführer des Blockflötenbauers Mollenhauer aus Fulda, spricht sogar von einer «Flöten-Szene», die sich auf Festivals treffe und auf hohem Niveau spiele. «Generell gibt es eine Entwicklung, die man beschreiben kann: Weniger, aber hochwertigere Instrumente», sagt er. Die Zahl der verkauften Flöten gehe zwar etwas zurück, aber dafür würden die Kunden im Durchschnitt mehr Geld auf den Tisch legen.

Und wie steht es um die Flöten in der Corona-Pandemie? Die Zahlen der Einsteiger seien noch mal etwas gesunken, sagt Kömpel. Auch Konzertinstrumente wie tiefe Bassflöten würden seltener verkauft. Aber: «Im häuslichen Bereich wird scheinbar wieder mehr musiziert mit der Auswirkung, dass wir zum Teil sogar Zuwächse haben bei den anspruchsvollen Instrumenten für die Hausmusik.»

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