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Der elektrische Reiter

18.11.2019 - Statt Ford-Pflaume das galoppierende Pferd im Grill. Ford nutzt den Namen Mustang für sein neues Elektro-SUV Mach-E. Der Stromer soll in einem Jahr nach Deutschland kommen. Wir konnten bereits in einem Prototyp mitfahren.

  • Fords erstes E-SUV fährt unter der Marke Mustang ©

    Fords erstes E-SUV fährt unter der Marke Mustang © Ford

  • Heckangetrieben hat der Mach-E 190 oder 210 kW (258/285 PS). Bei Allrad kommt ein vorderer E-Motor mit 50 kW/68 PS hinzu ©

    Heckangetrieben hat der Mach-E 190 oder 210 kW (258/285 PS). Bei Allrad kommt ein vorderer E-Motor mit 50 kW/68 PS hinzu © Ford

  • Der Mach-E ist das erste Elektroauto von Ford, das komplett als solches konzipiert wurde ©

    Der Mach-E ist das erste Elektroauto von Ford, das komplett als solches konzipiert wurde © Ford

  • Die dreigeteilten Rückleuchten sind vom Mustang-Sportwagen übernommen ©

    Die dreigeteilten Rückleuchten sind vom Mustang-Sportwagen übernommen © Ford

  • Das Cockpit zeigt unmissverständlich, wo die Designer aus Dearborn stibitzt haben: bei Tesla ©

    Das Cockpit zeigt unmissverständlich, wo die Designer aus Dearborn stibitzt haben: bei Tesla © Ford

SP-X/Los Angeles. Brüllender V8, schwarze Gummistriche auf der Straße, cooles Design, muskulöser Auftritt, zweifellos, der Ford Mustang gehört zu den ganz großen automobilen Legenden. Auch die grandiose Verfolgungsjagd mit Steve McQueen im Kinohit „Bullitt“ bleibt unvergessen. Aber ein Mustang mit leisem Elektromotor, wie passt das zusammen?

Bestens, sagt man sich in der Ford-Zentrale in Dearborn/Michigan. Nicht einmal der größte amerikanische Mustang-Club ging auf die Barrikaden. Neue Zeit, neuer Zeitgeist. Dass ein Elektro-SUV von Ford das Wildpferd im Grill trägt war anfangs keineswegs beabsichtigt. Erst mit fortlaufender Entwicklung erzeugte das ganze Projekt so viel Begeisterung im Team, dass ein passender Name hermusste. „Wir wollten dem Auto ein hohes Maß an Emotionalität mit auf den Weg geben“, sagt Ron Heiser, der Chef-Ingenieur des Mach-E.

Doch selbst mit einigen Mustang-typischen Design-Anleihen wie die drei geteilten Rückleuchten, das „schnelle“ Fastback-Heck oder die muskulös ausgestellten hinteren Kotflügel, einen „Wow“-Effekt erzielt der Mach-E nicht. Ford legte sich in der Optik auf ein Crossover-Mainstream-Design fest. Damit soll eine möglichst große Kundengruppe angesprochen werden, weltweit. Allerdings sticht Ford mit dieser Karosseriewahl nicht aus der Masse heraus, erst recht nicht in Bezug zu einem Tesla Model Y oder einem Audi Q4 e-tron. Beide Modelle sind 2021 ebenfalls auf dem Markt.

Der Mach-E ist das erste Elektroauto von Ford, das komplett als solches konzipiert wurde. Mit einer Länge von 4,71 Meter entspricht er in der Größe einem Jaguar I-Pace. Wie üblich füllt die gesamte Bodengruppe die Batterie aus. Die Basisversion verfügt über eine Kapazität von 75 kWh. Das soll eine Reichweite von 450 Kilometern ermöglichen. Auf stolze 600 Kilometer kann sich der zukünftige Mach-E-Fahrer einstellen, wählt er den größeren Akku mit 99 kWh.

Heckangetrieben hat der Mach-E 190 oder 210 kW (258/285 PS). Bei Allrad kommt ein vorderer E-Motor mit 50 kW/68 PS hinzu. Die Systemleistung beträgt dann 248 kW/338 PS. Anfang 2021 will Ford noch eine Powerversion mit 342 kW/465 PS und 830 Newtonmeter Drehmoment hinterherschicken, den Mustang Mach-E GT. Er soll in weniger als fünf Sekunden von null auf Tempo 100 sprinten. Das ist Porsche-Niveau.

Einen Vorgeschmack auf die Fahrleistungen des elektrischen Wildpferds bekamen wir unter anderem auf einem abgesperrten Flugplatz in Los Angeles. Zwar handelte es sich hier noch um Prototypen im Tarnkleid, doch technisch unterscheiden sich diese nicht mehr von den Serienversionen, die ab nächsten Sommer vom Band laufen werden.

Wie alle Elektroautos beschleunigt der Mach-E linear, druckvoll und geschmeidig. Und auch ohne das Lenkrad in den Händen zu halten, spürt man gut die recht straffe Fahrwerksauslegung. Zwar schlagen Bodenunebenheiten bisweilen etwas unsanft durch, dafür aber nimmt der SUV-Stromer einen Slalom-Parcours umso souveräner unter die Räder. Und wer den Fahrmodus-Schalter auf „Sport“ stellt, bekommt sogar leichte Gänsehaut. Das künstliche Geräusch täuscht tatsächlich einen sonoren aber dezenten Achtzylinder-Sound vor – authentisch komponiert, wie Ford betont.

Um überhaupt in den Mach-E einsteigen zu können, bedarf es eines neuen Rituals. Die üblichen Türgriffe fehlen. Stattdessen gibt es kleine runde Sensor-Buttons. Fingertipp genügt, und die Türen springen etwa zehn Zentimeter auf, weit genug, um dann hinter den Falz zu greifen und die Tür ganz aufzuziehen. Ford behauptet, sogar Kinder kämen damit bestens zu recht. Hoffentlich auch die Rettungsdienste.

Das Cockpit zeigt unmissverständlich, wo die Designer aus Dearborn stibitzt haben: bei Tesla. Auch im Mach-E dominiert ein riesiger Bildschirm (39 cm Diagonale) in der Mitte des Armaturenbretts den ansonsten sehr reduziert gehaltenen Innenraum. Wer mit einem Smartphone zurechtkommt, für den stellt auch die Menüführung im elektrischen Mustang kein Problem dar. Einzigartig: Trotz totaler Digitalisierung und Touch-Bedienung gibt es als kleines Gimmick ein reales Rändelrad zur Lautstärkenregelung. Es sitzt unmittelbar auf der Glasoberfläche des Displays. Wie so etwas funktioniert, wissen wohl nur die Entwickler.

Der Mustang Mach-E wird in der Einstiegsversion 46.900 Euro kosten und liegt damit auf dem Niveau eines Tesla Model 3. Nach Deutschland sollen die ersten Fahrzeuge Ende nächsten Jahres kommen.

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