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Bauland deutlich teurer als im bundesweiten Schnitt

16.09.2020 - Nicht nur die Preise für Wohnimmobilien liegen auf einem Rekordhoch, auch Bauland hat noch nie so viel gekostet wie im vergangenen Jahr. Besonders teuer ist es in Baden-Württemberg.

  • Ein Bauhelm hängt auf einer Baustelle. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bauhelm hängt auf einer Baustelle. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Häuslebauer müssen für ein Stück Bauland in Baden-Württemberg deutlich mehr bezahlen als die Menschen in Deutschland insgesamt. Im Jahr 2019 waren pro Quadratmeter im Schnitt 227,44 Euro fällig, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das sind fast 40 Euro mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Es geht aber auch noch teurer. In Hessen kostete der Quadratmeter im Schnitt 232,24 Euro, in Bayern 301,75 Euro. In Hamburg und Berlin sind gar Preise jenseits der 1000 Euro zu zahlen.

Insgesamt sind die Preise für Bauland in Deutschland auf Rekordniveau. Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter lag bei 189,51 Euro - ein Rekordhoch wie bereits bei den Preisen für Wohnimmobilien. Vor allem in Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Wohnraum gewaltig, doch es fehlt an Bauland. Das treibt die Bodenpreise in die Höhe. Zehn Jahre zuvor war ein Quadratmeter nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch im Schnitt noch für rund 122,00 Euro zu haben.

Am niedrigsten waren die durchschnittlichen Kaufwerte mit jeweils unter 60 Euro pro Quadratmeter in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen (49,67 Euro), Sachsen-Anhalt (52,19 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (56,10 Euro).

Nach Erkenntnissen der Statistiker steigen die durchschnittlichen Kaufwerte tendenziell mit der Gemeindegröße. In Kommunen mit weniger als 2000 Einwohnern wurden im Schnitt 66,04 Euro pro Quadratmeter bezahlt. In den 14 größten Städten der Republik mit mindestens 500 000 Einwohnern war es etwas mehr als das 17-Fache: 1128,33 Euro.

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium setzt auf einen Ende Mai 2020 aufgelegten Grundstücksfonds. «Mit dem Zwischenerwerb von Grundstücken durch das Land eröffnet er den Kommunen die Möglichkeit, eine vorausschauende Bodenpolitik für mehr bezahlbaren Wohnraum zu betreiben», sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der Grundstücksfonds leiste langfristig einen wesentlichen Beitrag zur Wohnbauflächenaktivierung und damit auch zur Beeinflussung der Bodenpreise, die gerade in den Wohngebieten am teuersten seien. Unterstützt werden demnach diejenigen Kommunen, die einen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum haben, aber aufgrund ihrer Haushaltslage zumindest vorübergehend nicht in der Lage sind, selbst aktiv zu werden.

Eine Sprecherin der baden-württembergischen Bauwirtschaft forderte von den Kommunen die zusätzliche Ausweisung von Bauland. Außerdem gebe es viele Zuzüge in den Südwesten, was die Nachfrage auch erhöhe und zu steigenden Preisen führe.

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