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Frauen zu Vergewaltigung und Kindesmissbrauch angestiftet

14.11.2019 - Für ein Geldversprechen soll eine Mutter ihren vierjährigen Sohn sexuell missbraucht haben. Sie und der mutmaßliche Anstifter müssen sich nun gemeinsam vor Gericht verantworten.

  • Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Tübingen (dpa/lsw) - Serienweise soll ein Mann per Chat Frauen aufgefordert haben, ihm pornografische Aufnahmen von ihren eigenen Kindern oder demenzkranken Senioren zu senden - am Donnerstag begann der Prozess gegen den 37-Jährigen. Angeklagt ist er am Landgericht Tübingen unter anderem wegen Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und zur Vergewaltigung. Laut Staatsanwaltschaft nahm der Mann aus Ellwangen (Ostalbkreis) dafür von 2017 an über Online-Partnerbörsen Kontakt zu verschiedenen Frauen aus ganz Baden-Württemberg auf. Diesen soll er unter anderem Geld geboten haben, damit sie ihm Bilder von den Geschlechtsteilen ihrer minderjährigen Kinder senden.

Eine Mutter ist gemeinsam mit dem mutmaßlichen Anstifter angeklagt. Die 35-Jährige aus Eningen (Kreis Reutlingen) soll ihn im März 2018 im Internet kennengelernt haben. Der Anklage nach versprach er, Schulden der Frau zu begleichen und sie zu heiraten. Im Gegenzug habe sie ihm Fotos von den Geschlechtsteilen ihres vierjährigen Sohnes aufs Handy geschickt. Zudem habe sie sich beim Oralverkehr mit dem Kind gefilmt und das Video dem Anstifter geschickt, so der Tatvorwurf der Staatsanwältin.

Der zurzeit inhaftierte Angeklagte soll auch eine Altenpflegerin zu einer Vergewaltigung einer Seniorin angestiftet haben - die 47-Jährige wurde bereits rechtskräftig verurteilt. Das Landgericht Ulm hatte ihr im Oktober eine Haftstrafe von drei Jahren auferlegt. Den Übergriff in einem Pflegeheim in Göppingen filmte die Altenpflegerin. Zudem fotografierte sie entblößte Heimbewohner, diese waren überwiegend dement.

Dem Tübinger Richter Christoph Sandberger zufolge haben die Ermittler in dem Fall Chatverläufe dokumentiert und Bilddateien sichergestellt. Auf Antrag ihrer Verteidiger schloss die Kammer Publikum während der Aussagen der Angeklagten am Donnerstag aus. Beide Rechtsanwälte kündigten an, dass ihre Mandanten sich zu den Vorwürfen äußern. In dem Verfahren sind zunächst zwei weitere Verhandlungstermine vorgesehen.

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