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Ladenöffnung an Karfreitag und Ostersonntag doch verboten

03.04.2020 - Wenn Christen kurz vor Ostern der Kreuzigung Jesu gedenken, herrscht im Südwesten eine gesetzlich vorgeschriebene Feiertagsstille. In früheren Jahren sorgte das Tanzverbot am Karfreitag für Streit. In Corona-Zeiten ist es etwas anderes.

  • Bunte Ostereier an einem Osterbrunnen im Kloster Maulbronn. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bunte Ostereier an einem Osterbrunnen im Kloster Maulbronn. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach heftiger Kritik von Kirchen und Gewerkschaften hat die Landesregierung die Öffnung von Supermärkten am Karfreitag und Ostersonntag zurückgenommen. An beiden Tagen müssen die Geschäfte geschlossen bleiben, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte. Die Corona-Verordnung des Landes werde entsprechend geändert.

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Landesregierung die Öffnung von lebensnotwendigen Geschäften wie Supermärkten auch an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr erlaubt. Dies diene dem Gesundheitsschutz und dem Ziel, die Infektionsgefahr zu senken, betonte ein Regierungssprecher: «Vor einem langen Wochenende wie Ostern sind die Supermärkte sonst überfüllt. Da findet eine Gruppenbildung statt, die zu verhindern ist.»

Die großen christlichen Kirchen und die Gewerkschaften hatten dagegen scharf protestiert und eine Rücknahme der Entscheidung gefordert. Der Karfreitag ist ein rechtlich besonders geschützter «stiller Feiertag», an dem die Christen des Kreuzestodes Jesu gedenken.

«Es ist unvorstellbar, dass die Menschen an diesem Tag einkaufen gehen, aber nicht in den Gottesdienst dürfen», betonten die evangelischen Landesbischöfe Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden) und Frank Otfried July (Württemberg). Die Landesregierung habe ihre Entscheidung ohne die vorgeschriebene vorherige Anhörung der Kirchen getroffen. Die katholische Kirche schloss sich der Kritik an.

Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Kultusministerin Susanne Eisenmann, zeigte Verständnis für den Protest: «Bei Karfreitag und Ostern handelt es sich um unsere höchsten christlichen Feiertage. Es gilt, sie unbedingt zu schützen und sie auch in diesen schweren Zeiten zu respektieren», sagte Eisenmann der «Heilbronner Stimme» und dem «Mannheimer Morgen» (Samstag). Zudem benötigten die Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel auch mal eine Pause und Zeit für ihre Familien.

Nach Angaben von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat sich mittlerweile gezeigt, dass der Handel von der Öffnungsregelung ohnehin nur wenig Gebrauch mache. Sie appellierte an die Vernunft der Verbraucher: «Es darf nicht dazu kommen, dass vor Ostern durch erhöhtes Einkaufsaufkommen die Infektionsgefahr für Beschäftigte und Kundinnen und Kunden steigt.»

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Verdi hatten die Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Ostern als «völlig überflüssig» und «skandalös» bezeichnet. Die Beschäftigten im Einzelhandel dürften nicht um die verdiente Osterpause gebracht werden, erklärte der DGB.

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