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Fehlende Lebensmittelkontrollen in Hessen kritisiert

11.12.2019 - Der Listerien-Skandal in Nordhessen hatte bereits ein Schlaglicht auf die mangelhafte Kontrolle in Lebensmittelbetrieben geworfen. Ein Bericht der Organisation Foodwatch zeigt: Es fehlt das dafür nötige Personal, auch anderswo im Land.

  • Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft bei einer Betriebskontrolle die Temperatur einer Fleischware. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft bei einer Betriebskontrolle die Temperatur einer Fleischware. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin/Wiesbaden (dpa/lhe) - Wegen eines deutlichen Personalmangels finden in Hessen nach Erkenntnissen der Verbraucherorganisation Foodwatch zahlreiche vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen nicht statt. Fast drei von zehn vorgeschriebenen Betriebskontrollen bei Restaurants, Imbissen oder Lebensmittelherstellern fielen im vergangenen Jahr aus, ergebe sich aus Informationen der zuständigen Behörden, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Teils setzten Kommunen weniger als die Hälfte ihrer Vorgaben um. Die Organisation forderte Verbraucherministerin Priska Hinz (Grüne) zum Einschreiten auf.

Foodwatch nannte als besonders auffällige Negativbeispiele den Odenwaldkreis, wo nur 29 Prozent der Kontrollen stattgefunden hätten, den Kreis Bergstraße (48 Prozent), den Main-Taunus-Kreis (49 Prozent) sowie die Stadt Darmstadt, die keine präzisen Angaben machte - die Organisation errechnete aus vorhandenen Daten eine Quote von weit unter 50 Prozent. Auch andere Kommunen hätten Auskünfte verweigert, was rechtswidrig sei, kritisierte Foodwatch.

Auf nur die Hälfte der Kontrollen kommt der Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo sich die Firma Wilke befindet, in deren Produkten gefährliche Listerien entdeckt worden waren. Hier hätten von den 2294 vorgeschriebenen Kontrollen nur 1145 stattgefunden.

Hinz hatte Konsequenzen aus dem Skandal angekündigt, so sollen zusätzliche Stellen in der Fachaufsicht des Ministeriums und bei den Regierungspräsidien entstehen. Auch mehr unangemeldete Kontrollen soll es künftig geben.

Ihr Ministerium erklärte zu der Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation am Mittwoch, es laufe derzeit eine Auswertung der Kontrolldichte. «Das Verbraucherschutzministerium will in diesem Zuge vor allem klären, welchen Hintergrund die teilweise geringe Anzahl an Kontrollen hat. Dafür muss jede Situation einzeln betrachtet werden», hieß es. Im Anschluss könne dann geklärt werden, wie die Situation verbessert werden könne. Auch ein Bericht des Rechnungshofs, der derzeit die Lebensmittelüberwachung prüft, werde Erkenntnisse liefern. Die Ergebnisse würden für 2020 erwartet.

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