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240 Millionen alter Zwergsaurier in Deutschland entdeckt

20.02.2020 - Stuttgart (dpa) - Vor 240 Millionen Jahren streifte ein nicht einmal zehn Zentimeter langes eidechsenartiges Tierchen durch das Schachtelhalm-Dickicht im heutigen Baden-Württemberg. Das Relikt eines solchen Zwergsauriers haben Wissenschaftler des Stuttgarter Naturkundemuseums in einem Steinbruch bei Vellberg (Kreis Schwäbisch Hall) gefunden. «Es handelt sich um eine wissenschaftliche Sensation», sagt der Abteilungsleiter Paläontologie Rainer Schoch.

  • Ein 240 Millionen Jahre altes Fossil liegt im Naturkundemuseum. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein 240 Millionen Jahre altes Fossil liegt im Naturkundemuseum. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der überraschend kleine Fund habe eine große Bedeutung für die weitere Erforschung und Rekonstruktion des Lebensraumes der Trias-Zeit. Zugleich gebe diese Schuppenechse Hinweise auf die Evolution der Reptilien. «Das Tierchen ist spannend, weil wir über die Vorfahren von Echsen oder Schlangen wenig wissen», erläutert Schoch.

Dem Saurier-Experten fiel der Kopf des Reptils in einer grauen Tonschicht auf, die sich am Boden eines längst verschwundenen Sees abgelagert hatte. «Wir haben damit eine neue Art und Gattung entdeckt», erläutert Schoch. Den Winzling taufte das Team um Schoch Vellbergia bartholomaei - nach dem Fundort Vellberg und zu Ehren des Fossiliensammlers Alfred Bartholomä. Es präsentiert den Fund im Fachjournal «Scientific Reports».

Das Tier ist nach Angaben des Naturkundemuseums einer der ältesten Vertreter der Schuppenechsen, die heute über 10 000 Arten umfasse. Zudem gebe der Fund Einblicke in die Zeit vor der Entstehung der Dinosaurier. Die Zeit der riesigen Dinosaurier begann laut Schoch erst 20 Millionen Jahre später. Für den Zeitraum bis dahin gebe es viele Funde von verschiedenen Tieren - bislang allerdings nur große. Dazu gehören auch fünf bis sechs Meter lange Krokodile.

Der nur zwölf Millimeter lange Kopf der Vellbergia wird im Museum per Mini-Computertomograph untersucht. Zu sehen sind Hirnknochen und Zähne des Insektenfressers.

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