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Wachsender Cannabiskonsum von Jugendlichen sorgt die Polizei

26.06.2018 - Immer wieder wird über die Legalisierung von Cannabis debattiert. Der zunehmende Konsum der Droge bereitet der Polizei allerdings Sorge. Angesichts des Weltdrogentages fordert sie, dass das Rauschgift nicht verharmlost werden darf.

  • In Niedersachsen ist der Cannabiskonsum von Kindern und Jugendlichen gestiegen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    In Niedersachsen ist der Cannabiskonsum von Kindern und Jugendlichen gestiegen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Der rasant steigende Cannabiskonsum von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen macht der Polizei Sorge. Binnen zehn Jahren verdoppelten sich die von der Polizei festgestellten Verstöße Minderjähriger mit Cannabis, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag in Hannover mit. Obwohl überwiegend Jungen mit Cannabis auffallen, hat sich die Zahl der ertappten Mädchen zwischen 2008 und 2017 ebenfalls stark erhöht, wie aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht.

Die wesentlichen Gründe für diese Entwicklung liegen nach Erkenntnis des LKA einerseits in der hohen Verfügbarkeit der Droge und andererseits in der andauernden Legalisierungsdebatte. Dadurch werde oftmals jungen Menschen suggeriert, dass Cannabis ungefährlich sei. Zuletzt hatte der Landtag in Hannover in der vergangenen Woche über ein Modellprojekt zur legalen Cannabis-Abgabe an Erwachsene beraten, eine entsprechende Forderung von FDP und Grünen erhielt aber keine Zustimmung.

«Auch Cannabis darf nicht weiter verharmlost werden, zumal der Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) sich in den letzten Jahren deutlich erhöht hat», sagte LKA-Präsident Friedo de Vries anlässlich des Weltdrogentages am Dienstag. Die negativen Folgen eines regelmäßigen Cannabiskonsums, insbesondere für Kinder und Jugendliche, seien mittlerweile vielfach durch Studien belegt, so das LKA. «Kiffen» könne gerade in dieser Risikogruppe schwerwiegende körperliche und seelische Erkrankungen sowie Entwicklungs- und Wachstumsstörungen hervorrufen. Familiäre, soziale und schulische Probleme seien häufige Begleiterscheinungen.

Das LKA informiert in seiner an junge Menschen und Eltern gerichtete Anti-Cannabis-Kampagne «Die Rauchmelder» über die Gefahren der Droge. Hauptzielgruppe sind die 10 bis 14-Jährigen, da in diesem Alter inzwischen die ersten einschlägigen Erfahrungen mit Cannabis gemacht werden.