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Bislang kein Nachweis des Coronavirus aus China

28.01.2020 - Sie kommen aus China zurück und fühlen sich nicht wohl. Mehrere Menschen habe sich deshalb im Südwesten auf den Coronavirus testen lassen. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht - anders als im Nachbarland Bayern.

  • Eine Mikroskopaufnahme zeigt den neuen Stamm des Coronavirus. Foto: IVDC/China CDC via GISAID/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mikroskopaufnahme zeigt den neuen Stamm des Coronavirus. Foto: IVDC/China CDC via GISAID/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Stuttgart (dpa/lsw) - Das neuartige Coronavirus ist im Südwesten bislang noch nicht nachgewiesen worden. Zwar wurden an der Uniklinik Heidelberg und im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) mehrere Menschen auf den Erreger getestet. In keinem der Fälle erhärtete sich jedoch der Verdacht. In Heidelberg handelte es sich um Rückkehrer aus den betroffenen Regionen Chinas, wie eine Kliniksprecherin am Dienstag sagte. Getestet wurde eine Zahl von unter zehn Patienten, die sich in den vergangenen Tagen vorgestellt hätten. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Im RBK waren am Wochenende eine Frau aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan in Zentralchina sowie ihre Tochter untersucht worden. In beiden Fällen wurde eine Coronavirus-Infektion in Betracht gezogen. «Es hat sich aber bei der Frau und ihrer Tochter nicht bestätigt», sagte der Medizinische Geschäftsführer des Krankenhauses, Mark Dominik Alscher.

Nach der deutschlandweit ersten bestätigten Coronavirus-Erkrankung in Bayern sieht sich das baden-württembergische Gesundheitsamt gut gerüstet. Unabhängig von dem Fall im Nachbar-Bundesland habe der Südwesten die eigenen Laborkapazitäten inzwischen ausgebaut, sagte Stefan Brockmann, Leiter des Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz des Sozialministeriums, in Stuttgart. Demnach können von Mittwoch an Proben von Verdachtsfällen im eigenen Labor untersucht werden und müssen nicht mehr nach Berlin geschickt werden.

In der Nacht zum Dienstag hatte das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg mit dem Coronavirus infiziert habe. Der 33-Jährige hatte sich bei einer Chinesin angesteckt, die für die Zusammenarbeit nach Deutschland gekommen war. Besonders an dem Fall ist, dass die Übertragung in der Zeitspanne passiert sein muss, in dem die Frau zwar infiziert, jedoch noch symptomfrei war.

Die Sprecherin der Uniklinik Heidelberg sagte: «Wir wünschen uns Besonnenheit. Das neue Virus verunsichert, ist aber eines von vielen Viren, die im Umlauf sind.» Die Proben, die aus dem Auswurf der Menschen genommen werden, könnten gegen Ende der Woche ebenfalls im klinikeigenen Labor untersucht und müssten nicht mehr an die Berliner Charité geschickt werden.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) rief am Dienstag dazu auf, auch die normale Grippe nicht aus dem Blick zu verlieren. «Influenza ist wesentlich aggressiver und die Ansteckungsgefahr beim Nichtimpfschutz ist wesentlich größer», sagte er in Stuttgart. Er appellierte an die Bevölkerung: «Gehen Sie noch zum Impfen.» Dafür sei es keine Sekunde zu spät. «Wir haben wesentlich mehr Sterbefälle bei Influenzazeiten, als wir das bei dieser Form haben werden», sagte er mit Blick auf das Coronavirus.

Der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger unterhält einen kleinen Stützpunkt in China, der rund 500 Kilometer von Wuhan in Zentralchina entfernt liegt. «Wir beobachten die Situation sehr genau», sagte eine Sprecherin.

Der Künzelsauer Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg hat alle Dienstreisen von und nach China gestrichen. Zudem haben Ziehl-Abegg Deutschland und Ziehl-Abegg Japan nach einer Mitteilung mehrere Tausend Mundschutzmasken ins Werk nach China geschickt, weil regional Mundschutzmasken bereits knapp werden. Die chinesische Tochter habe den Auftrag erhalten, innerhalb weniger Tage mehr als 70 Ventilatoren für das neue Krankenhaus in Wuhan zu liefern - das Krankenhaus soll binnen sechs Tagen gebaut werden. Auch der Autozulieferer Bosch will laut «Heilbronner Stimme» und «Mannheimer Morgen», seine Dienstreisen nach China weitgehend einstellen.

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