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Baden-Württemberg vernetzt die Fundstätten der Kelten

10.07.2020 - Die bekanntesten Kelten aller Zeiten dürften Asterix und Obelix sein. Allerdings gibt es die keltischen Knollnasen-Gallier nur auf Papier, während die richtigen Kelten im heutigen Baden-Württemberg spannende Spuren hinterlassen haben. Diese sollen jetzt vernetzt werden.

  • Die Außenansicht zeigt die Nachbauten der keltischen Heuneburg bei Herbertingen. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Außenansicht zeigt die Nachbauten der keltischen Heuneburg bei Herbertingen. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit millionenschwerem Aufwand will Baden-Württemberg die Fundstätten und Museen für das historische Erbe der Kelten stärker präsentieren und vernetzen. Nach den Plänen des Wissenschaftsministeriums werden drei zentrale Stätten gefördert, außerdem soll der mehr als 2000 Jahre alte Trichtinger Silberring zum Symbol einer Werbekampagne für das «Keltenland Baden-Württemberg» werden.

«Das spannende keltische Erbe kann nicht nur an einigen zentralen Fundstätten und Museen studiert werden, sondern prägt flächenübergreifend das ganze Land», sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) am Freitag in Stuttgart. In den kommenden Jahren sollen zehn Millionen Euro in die Keltenkonzeption investiert werden. Das hatte die grün-schwarze Regierung bereits im Januar vergangenen Jahres beschlossen.

Gefördert werden der Heidengraben als größte bekannte keltische Befestigungsanlage Deutschlands, der Ipf mit seinem frühkeltischen Fürstensitz und das Keltenmuseum Hochdorf in Eberdingen. Unterstützt werden auch die landeseigene Heuneburg als einer der bedeutendsten keltischen Fundplätze Europas sowie das Landesmuseum Württemberg. Weitere Förderungen vor allem auch im badischen Landesteil sollen folgen, versprach Olschowski. Unter anderem nannte sie Kelten-Fundstätten in Jestetten, Heidelberg und Villingen-Schwenningen sowie die Region Breisgau mit Freiburg und dem Colombischlössle.

«Die Hauptaufgabe der Keltenkonzeption besteht darin, dieses reiche Erbe sichtbar zu machen», sagte Olschowski. «Wir wollen eine Geschichte erzählen von einer längst vergangenen Zeit, deren oft geheimnisvolle Spuren bis heute im ganzen Land zu entdecken sind.»

Diese Geschichte beginnt im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus im Raum Burgund und Württemberg. Von hier verbreiteten sich die Kelten über nahezu ganz Europa. Für die Geschichte Südwestdeutschlands waren sie bis ins 1. Jahrhundert vor Christus entscheidend.

Die nun geförderten Stätten im Einzelnen:

  • Der «Heidengraben» bei Hülben (Kreis Reutlingen) gilt als größte bekannte keltische Befestigungsanlage Deutschlands. Er hat eine Gesamtfläche von rund 18 Quadratkilometern. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Oppidum - eine umgrenzte Siedlung der Kelten aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Der Zweckverband Region Heidengraben (Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben) plant dort ein «Erlebnisfeld Heidengraben» mit einem virtuellen Erlebnispfad und einem Besucherzentrum. «Man kann bald bereits mit dem Handy in die Welt der Kelten eintauchen», sagte Hülbens Bürgermeister Siegmund Ganser.

  • Der ehemalige keltische Fürstensitz Heuneburg im heutigen Landkreis Sigmaringen soll zu einer Kelten- und Naturerlebniswelt ausgebaut werden. Die Burg gilt als die älteste frühstädtische Siedlung nördlich der Alpen. Bis zu 5000 Menschen lebten nach Schätzungen auf einem Gebiet von 100 Hektar. In den Anfängen um 620 vor Christus war die Burg sehr wahrscheinlich eine Ansammlung von Bauernhöfen. Schließlich wurde die trutzige Heuneburg als Fürstensitz zu einem wichtigen wirtschaftlichen und politischen Machtzentrum, das Handelsverbindungen zu griechischen Kolonien am Mittelmeer hatte.

  • Auch der Berg Ipf bei Bopfingen (Ostalbkreis) gilt als frühkeltischer Fürstensitz. Darauf lassen Entdeckungen der Luftbildarchäologie und Ausgrabungen in der Umgebung des Berges schließen. Die Nachbauten keltischer Gebäude auf dem Ipf sollen mit dem Geld des Landes saniert werden, außerdem sind ein Besucherzentrum und digitale Angebote geplant.

  • Das Keltenmuseum Eberdingen-Hochdorf hat als Ort eines nicht geplünderten frühkeltischen Hügelgrabs aus der Hallstatt-Zeit (um 540 vor Christus) Seltenheitswert. Dort werden heute anhand von Repliken Funde aus der Grabstätte eines frühkeltischen Fürsten ausgestellt. Es war 1968 entdeckt und zehn Jahre später untersucht worden.

  • Als «Schaufenster des Keltenlandes» soll künftig das Landesmuseum Württemberg zu einem zentralen Anlaufpunkt werden. Auch in den Stuttgarter Ausstellungsräumen soll Interaktives großgeschrieben werden. An Medientischen sollen Museumsbesucher zu 21 besonderen Keltenorten in Baden-Württemberg geführt werden, von denen sich auch Funde in den Sammlungen des Landesmuseums befinden.

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