Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

MIXTAPE 3 – Warum früher trotzdem nicht alles besser war!

03.04.2018 - Es war übrigens auch nicht schlechter, es verändert sich nur einfach. Das nennt man Leben und das im Einzelnen zu bewerten macht schlichtweg keinen Sinn…

  •  © Mondbasis Hamburg / Jessica

    © Mondbasis Hamburg / Jessica Baran-Surel

Es ist noch nicht lange her, da hörte man von Seiten der Musikindustrie nur noch Gejammer. Die Umsätze von CD Verkäufen waren komplett eingebrochen und das böse Internet hatte den Markt zerstört… Eine ganze Branche hatte über Jahrzehnte wie die Made im Speck gelebt und sah sich nun plötzlich von neuen Medien bedroht, die sie wohl nicht überleben würde. Seit ein paar wenigen Jahren liest man nun davon, dass der Musikmarkt wächst und die Zahlen sich gut entwickeln. Alle sind wieder glücklich. Man hat einen Weg gefunden, neue Konzepte entwickelt und jetzt feiert man sich wieder selbst - bis zur nächsten Krise…

Nanu, denkt sich dann der nicht involvierte Musikliebhaber. Was war passiert? Ganz einfach, das Leben ging weiter. Dinge verändern sich und wenn man mit glasigen Augen, stets nur sich selbst beweihräuchernd, eine nie enden wollende Party feiert, kann man schonmal das eine oder andere verpassen und steht dann völlig unvorbereitet, mit den Händen in den Taschen, auf einer großen Baustelle und heult. Am Ende findet sich dann doch ein Weg und alles wird gut.
 
Und außerhalb der Branche? Vor 20 Jahren hab ich meine CDs mit zu meinen Kumpels genommen (ja, da hat man sich noch so richtig bei den Leuten zu Hause getroffen) und dann haben wir zusammen Musik gehört, darüber diskutiert und uns gegenseitig neue Platten vorgestellt. Heute sieht das auf den ersten Blick ganz anders aus, ist aber in der Basis genau das gleiche. Wir hören nen coolen Song oder sehen ein Video und teilen das dann einfach mal per WhatsApp, Facebook, YouTube oder was auch immer direkt und sofort mit unseren „Homies“ und vielleicht entsteht auch gleich eine Diskussion in der Gruppe darüber. Wenn man damals was über einen Künstler wissen wollte, hat man sich ne Zeitschrift besorgt oder mit anderen darüber gesprochen und es gab so einige Leute, die ihren Coolness-Faktor allein aus der Tatsache gezogen haben, dass sie irgendwelche Details wussten, mit denen sie andere beeindrucken konnten. Heute googelt man sich durch den großen Müllhaufen und weiß am Ende trotzdem nicht, ob man jetzt über neues Faktenwissen verfügt oder sich nur irgendwelchen Unsinn gemerkt hat, der von den omnipräsenten Detailwissen-Angebern abgesondert wurde. Die gibt’s nämlich nach wie vor und richtig überprüfen lässt sich der Wahrheitsgehalt immer noch nicht…
 
Da kann man jetzt aus verschiedenen Perspektiven darüber schwadronieren, warum jetzt was davon besser oder schlechter war/ist, oder man akzeptiert einfach, dass die Welt sich nunmal weiter dreht… Letzte Woche hab ich übrigens ein paar uralte Begleiter wiederentdeckt. New Model Army haben mich schon in den 90ern mit ihren keltisch anmutenden Folk-Rock-Songs verzaubert und ich habe mir endlich mal die letzte Platte „Winter“ zu Gemüte geführt und gleich mal 2 Perlen daraus in die Playlist geschmissen… Nächste Woche geht’s hier weiter, womit auch immer…
 

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

SessionId: e640c7b1-772b-49e4-a16b-1cdeb419a087 Device-Id: 3149 Authentication: