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DOSB-Chef Hörmann attackiert WADA: «Laden sauber aufräumen»

28.01.2019 - Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes fordert Präsident Alfons Hörmann eine grundlegende Neuaufstellung der Welt-Anti-Doping-Agentur. Gleichzeitig würdigt er die großen deutschen Erfolge im noch jungen Sportjahr.

  • Alfons Hörmann hat in seiner Rede beim Neujahrsempfang des DOSB die Arbeit der WADA kritisier. Foto (Archiv): Guido Kirchner Foto: Guido Kirchner © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Alfons Hörmann hat in seiner Rede beim Neujahrsempfang des DOSB die Arbeit der WADA kritisier. Foto (Archiv): Guido Kirchner Foto: Guido Kirchner © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Deutsche Olympische Sportbund will sich offensiv in die Debatte um eine Reform der Welt-Anti-Doping-Agentur einschalten.

«Für den deutschen Sport darf ich versichern, dass das Präsidium sich klar und messerscharf positionieren wird, weil vieles von dem, was in internationalen Sphären an fragwürdigen Entscheidungen getroffen wird, immer schwerer intern im DOSB zu erklären und zu verkaufen ist», sagte Präsident Alfons Hörmann am 28. Januar auf dem Neujahrsempfang in Frankfurt/Main.

Deshalb wünsche sich der DOSB bei der anstehenden Neubesetzung des WADA-Präsidentenamtes, dass es nur jemand sein könne, «der im Laden WADA endlich sauber und klar aufräumt». In diesem Jahr wird Craig Reedie das WADA-Spitzenamt abgeben. Einzige Kandidatin für die Nachfolge ist bisher die norwegische Ministerin Linda Helleland. Die WADA und ihr Präsident Reedie waren im Zuge des russischen Doping-Skandals immer wieder heftig in die Kritik geraten.

Abgesehen von den wenig verheißungsvollen Nachrichten aus dem internationalen Anti-Doping-Kampf kommentierte Hörmann begeistert die großen deutschen Erfolge am Anfang des neuen Jahres. «Ich bin überzeugt, dass wir vor einem faszinierenden weiteren Sportjahr stehen und auch ohne Olympische Spiele keine Langeweile aufkommen wird», prophezeite er. Nach der gelungenen Heim-WM im Handball würden weitere Welttitelkämpfe im Eisschnelllauf, Beachvolleyball und Turnen sowie die Premiere des Wochenendes der deutschen Meisterschaften in Berlin folgen. «Viele Athleten machen sich zudem schon langsam auf den Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio», sagte Hörmann.

Nach der Heim-WM könnten die Handballer nach seiner Ansicht die Qualifikation für die Tokio-Spiele mit noch mehr Mut angehen. «Nach dieser Leistung geht das Team von Bundestrainer Christian Prokop gestärkt in das Ausscheidungsturnier», sagte Hörmann. «Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft alles dafür tun wird.» Bei den Rio-Spielen 2016 war die deutsche Mannschaft Olympia-Dritter geworden. Zudem erwartet der DOSB-Chef, dass das gute Abschneiden mit Platz vier der Sportart Handball in Deutschland Auftrieb geben werde: «Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Handballsport daraus entsprechendes Kapital schlagen wird.»

Ein Triumph zur rechten Zeit ist für ihn der von Josef Ferstl im Super-G in Kitzbühel. «Es ist insofern unfassbar, dass es nicht nur für Sepp Ferstl der große Moment seiner Karriere war, sondern es in einer Zeit passiert ist, in der das deutsche Alpinteam mehr als gebeutelt ist», sagte Hörmann. «Nach so vielen Rückschlägen und Verletzungen so ein Ausrufungszeichen im Mekka des Skisports zu setzen, ist schon allererste Sahne.»

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