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MIXTAPE 10 – Rock’n’Roll ist Männersache?

22.05.2018 - Was würden Beavis and Butt-Head dazu sagen? Da gehe ich mal wieder einem Gedanken nach und plötzlich wird das ein Fass ohne Boden…

  •  © Mondbasis Hamburg / Jessica

    © Mondbasis Hamburg / Jessica Baran-Surel

Jetzt dachte ich mir so, wo sind eigentlich die ganzen Frauen in der Rockmusik? Dann hab ich mir mal meine Playlist vorgenommen und ganze 6 Songs von 102 mit Frauenbeteiligung gefunden. Doch selbst bei diesen Bands, überwiegt der Männeranteil deutlich. Dann denk ich mir so, das gibt’s doch nicht, bin ich da unbewusst irgendwie sexistisch? Ich hab mich eigentlich nie so wahrgenommen und kann das natürlich so nicht stehen lassen. Also hab ich mich hingesetzt und stundenlang nach Rockbands mit wenigstens einer Frau gesucht, mit denen ich was anfangen kann. Ich muss das ja auch mögen, sonst kommt mir das nicht in meine Playlist.

Dass die Ausbeute dabei dann doch eher kläglich war, werdet ihr wohl schon vermuten, denn der Frauenanteil in meiner Playlist hat sich danach immer noch nicht nennenswert gesteigert. Ich hab echt Geduld bewiesen und mich durch massenhaft Schrammel-Indie-Punk-Songs bzw. das übliche Weichspülgedöns gekämpft aber das wollte ich auf keinen Fall in meiner Playlist haben. Dieses Thema wird wohl noch was Übergreifendes. Als ich dann schon beschlossen hatte, einen dieser 6 Songs zum Thema zu machen und mich erstmal damit abzufinden, dass da kurzfristig nichts zu machen ist, bin ich über „Dorothy“ gestolpert. Und zack, nix mit Männersache Rock’n’Roll, das hat Eier und macht Spaß. 2014 in Los Angeles gegründet, haben die nach der obligatorischen ersten EP, 2016 ihr Debut Album „Rockisdead“ veröffentlicht und damit bei mir grad ordentlich punkten können. Zusammengefasst, zitiere ich als musikalische Beschreibung einfach mal Sängerin Dorothy Martin selbst: „Im Grunde wollen wir Songs machen, wie sie Beavis and Butt-Head gerne hätten.“.

Jetzt wär das ja alles viel zu einfach gewesen, wenn ich ein paar schöne Sachen über diese Band sage, auf die Playlist verweise und gendermäßig aus dem Schneider bin, aber der Haken lässt nicht lange auf sich warten. Das zweite, gerade erst erschienene Album, „28 Days in the Valley“ ist sowas von Rock’n’Roll befreit, dass ich, nach dem Debut echt neugierig und erwartungsvoll, völlig enttäuscht erstmal ne Dosis ACDC brauche. In den meisten Reviews dazu, wird die Platte auch ordentlich verrissen und man liest Dinge wie „…aber Gott weiß, was mit der Band hinter ihr passiert ist; Sie klingen gelangweilt und langweilig, als ob sie Angst hätten, etwas Interessantes zu tun…“. Ich kann euch sagen, was mit denen passiert ist. Die wurden ausgetauscht und zwar komplett. Dass dann auch der Produzent wechselte, ist nicht verwunderlich, zumal der ja auch in der Band mitspielte. Für meine Geschichte hier ist das natürlich komplett kontraproduktiv, da den Produzentenjob mit Linda Perry (4 Non Blondes) diesmal auch noch eine Frau übernommen hatte und somit die Fäden nun nicht mehr die Männer, sondern die Frauen ziehen. Ich weiß nicht, ob das nun Perrys Einfluss ist oder einfach der übliche Musikbiz-Weichspüler und werd das wohl auch nicht mehr klären können, aber zur Eingangsfrage bin ich kein Stück weiter gekommen…

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de