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Das Weltall & das Dorf

08.06.2018 - Städter, Frauen wie Männer, wagen sich ungern aus ihrem sicherem Lebensraum heraus. Dabei kann man im Universum und auf dem Dorf faszinierende Dinge erleben.

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Jetzt sind wir im Weltall und unser Astronaut Alexander Gerts ist der erste deutsche Kommandant an Bord einer Raumstation. Gerts ist ein unglaublich cooler, netter Junge, diese Kombination ist selten. Sein Blog ist toll und sein letzter Tweet vor dem Abflug endet: „Passt auf euch auf, meine Freunde.“ Ah, was für ein Mann! Kurz davor, im Nirgendwo aus der Station zu schweben und eventuell mit einigen zehntausend Stundenkilometern im Kosmos verloren zu gehen - aber immer noch besorgt um seine Follower.

Im All soll es ja sehr ruhig sein und es gibt viel Schönes zu sehen. Alles wie auf dem Land. Ich war gerade eine Woche zu Besuch in einem sehr, sehr kleinen Dorf. Wer auf dem Land lebt, kann jetzt abschalten, für alle anderen hier News von außerhalb der Stadtmauern.

Auf dem Land ruft der Kuckuck, ansonsten gibt es verwirrend viel Stille. Außer, der Dorf-Nazi dreht seine Kampfmusik auf. Andererseits: der Nazi kümmert sich fürsorglich um seine demente Nachbarin. Deshalb lädt man ihn widerstrebend hin und wieder sogar zu Feierlichkeiten ein. Der Nazi sagt allerdings immer ab, mit fadenscheinigen Ausreden. Er ist der einzige Nazi im Dorf und ängstigt sich in Gesellschaft von Andersgläubigen.

Im Bekleidungsgeschäft gibt es eine sagenhafte Auswahl an geblümten Küchenkitteln. In denen kann man vernünftig Marmelade einmachen und Früchtesuppe mit Griesklößchen kochen.    

Gefrühstückt wird um acht, Mittag gibt es um zwölf, in etwas schludrigen Haushalten auch mal um halb eins.

Was macht man sonst so auf dem Dorf? Man ruft Hallo über den Gartenzaun. Meist wird man ins Haus gebeten. Drinnen gibt es Kottelets mit Kartoffeln. Man bietet was ordentliches an, nicht so erbärmliches Zeug wie in der Stadt. Über Snacks lacht man hier. Ciabatta mit Oliven und ein bisschen Schafskäse, hahaha!

Natürlich haben die Leute auf dem Dorf auch Sorgen. Der Fuchs reißt die Hühner. Ich erfahre: es gibt immer mehr Füchse auf dem Land und die Dörfler schaffen ihre Hühner und Gänse ab. Sie kommen nicht mehr an gegen die Füchse.

Mein kleines Städterinnenhirn findet das alles bemerkenswert und erstaunlich. Nicht ganz so erstaunlich, wie ein Flug ins All, aber es kommt nahe ran.