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Kein «Jugendwort des Jahres» 2019

17.10.2019 - München/Stuttgart (dpa) - Kein «Babo» mehr, kein «Smombie»: Die Wahl zum «Jugendwort des Jahres» fällt in diesem Jahr aus. Das bestätigte der Leiter des Pons-Verlags in Stuttgart, Erhard Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur. Ob es sich um ein endgültiges Aus für die stets medienwirksam inszenierte Wahl oder nur um eine Pause handelt, «wird noch entschieden», sagte er.

  • Auf einem Laufband erscheint "Jugendwort des Jahres" über den digitalen Newsticker eines Hotels in München. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf einem Laufband erscheint "Jugendwort des Jahres" über den digitalen Newsticker eines Hotels in München. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag in München das Jugendwort gesucht, um damit Werbung zu machen für sein Lexikon «100 Prozent Jugendsprache». Er kürte Wortschöpfungen wie «Smombie», ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie, den Satz «Läuft bei dir» oder «Babo», was so viel bedeutet wie Boss oder Anführer. Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf «Ehrenmann/Ehrenfrau» - so werde jemand bezeichnet, der etwas Besonderes für einen tue, hatte der Langenscheidt-Verlag erklärt.

In diesem Frühjahr aber hatte der zur Klett-Gruppe gehörende Pons-Verlag die Marke Langenscheidt und die dazugehörigen Produkte übernommen. «Der Deal kam für das Produkt zu einem ungünstigen Zeitpunkt», sagte Schmidt. Der Zustand des Lexikons «war nicht so, dass wir das Produkt in diesem Jahr in einem vernünftigen Zustand zu Ende führen konnten». Und darum fällt jetzt auch die Werbung dafür aus.

Laut Medienberichten hatte sich zwischenzeitlich ein anderer Anbieter gefunden, der die Wahl in einem reinen Online-Voting fortführen wollte. Nachdem die Seite gehackt wurde, habe er aber Abstand von der Idee genommen. Sie ist inzwischen nicht mehr online.

Pons war nach Angaben Schmidts an der neuen Wahl-Aktion nicht beteiligt. Die Ermittlung eines Jugendwortes sei aber nicht geschützt. «Daher können wir so eine Aktion auch nicht verbieten. Diese Aussage haben wir auch gegenüber der Firma gemacht, die diese Aktion durchgeführt hat.»

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