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Kirchen westlich und östlich des Rheins gegen Populismus

20.04.2019 - Speyer (dpa/lrs) - Einen Monat vor der Europawahl haben sich die evangelischen Kirchen im deutsch-französischen Grenzgebiet in einer gemeinsamen Erklärung gegen Populismus und Abgrenzung ausgesprochen. «Wir fordern die europäischen Parteien auf, populistischen Bemühungen zu widerstehen, die regionale und nationale Traditionen gegen Europa ausspielen und ihre Identität durch die Ausgrenzung Schwächerer und nationaler wie religiöser Minderheiten definieren.» Das betonten die Evangelische Kirche der Pfalz und die Evangelische Landeskirche in Baden sowie die Union Evangelischer Kirchen in Elsass und Lothringen am Samstag in einem Aufruf zur Abstimmung (23. bis 26. Mai).

  • Der Speyerer Dom, aufgenommen von einer Brücke aus in Speyer. Foto: Fredrik von Erichsen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Speyerer Dom, aufgenommen von einer Brücke aus in Speyer. Foto: Fredrik von Erichsen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Papier umfasst sechs Punkte, die die Kirchen auch als Impulse für weitere Diskussionen sehen. Konkret geht es um die Sicherung des Friedens mit zivilen Mitteln, soziale Gerechtigkeit in Europa und weltweit, eine Begrenzung des Klimawandels, Menschenrechte für alle sowie um die persönliche Freiheit in digitalen Zeiten und um ein vielfältiges und buntes Europa. «Europa ist mehr als ein einheitlicher Wirtschaftsraum. Seine Kraft erwächst aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Regionen und Traditionen», heißt es unter anderem. Eine der Stärken Europas sei die Vielfalt.

Kirchenpräsident Christian Schad sagt, das Wahlrecht für rund 400 Millionen Menschen in 27 Staaten sei eigentlich eine Freude - in die sich aber Zweifel mischten. Als Beispiel nannte er den Brexit sowie Europaskepsis in Polen, Ungarn, Slowakei und Tschechien. «Auch in Frankreich, Italien, den Niederlanden und Deutschland treten Parteien an, die die Demontage der Union wollen statt deren demokratische Fortentwicklung», kritisierte Schad. Dem wolle die Kirche etwas entgegensetzen. «Wir gehören zusammen in Europa. Wir sind aufeinander angewiesen. Und wir sind bereit, einander zu vertrauen. Darum engagieren wir uns in und für Europa», betonte der Kirchenpräsident.

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