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Tönnies: «Von der Wucht der Reaktionen erschlagen»

07.11.2019 - Der FC Schalke 04 bemüht sich nach der Rückkehr von Clemens Tönnies in das Amt des Aufsichtsratschefs um Normalität. Ein Interview im vereinseigenen TV soll helfen, dass sich die Aufregung um dessen als rassistisch eingestufte Äußerungen legt.

  • Clemens Tönnies bezeichnet seine vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen als «Fehler». Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Clemens Tönnies bezeichnet seine vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen als «Fehler». Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wohlwollende Fragen in entspannter Atmosphäre - am Tag der Rückkehr von Clemens Tönnies in sein Amt als Aufsichtsratschef startete der FC Schalke 04 eine PR-Offensive. In einem Interview des vereinseigenen TV gab sich der Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück geläutert.

Seine vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen vor gut drei Monaten bezeichnete er als «Fehler»: «Es hätte mir nicht passieren dürfen. Es ist voll in die Hose gegangen. Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung. Ich war von der Wucht der Reaktion total erschlagen.»

Im Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag) legte Tönnies nach: «Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wochenlang über einen Satz grüble, der mir jetzt unendlich leidtut. Glauben Sie mir: Ich wache seit drei Monaten nachts auf und denke über diesen Satz nach.»

Die öffentlichen Äußerungen sollen dazu beitragen, dem Clubchef das Comeback auf Schalke zu erleichtern. In erster Verärgerung über dessen Äußerungen Anfang August beim «Tag des Handwerks» in Paderborn («Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren») hatte es zahlreiche Vereinsaustritte und viel öffentliche Kritik gegeben. Nicht zuletzt deshalb hatte der Schalker Ehrenrat eine Woche später eine dreimonatige Zwangspause für den 63-Jährigen ausgesprochen.

«Es war eine harte Zeit. Ich hätte nicht erwartet, dass ich ein Stück weit leide, nicht dabei zu sein», bekannte Tönnies im Vereins-TV. «Das hat mir viele Gedanken gebracht, über das, was ich gesagt habe, wie ich es eigentlich gemeint habe und wie es insgesamt aufgenommen wurde.» Tönnies fühlt sich falsch eingeschätzt: «Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben. Wir müssen uns in der Gesellschaft viel mehr gegen Rassismus stellen. Ich sehe uns alle in Europa in der Pflicht, was für Afrika zu tun.»

Tönnies verspürt bei seiner Rückkehr positiven Zuspruch. «Ich habe das Gefühl, dass sich alle freuen, dass ich wiederkomme. Ich möchte da jetzt gerne mit allen anfassen und Schalke weiter nach vorne bringen», sagte er. Den Zeitpunkt seiner Rückkehr in das Stadion ließ er offen: «Ich bin geschäftlich derzeit sehr eingebunden. Ich sage früh genug Bescheid.»

Unterstützung erhielt Tönnies von Peter Peters. Der Finanzvorstand wies die teilweise harsche Kritik am Umgang des Vereins mit seinem Aufsichtsratschef zurück und forderte eine Rückkehr zur Normalität. «Schalke hat in dieser Frage mit seinen Gremien bemerkenswerte Entscheidungen getroffen, die letztendlich dazu geführt haben, dass nun eine Sperre abgelaufen ist», sagte Peters in einem Interview der «WAZ» (Donnerstag). Die Entscheidung des Revierclubs war teilweise als zu mild kritisiert worden.

Auf die Frage, ob er fürchte, «dass bei Tönnies etwas hängen bleibt», antwortete Peters: «Ich werbe intensiv dafür, dass das nicht so ist. Es gibt nicht lebenslang, das gehört zu einem Miteinander dazu.» Peters glaubt, dass «eine deutliche Mehrheit» der Schalke-Mitglieder es positiv bewerte, «dass er sich sofort entschuldigt hat und jetzt zurückkommt». Ihm sei in der Diskussion zu kurz gekommen, «dass es hier eine dreimonatige Sperre gegeben hat – das ist kein Freispruch!», sagte er. Es sei «ja nicht nur das Rechtsverständnis von Schalke 04, sondern allgemein gültig, dass man nach dem Verbüßen einer Sperre wieder seiner Tätigkeit nachgehen kann», betonte Peters.

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